Fondue, Braten, Eingemachtes – der Winter ist die Zeit der währschaften Gerichte. Die Trostlosigkeit der blätterlosen Landschaft wird mit geschmacklicher Abwechslung auf dem Teller ausgeglichen. Gut gestärkt kann man so auch der Kälte trotzen. Die Vielfalt bei den Wintergerichten ist gross, wie ein Blick auf die Speisekarte einiger Limmattaler Gaststätten zeigt:

Ganz traditionelle Wintergerichte gibt es beispielsweise in der Dietiker Wirtschaft Heimat: Dort wird einem sonntags jeweils ein Braten oder ein Voressen aufgetischt. Der Familienbetrieb ist auch bekannt für sein Fondue und die Käseschnitten. Selbst beim Dessert geht es noch währschaft weiter: Apfelküchlein mit Vanillesauce seien im Winter sehr beliebt, sagt Wirtin Martina Meier.

Nicht weit vom Restaurant Heimat kann man ebenfalls passend zur kalten Jahreszeit speisen: Die Taverne zur Krone empfiehlt als Tageshits Gerichte wie die geschmorte Lammhaxe. «Wir sind der Meinung, dass geschmorte Gerichte sehr gut in die kalte Winterzeit passen», sagt Heinz Schenkel, Gastgeber und «Gault Millau»-Koch.

Trüffel auch beim Nachtisch

Wer es exklusiv mag, ist auch im Stürmeierhuus in Schlieren gut aufgehoben. Hier wird den Gästen gleich eine ganze Karte voll mit Trüffelgerichten angeboten. Selbst beim Dessert wird zum lauwarmen Schokoladenkuchen eine «getrüffelte Vanillesauce» serviert.

Auf bodenständige Gerichte setzt hingegen das Gasthaus Sonne in Birmensdorf: Momentan werden den Gästen Rösti- und Cordon-bleu-Variationen empfohlen.

Beim Entrecôte-Dinner in der Linde Weiningen wird das kurz angebratene und in Scheiben geschnittene Fleisch auf einer Platte um die Kräuterbutter herum arrangiert. Diese schmilzt dann über der Rechaudkerze und der Gast kann sein Fleisch in der heissen Butter fertiggaren. Als Januar-Hit werden Rehmedaillons mit Spätzli, Rotkraut, Marroni und Bananenkroketten angeboten.

Wild ist bei manchem Restaurant nur im Herbst auf der Karte. Die Herren vom Kochclub Römertopf in Schlieren sehen dies nicht so eng: Den Rehrücken an Wacholderrahm würden sie auch als Wintermenü empfehlen.

Gleich vis-à-vis von der Linde Weiningen wird im Restaurant Löwen der Limmattaler Ratsherrentopf serviert: Steak, Milken, Nierli und Leberli vom Kalb auf gratinierten Spätzli. «Wir bieten bei allen Menüs ‹Ladies- und Men’s-Cut› an, also zwei verschieden grosse Portionen», sagt Wirt Herbert Reichel. Die meisten Leute würden heutzutage die «Lady»-Grösse bestellen, bemerkte er.

Leichtere Alternativen

Die traditionelle Winterküche ist noch manchem zu deftig. Gerade nach dem grossen Festtagsschmaus achten wieder mehr Leute auf ihre Linie und wenden sich leichteren Gerichten zu. Die Auswahl an frischem Gemüse ist dabei zwar längst nicht so gross wie im Sommer, doch einige Sorten stehen zur Verfügung.

«Lauch, Karotten, Peterliwurz, Pastinaken, Kartoffeln und Randen konnten wir in der aktuellen Lieferung verteilen», sagt Ursina Eichenberger von der Gemüsekooperative «ortoloco». Gemeinsam wird auf einem Hof in Dietikon Bio-Gemüse angebaut und anschliessend an die Mitglieder verteilt. «Für dieses Jahr haben wir noch einige wenige Abos zu verkaufen», erzählt Eichenberger.

Was man mit dem saisonalen Gemüse feines kochen könnte, zeigt Annemarie Wildeisens neues Kochbuch «Mein Küchenjahr». Mit 365 Rezepten für die 365 Tage des Jahres begleitet die Schweizer Kochfachfrau und Bestsellerautorin durch das Küchenjahr. Damit ist die Frage: «Was koche ich heute?» ein für alle Mal beantwortet. Zwei aktuelle Wintergerichte präsentiert sie hier auf dieser Seite: Den Kartoffelgratin mit Sauerkraut und Schinkenrolle sowie im Salz gebackene Randen mit Nüsslisalat. Das Buch ist im Handel erhältlich.