Urdorf
«Wir haben eine gute Substanz»

Die Rechnungen 2010 von Schulgemeinde und politischer Gemeinde schliessen positiv ab. Das war nicht immer so. Schule und politische Gemeinde blicken auf schlechte Zeiten zurück. Die Jahre 2003 bis 2006 waren geprägt von Steuerfusserhöhungen.

Flavio Fuoli
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Limmattaler Zeitung

«Wir haben eine gute Substanz und wieder normale Haushalte.» Das ist das Fazit von Thomas Hächler, Finanzvorstand der politischen Gemeinde, welches er gestern an der Presseorientierung zur Rechnung 2010 zog. Tatsächlich blicken Schule und politische Gemeinde auf schlechte Zeiten zurück. Die Jahre 2003 bis 2006 waren geprägt von Steuerfusserhöhungen und zurückhaltender Ausgabenentwicklung. «In den Jahren 2007 bis 2010 haben wir vieles richtig gemacht, beide Güter sind saniert», zieht er Bilanz. In diesen Jahren betrugen die Nettoinvestitionen in beiden Gütern 22,4 Millionen Franken, der Cashflow aber 27,9 Millionen. Das ergibt einen Selbstfinanzierungsgrad von 125 Prozent.

Allerdings komme eine Steuerfussreduktion in dieser Amtsperiode bis 2014 nicht infrage. Mit dem Alterszentrum, der Kunsteisbahn, der Birmensdorfer-/Feldstrasse und den Schulhäusern würden die «grossen Brocken an Investitionen erst noch kommen». Immerhin könne man mit einem konsolidierten Eigenkapital von 33,1 Millionen Franken die genannten Investitionen ohne Steuererhöhungen tragen.

Die Rechnung 2010 der Schule schliesst bei einem Aufwand von 16,53 Millionen und einem Ertrag von 19,37 Millionen mit einem Überschuss von 2,841 Millionen Franken ab. Budgetiert war ein solcher von lediglich 390000 Franken. Wie Finanzvorsteherin Irmgard Struchen gestern erklärte, entstamme dieser Mehrertrag hauptsächlich aus den ordentlichen Steuern des Rechnungsjahrs wie der Vorjahre. Zudem fiel der Aufwand um 366700 Franken tiefer aus als budgetiert.

Die Investitionsrechnung fiel mit 4,02 Millionen Franken geringer aus als im Voranschlag vorgesehen (5,04 Millionen). Das Weihermattschulhaus werde erst frühestens 2011 fertig saniert sein. Das Eigenkapital beträgt neu 9,346 Millionen Franken. «Das ist absolut positiv», stellt Struchen klar, wenn man bedenkt, dass die Schule Urdorf vor nicht allzu langer Zeit einen Bilanzfehlbetrag auswies.

Die Rechnung 2010 der politischen Gemeinde schliesst mit einem Aufwand von 42,79 Millionen und einem Ertrag von 43,88 Millionen ab. Damit fällt das Ergebnis um rund 2,56 Millionen Franken besser ab als geplant, sah das Budget doch einen Aufwandüberschuss von 1,24 Millionen vor. Laut Hächler habe man weniger investiert, weshalb geringere Abschreibungen zu verzeichnen sind. Statt 2,04 Millionen, wie budgetiert, liegen sie nur bei 1,46 Millionen. Der Nettoaufwand liegt zudem 350000 Franken unter dem Voranschlag. Beim Ertrag liegt man über eine Million Franken über Budget.

Die ordentlichen Steuern aus den Vorjahren und aus früheren Jahren sind massiv höher. Allerdings liegt die Gemeinde bei den Grundstückgewinnsteuern um 300000 Franken unter Budget. Erfreulich ist, dass politische Gemeinde wie Schule einen Selbstfinanzierungsgrad von 100 Prozent ausweisen können. Äusserst erfreulich hat sich auch der 100-prozentige Steuerertrag entwickelt. Im Budgetprozess rechnete man noch mit 23,5, effektiv sind es nun 25,5 Millionen Franken.

Hächler freut sich über den «massiven Sprung nach oben», welcher bei den ordentlichen Steuern eingetreten sei. «Die Tendenz zeigt weiter nach oben», fügt er an. Auffallend, dass die juristischen Personen 2010 25 Prozent am Steueraufkommen leisteten. Das sei für eine Gemeinde ein grosser Anteil. Weil das Urdorfer Gewerbe gut diversifiziert sei, sei man vor Schwankungen eher geschützt.