Spätestens in etwas mehr als einem Monat steht fest, wer aus der 3. Liga absteigen muss. Am 17. Juni wird die letzte Runde ausgetragen. Doch die Nerven sind schon jetzt angespannt. Darauf deutete zumindest die Partie zwischen den Engstringern und Altstetten am Dienstagabend hin. Nach dem Schlusspfiff stürmte Engstringens Trainer Roger Balmer auf den Staff der Altstetter zu, etliche Spieler mischten sich ein und hielten ihren Coach zurück. Zuvor hatte Balmer eine Meinungsverschiedenheit mit Altstettens Trainer Antonio Caputo gehabt. «Wir haben das nachher geklärt», sagt Balmer zu der Szene. Und: «Alles in Ordnung.»

Dass der Puls bei den Engstringern zurzeit höher ist, ist nachvollziehbar. Die Limmattaler brauchen unbedingt Punkte, um ihren zehnten Rang zu verteidigen, der zum Ligaerhalt berechtigt. Denn Centro Lusitano Zurich, das Team auf dem ersten Abstiegsplatz, hatte vor der Engstringer Partie gegen Altstetten nur drei Punkte Rückstand.

In Altstetten unterlagen die Engstringer mit 2:3. Die beiden Tore in der Schlussviertelstunde brachten also keine Punkte mehr; sie haben aber auch Symbolwert. «Wir haben nach dem 0:3-Rückstand Charakter gezeigt», sagt Balmer. «Das zeigt, dass die Mannschaft intakt ist.» Ein Punkt, so Balmer, wäre ohnehin sehr glücklich gewesen. «Altstetten hatte ja noch zwei Pfostenschüsse», sagt der Engstringer Trainer. «Sie waren die bessere Mannschaft.»

Ohnehin stört Balmer weniger die Niederlage gegen Altstetten als die Punktverluste gegen die Teams zuvor. «Wir haben in dieser Saison schon so oft mit einem Tor Unterschied verloren», sagt Balmer. «Zum Beispiel gegen United Zürich und Kosova II. Darum sind wir jetzt auch in dieser Situation. Wir haben sie uns selbst eingebrockt.»

Die Niederlage gegen die Altstetter hat jedoch Auswirkungen auf die Tabelle. Da Centro Lusitano Zurich gegen Kilchberg-Rüschlikon II ein 1:1-Unentschieden holte, beträgt der Abstand der Engstringer auf den Strich nur noch zwei Punkte. Hinzu kommt, dass die Altstetter eine Partie weniger ausgetragen haben.

Trotzdem ist Balmer sicher, dass seine Mannschaft den Ligaerhalt schaffen wird. «Wir haben aus der letzten Saison Erfahrung mit dem Abstiegskampf», sagt er. «Wir können mit diesem Druck umgehen. Und ich spüre, dass die Mannschaft auch will. Wir müssen unsere drei verbleibenden Spiele einfach gewinnen, dann haben wir es geschafft.»

Ein «dreckiges» Spiel steht bevor

Die erste dieser drei Partien spielen die Engstringer am Sonntag – ausgerechnet gegen Centro Lusitano Zurich. Bei einem Sieg hätten die Limmattaler das Polster wieder ausgebaut, und zwar auf fünf Punkte. Dann hätten sie den Klassenerhalt in den letzten zwei Partien in den eigenen Füssen.

Bei einer Niederlage würde der FC Engstringen hingegen unter den Strich rutschen. «Dann müssten wir auf die anderen Teams hoffen», sagt Balmer. Ein Gedanke, der ihm nicht behagt. «Darum müssen wir Centro unbedingt schlagen.» Balmer erwartet ein «dreckiges» Spiel, in dem seine Mannschaft «Vollgas» geben müssen: «Wir müssen einfach diese drei Punkte einfahren, egal wie.»