Wer in Schlieren eine Wohnung sucht, hat es schwer. Braucht man allerdings Bürofläche, hat man leichtes Spiel. Dieser Tage legte die städtische Standortförderung mehrere Kennzahlen zur Immobilien- und Wirtschaftsentwicklung vor, die genau dieses Zukunftsszenario umreissen.

Obwohl in den vergangenen Jahren fleissig gebaut wurde und zahlreiche Wohnungen aus dem Boden schossen, weist die Stadt eine Leerwohnungsquote von gerade mal 0,33 Prozent auf. In absoluten Zahlen heisst dies: Noch 40 Wohnungen sind derzeit zu haben. Vor zwei Jahren betrug dieser Wert zum selben Zeitpunkt 0,27 Prozent. Standortförderer Albert Schweizer weiss, dass es für Wohnungssuchende schwierig wird künftig. «Im Gegensatz zur Stadt Zürich, die eine ähnliche Wohnungsknappheit aufweist, ist die Stadt Schlieren auf dem Immobilienmarkt kein Player», so Schweizer. Beim Handel mit den wenigen Wohnungen und Grundstücken in städtischem Besitz arbeite man zwar so gut wie möglich mit Wohnbaugenossenschaften zusammen. «Doch auch diese konnten wir in jüngster Zeit nicht mit Bauland bedienen.»

Leidtragende dieses tiefen Leerquotienten seien in der Regel jüngere und ältere Menschen, denen die Suche nach neuem Wohnraum zu schaffen mache. In naher Zukunft wird sich an diesem Umstand nicht viel ändern, obwohl in Schlieren West derzeit eine Grossüberbauung mit 177 Wohnungen für rund 350 Bewohner entsteht.

Viel erfreulicher sind die Entwicklungen aus Sicht der Wirtschaft. Nachdem vor einem Jahr das 1000. Unternehmen in der Stadt begrüsst werden konnte, sind in der Zwischenzeit bereits 1064 juristische Personen in Schlieren ansässig. Besonders gross sei hier die Anziehungskraft des Bio-Technoparks auf dem ehemaligen Wagi-Areal, sagt Schweizer. Aber auch der Verein Start Smart Schlieren und das Institut für Jungunternehmen, die sich beide der Förderung von Jungunternehmen annehmen, würden bei der Ansiedlung von Start-ups in der Stadt helfen.

Starke Fluktuation bei Leerstand

Ins Auge springt, dass derzeit rund 23'000 Quadratmeter Bürofläche zur Verfügung stehen. Vor zwei Jahren konnte verkündet werden, dass der Leerbestand bei Büro- und Gewerbeliegenschaften auf 18 000 Quadratmeter reduziert werden konnte. «Dieser Wert unterliegt einer starken Fluktuation, und er enthält eine gewisse Unschärfe. Noch vor wenigen Monaten war er um ein paar tausend Quadratmeter geringer», so Schweizer. Eine der grössten Flächen, die im Herbst mit einem Tag der offenen Tür beworben werden soll, liegt im Neubaugebiet nördlich der Bahngleise.

Dabei wird mit der sogenannten Denkfabrik mit Gleisanschluss, dem Projekt der Swiss Prime Site in der ehemaligen NZZ Druckerei, noch viel mehr Fläche dazukommen. Derzeit finden dort Umbauarbeiten statt, bis im kommenden Jahr sollen rund 2000 Arbeitsplätze für Unternehmen aus den Bereichen Engineering, Technologie und Industrie 4.0 entstehen. Prominentester Mieter wird Zühlke, der derzeit nördlich der Bahngleise seinen Hauptsitz hat. «Dieses Gebiet wird wohl eine der innovativsten Ecken Schlierens werden», so Schweizer.