Unihockey
«Wir haben gezeigt, dass wir mithalten können»: Trotz der Niederlage ist niemand betrübt

Die Limmattaler knöpfen Leader Zürisee beim 5:6 nach Verlängerung die ersten Punkte ab.

Michel Sutter
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Michel Sutter

Die zweite Drittelspause der 1.-Liga-Partie zwischen Unihockey Limmattal und Zürisee Unihockey hatte gerade begonnen. Die beiden Mannschaften waren eben auf dem Weg zur Garderobe, als Nicolas Gitonga eine Kampfansage machte. «Wir werden alles geben», kündigte der Limmattaler Stürmer an.

Mit 3:5 lag sein Team zu diesem Zeitpunkt gegen den souveränen Tabellenführer in Gruppe 2 – Zürisee Unihockey hatte bislang noch keinen einzigen Punkt abgegeben – im Hintertreffen. Ein Rückstand, der alles andere als zwingend war. Die Limmattaler hatten im ersten Abschnitt eine starke Leistung gezeigt und waren dreimal mit einem Tor in Führung gegangen, davon zweimal durch Julian Geiser. Doch entscheidend absetzen konnten sie sich nicht.

Die Gäste glichen jeweils kurz nach den Gegentoren wieder aus. Gegen Ende des Startdrittels jedoch drehte Zürisee den Lauf der Dinge und schoss das 4:3. Und dann, nach zwei Minuten im Mittelabschnitt, gelang den Gästen gar das 5:3. Damit setzten sie die Limmattaler unter Zugzwang. Diese nahmen die Herausforderung an und erspielten sich einige gute Torchancen. Die Beste hatte Lorenz Kern. Er traf zur Mitte des zweiten Abschnitts die Latte, kurz darauf hatte Dominik Eberle eine hervorragende Gelegenheit zum Anschlusstreffer.

Aktivere Mannschaft

Man spürte, für die Limmattaler lag hier noch einiges drin. Und im Schlussdrittel gaben sie, wie von Gitonga angekündigt, tatsächlich nochmals alles. Nach fünf Sekunden kam Andris Ladner zu einer sehenswerten Chance, und das, obwohl Valentin Ladner gerade eine Zwei-Minuten-Strafe absass und das Heimteam in Unterzahl agieren musste. Die Hausherren gewannen nun viele Zweikämpfe und spielten trotz der Gefahr eines weiteren Gegentreffers munter nach vorne. Und dann fiel der ersehnte Anschlusstreffer. Lukas Wittwer hatte nach einem Pass von Behar Spahija getroffen. Nicht einmal zwei Minuten später konnte sich Spahija selber als Torschütze auszeichnen. Der Ausgleich war geschafft.

Die Limmattaler erspielten sich weitere gute Möglichkeiten, schafften es aber nicht, erneut in Führung zu gehen. Es blieb beim 5:5 und einem sicheren Punkt. Die Entscheidung musste die Verlängerung bringen. Auch im Zusatzdrittel waren die Hausherren, wie schon während der gesamten regulären Spielzeit, die aktivere und dominantere Mannschaft. Eine Chance für Wittwer, eine für Pascal Nater. Dann verzog Julian Geiser, der an diesem Abend schon zweimal getroffen hatte. Und Geiser blieb im Rampenlicht. Eine Minute nach seiner vergebenen Torchance wehrte er einen Schuss aufs eigene Tor ab und kam im Gegenzug zu einer weiteren guten Möglichkeit.

Die Limmattaler schienen auf dem besten Weg, dem Leader die erste Saisonniederlage zuzufügen. Doch dann schlug dieser eiskalt zu. André Hostettler sprintete aufs Limmattaler Tor zu und schoss. Der Ball wurde unglücklich abgelenkt und landete im Netz – 6:5 für den Leader. Das Spiel war entschieden.

«Geilstes Spiel der Saison»

Im Gegensatz zum Hinspiel, als sie in der Schlussphase noch den Sieg aus den Händen gegeben hatten, waren die Limmattaler diesmal jedoch alles andere als betrübt. «Es war unser geilstes Spiel der Saison», sagte Doppeltorschütze Geiser. «Das Niveau war sehr hoch, von beiden Mannschaften. Ein Spiel auf Augenhöhe. Wir haben gezeigt, dass wir mit dem Leader mithalten können.»

Und vor allem sei der Teilerfolg nach der Niederlage gegen Herisau von vergangener Woche sehr wichtig gewesen: «Wir haben uns im Vergleich zum Spiel gegen Herisau massiv gesteigert.» Einen Hauptgrund dafür sieht Geiser im Training: «Die Trainingswoche war super, wir konnten viel ausprobieren.»

Auch Trainer Michael Hunziker war von der Leistung seiner Mannschaft angetan. «Wenn man dem Tabellenersten Punkte abnehmen kann, ist das ein Erfolg», sagte er. Einzig mit der Tatsache, dass seine Mannschaft nach den ersten drei Toren jeweils gleich den Gegentreffer kassiert hatte, war er nicht zufrieden: «Das war schade, das hätte man besser verteidigen können.»

Mit dem Punktgewinn bleiben die Limmattaler nach dieser Runde auf Rang 3. Damit hätten sie in den Playoffs Heimrecht. Doch nächstes Wochenende müssen sie gegen die nächste Spitzenmannschaft spielen, die Flames. «Sie spielen sehr körperbetont und schiessen viele Tore», sagte Hunziker. «Das wird schwieriger werden als gegen Zürisee.»