Bilanz
«Wir sind wirklich sehr zufrieden»: Sonnenhungrige stürmten die Limmattaler Badis

Alle Limmattaler Badis verzeichnen dank dem heissen Sommer hohe Besucherzahlen.

Kevin Capellini
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Den Sprung ins kühle Nass wagten in der Weihermatt in Urdorf auch dieses Jahr wieder viele Badegäste.Ly Vuong

Den Sprung ins kühle Nass wagten in der Weihermatt in Urdorf auch dieses Jahr wieder viele Badegäste.Ly Vuong

Ly Vuong

Als Anfang Mai vielerorts noch Schnee lag, dachte so mancher Badmeister, einen dicken Wintermantel tragend, wohl noch nicht an eine gute Saison für die Freibäder. Denn diese lagen dann tief zugeschneit und verlassen in der tristen Winterlandschaft. Doch Mitte Mai wurde es schnell warm – und blieb es dann auch für lange Zeit.

Wenn nun am Samstag, 16. September die meisten Limmattaler Badis ihre Türen für die Winterpause schliessen, können sie auf eine gute Saison zurückblicken, die hohe Besucherzahlen, Rekorde und stark gesteigerte Umsätze bescherte. Auch wenn es nicht bei allen Freibädern gleich gut gelaufen ist, zufrieden sind sie alle mit der diesjährigen Saison. Eine Übersicht:

Im Moos, Schlieren

Auch wenn die Saison in der Badi im Moos noch bis Ende September weiterläuft und die definitiven Zahlen noch nicht stehen, kann André Thoma, Leiter des Sekretariats für Werke, Versorgung und Anlagen der Stadt Schlieren, bereits jetzt auf eine Rekordsaison zurückblicken. «Dieses Jahr ist mit total 23 350 Besuchern seit der Wiedereröffnung 2011 unser bestes.» Besonders der Verkauf der Saisonkarten habe sehr stark zugenommen und übertreffe das Vorjahr um 110 Prozent, was natürlich Auswirkungen auf den Umsatz habe, so Thoma.

Auch die Einzeleintritte haben im Vergleich zum letzten Jahr um 15 Prozent zugenommen. «Wir sehen aber einen klaren Trend, dass die Besucher lieber Saisonkarten kaufen, als Einzeleintritte zu lösen», führt Thoma aus. Eine gute Saison sei es gewiss gewesen, einzig bei den Vollmondschwimmen, da hoffe man in Zukunft noch auf etwas mehr Besucher. «Unser Barbecue und das nächtliche Schwimmen haben sich mittlerweile zwar rumgesprochen, einige Besucher mehr dürften sich der Einladung in Zukunft aber gerne noch anschliessen.»

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Besucher zählte die Badi Fondli in Dietikon am Sonntag, 11. Juni, dem besten Tag der diesjährigen Saison und auch einem der besten überhaupt.

Geren, Birmensdorf

«Wir sind wirklich sehr zufrieden», sagt Marlies Graf, abtretende Pächterin des Badi-Kiosks in der Geren. Auch wenn es ein teilweise unberechenbarer Sommer mit vielen abendlichen Gewittern gewesen sei, könne man auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken, die klar über dem Durchschnitt der letzten Jahre lag. Insgesamt besuchten 41 000 zahlende Gäste die Badi, was über 2200 mehr sind als noch 2016. «Da wir Kinder erst ab 6 Jahren zählen, ist die Zahl der Badibesucher natürlich noch etwas höher.» Es ist aber nicht nur die Anzahl der Gäste, sondern auch der Umsatz, der gesteigert werden konnte. Genaue Zahlen stehen Graf aber noch nicht zur Verfügung, da der Abschluss erst am Wochenende bevorsteht. Das diesjährige Rekordwochenende war gleich zu Beginn der Saison: Am 27. und 28. Mai besuchten über 2000 Gäste das Freibad, was einen grossen Andrang verursacht habe. Allgemein sei vor allem der Anfang der Saison sehr fordernd gewesen, die Belastung sei aber gut gemeistert worden, sagt Graf.

