Ferien
Winterwetter lässt das Telefon im Reisebüro derzeit heiss laufen

In den Reisebüros wird fleissig gebucht. Kreuzfahrten, Städtereisen und Badeferien – bei den Limmattalern ist vieles beliebt. Die USA sind dieses Jahr hoch im Kurs, die Nachfrage nach Ferien in Ägypten bleibt dagegen tief.

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Kreuzfahrten sind bei Ferienreisenden beliebt. (Archiv)

Kreuzfahrten sind bei Ferienreisenden beliebt. (Archiv)

Keystone

Maya Hagenbuchers Telefon läuft derzeit heiss. Täglich nimmt die Inhaberin des Reisebüros «Maya Travel Inn» in Uitikon zahlreiche Anfragen von reiselustigen Kunden entgegen. Jetzt, im Januar, sehnen sich die Limmattaler nach Sonne und Wärme und buchen fleissig Ferien. Erneut klingelt das Telefon und Hagenbucher bekommt eine Anfrage für eine Reise in den Mittelmeerraum im Juni. «Das ist momentan der beliebteste Monat, um zu verreisen», sagt die erfahrene Reisefrau.

Beliebte Destinationen sind im neuen Jahr die Türkei oder die Kanarischen Inseln. Gestorben sei aufgrund der Unruhen, Demonstrationen und Ausschreitungen hingegen die Destination Ägypten. «Als Badeort war Ägypten ideal für Familien mit Kindern. Doch die, die es sich leisten können, weichen auf andere Länder aus», so Hagenbucher. Lediglich junge Leute mit kleinem Budget buchen bei Maya Travel Inn noch Ägyptenferien. «Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist nach wie vor unschlagbar», sagt Hagenbucher. Die USA hingegen sei auch im Jahr 2013 der Renner schlechthin. Hagenbucher weiss auch warum: Das Land sei politisch stabil, der Dollar nach wie vor tief und Obama wiedergewählt. «Den Schweizern ist Sicherheit und Stabilität wichtig», sagt sie.

Lotti Brunner von «Andino Reisen» in Urdorf bestätigt den USA-Trend. Die Saison sei gut angelaufen. «Die Buchungen nehmen von Tag zu Tag zu.» Brunner sagt, dass die Limmattaler ihre Ferien wieder vermehrt über ein Reisebüro buchen würden. «Viele schätzen die persönliche Beratung», sagt sie. Hoch im Kurs stehen bei «Andino Reisen» Kreuzfahrten. «Mittlerweile gibt es sehr günstige Angebote, da es immer mehr Schiffe gibt», so Brunner. Was das ganze Jahr hindurch gut gebucht werde, seien Reisen in den asiatischen Raum. Eher zurückhaltend ist das Interesse an Ägypten geworden. «Kaum jemand bucht mehr Badeferien in Ägypten», so Lotti Brunner.

Weniger Buchungen für Ägypten

Weniger Buchungen für Ägypten gehen auch bei Christian Krähenbühl, Inhaber des Reisebüros «Idefix Reisen» in Dietikon ein. Die Anfragen würden zurzeit zwar wieder etwas zunehmen, doch der Arabische Frühling sei lange zu spüren gewesen. Am beliebtesten sind bei Krähenbühls Kunden die Fernost-Destinationen. «Alles fliegt nach Thailand, Indonesien oder Malaysia», sagt er.

Heidi Frei von Heidi Frei Reisen in Urdorf merkt nicht, dass weniger Leute nach Ägypten reisen. «Klar gibt es immer ängstliche Leute», sagt sie. Doch es seien wenige, die deswegen nicht dort ihre Ferien verbringen wollen. Auch Ferien in Griechenland würden häufig gebucht, gerade aufgrund der günstigen Preise. Einen klaren Trend, wohin die Leute am liebsten verreisen, kann Frei aber nicht erkennen: «Vor mir liegen Anfragen für Paris, den Europapark und die Kanarischen Inseln. Es ist also alles dabei.» Richtig zufrieden ist sie noch nicht mit dem Saisonstart. Es sei im Januar schon mehr gelaufen. Frei führt dies nicht zuletzt auf die noch bevorstehenden Ferienmessen zurück. «Viele Leute lassen sich dort inspirieren und buchen erst danach.»

Grosse und kleine Reisebüros ergänzen sich

Die beliebten Feriendestinationen der kleineren Reisebüros decken sich mit jenen des Reiseunternehmens Kuoni, das Reisebüros in der ganzen Schweiz bedient. Der Standort im Limmattal ist Schlieren. Simon Marquand, Pressesprecher von Kuoni Schweiz, sieht Amerika als Spitzenreiter des kommenden Jahres. «Die USA haben viel zu bieten. Rundreisen, Städtereisen, Ausflüge in Nationalparks - alles ist möglich.» Besonders beliebt seien im Sommer alle Mittelmeerdestinationen.

Für Buchungen nach Ägypten verzeichnet Kuoni eine Zunahme von 20 Prozent. «Das Vertrauen kommt zurück. Ausserdem kam es an den beliebten Badeorten nie zu Demonstrationen oder Ausschreitungen.» Man habe aber auch gemerkt, dass die Leute sensibilisiert sind und öfters nachfragen, ob eine Reise nach Ägypten sicher sei.