Weihermatt, Urdorf

Die Türen des Freibads werden diesen Samstag für die Winterpause geschlossen. Abschliessend könne man auf eine gute Saison zurückblicken, sagt Daniel Brunner, Leiter der Liegenschaften- und Sportbetriebeabteilung der Gemeinde Urdorf. «Zu Beginn wurde die Badi im Mai förmlich überrannt.» Es seien vor allem der Mai und der Juni gewesen, die das Personal forderten, danach sei es relativ ruhig geworden. Dies liegt gemäss Brunner auch an den Sommerferien, da dann viele Leute im Ausland in den Ferien sind. «Zudem gab es im Juli und August relativ wenige Wochenenden, an denen es auch durchgehend schön war, oft zogen am Abend Gewitter auf.» Schwierig zu beurteilen sei jedoch, wie viele Personen die Badi tatsächlich besucht haben.

«Wir haben kein elektronisches Zählsystem und planen vorerst auch nicht, eines einzuführen.» Die Badi Weihermatt könne daher nie genau sagen, wie viele Personen wirklich zum Sonnenbaden in das Freibad pilgerten, man befinde sich aber im «guten Durchschnitt» im Vergleich zu den letzten Jahren, so Brunner. Ein Highlight der Saison sei die Zeltnacht vom 16. auf den 17. Juni gewesen, die im Rahmen des 50-Jahr-Jubiläums stattgefunden hat. «Es hat uns gefreut, dass so viele Menschen unserer Einladung gefolgt sind.» Die Urdorfer müssen sich jedoch nicht lange gedulden, bis in den Sportanlagen Weihermatt wieder Betrieb herrscht. Bereits am Samstag, 7. Oktober wird dort in ganz winterlicher Manier die Eisbahn in Betrieb genommen.

«Hölzli», Oberengstringen

«Für die Badi ‹Zwischen den Hölzern› war es eine sehr gute Saison», sagt Thomas Kralemann, Bereichsleiter der Abteilung Badeanlagen beim Sportamt der Stadt Zürich. Total hätten dieses Jahr 53 089 Gäste die Badi besucht, was geschätzt rund 11 Prozent mehr Sonnenhungrige seien als letztes Jahr. Bereits am Sonntag, 11. Juni zählte die von der Stadt Zürich geführte Badi 3309 Besucher, was ihn zum besten Tag der diesjährigen Sommersaison macht. «Für die lange Badesaison ist dies ein sehr früher Zeitpunkt.» Dies sei auf das sehr gute und warme Wetter in den Monaten Mai und Juni zurückzuführen, so Kralemann. Auch wenn die Verantwortlichen bei der Stadt Zürich sehr zufrieden sind mit den aktuellen Zahlen, vom Rekord von 60 000 Besuchern im Jahr 2015 ist man noch etwas entfernt.

Fondli, Dietikon

Noch drei Tage läuft die Sommersaison in Dietikon, viele Gäste sind aufgrund des momentan schlechten Wetters aber nicht mehr zu erwarten. Daher wagt man nun einen Blick zurück. «Berücksichtigen wir nur die Sommersaison des Freibads, sind es weniger Eintritte als letztes Jahr», sagt Bruno Rabe, Leiter des Amts für Umwelt und Gesundheit in Dietikon. Ein schlechtes Jahr sei es aber dennoch nicht gewesen. Zwischen Mai und September zählte das Freibad 85 281 Eintritte, was gut 1100 Gäste weniger sind als letztes Jahr und über 12 200 weniger als noch 2015. «Dort handelte es sich aber um ein absolutes Rekordjahr», erklärt Rabe. Die Besucherzahlen unterlägen jedes Jahr Schwankungen, wie er sagt. «Dieses Jahr waren viele Wochenenden in den Sommerferien kühl und nass». Nach einem starken Start in die Saison und einem rekordverdächtigen 11. Juni, an dem sich 4029 «Bädeler» Tuch an Tuch nebeneinander reihten, hätten die Besucherzahlen in den letzten Wochen abgenommen. Gemäss Rabe sei das Hallenbad in diesen Zahlen jedoch nicht eingerechnet. Und dort dürften dank dem letzten langen und kalten Winter wohl noch einige Eintritte dazu kommen.