Limmattal
Winterferien im Limmattal: «Wir sind richtige Schönwetter-Skifahrer»

In den Niederungen war dieses Jahr nicht viel vom Winter zu spüren. Wir wollten am Dietiker Bahnhof erfahren, wo sich Limmattaler ihre Dosis Winter holten.

Sina Albisetti
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Vom Nordic Walking in die Sonne: Helen Barmettler und Francine Zberg haben Badeferien in Asien geplant.

Vom Nordic Walking in die Sonne: Helen Barmettler und Francine Zberg haben Badeferien in Asien geplant.

Sina Albisetti
Adrian Fürst, 1984, Chef de Bar, Schöfflisdorf

Adrian Fürst, 1984, Chef de Bar, Schöfflisdorf

Sina Albisetti

Après-Ski im Engadin

«Ich habe die volle Ski-Montur schon dabei, weil ich morgen früh direkt ins Engadin fahre», erzählt Adrian Fürst. Bevor es für ihn aber auf den Berg geht, muss er zuerst noch die Nacht im «Alpenrock» durcharbeiten. Er ist Chef de Bar im Nachtclub, der vor kurzer Zeit in das Dietiker Industriequartier umgezogen ist. «Jetzt hat es ja mehr als genug Schnee, und das Wetter soll hervorragend sein», freut er sich auf seinen Ausflug nach St. Moritz. Dass es ihn ins Engadin zieht, ist kein Zufall. Er hat vier Jahre im Engadin gewohnt und hat in dieser Zeit als Saisonnier in einer Schneebar gearbeitet. «St. Moritz ist für mich das optimale Skigebiet; es hat komfortable Sessellifte, gute Pisten und immer genug Schnee», so Fürst. Zudem treffe er dort nach der Abfahrt im Après-Ski jeweils jede Menge Bekannte aus alten Zeiten an. «Das Einkehren am Nachmittag gehört für einen, der aus der Gastronomie kommt, genauso dazu wie das frühe Aufstehen für die Piste», sagt er.

Monika (1942) und Jost (1950) Rihthauser, Pensionäre, Geroldswil

Monika (1942) und Jost (1950) Rihthauser, Pensionäre, Geroldswil

Sina Albisetti

Schönwetter-Skifahren in Arosa

«Wir fahren jedes Jahr nach Arosa», erzählen Monika und Jost Rihthauser. Einerseits, weil es ihnen dort sehr gut gefällt, und andererseits, weil die Schwester von Jost Rihthauser in dem bekannten Bündner Ferienort lebt. «Das ist natürlich toll», meint er, «denn so müssen wir nie ein Hotel buchen und können immer spontan entscheiden, wann wir auf die Piste wollen.» Diese Saison hat es sie aber bisher noch nicht in die Berge verschlagen. Zuerst hatte es zu wenig Schnee, und nun - nachdem Frau Holle die Bettdecken in den Bergen kräftig geschüttelt hat - stimmt das Wetter nicht. Doch für die beiden Rentner scheint das kein Problem zu sein: «Wir haben schliesslich genug Zeit, um uns eine schöne Woche auszusuchen.» Zudem seien sie im Gegensatz zu Familien mit kleinen Kindern auch nicht darauf angewiesen, in den Schulferien auszufliegen. «Nur um bei Nebel Ski zu fahren, gehen wir nicht in die Berge. Wir sind eben richtige Schönwetter-Skifahrer», meint Jost Rihthauser weiter. Geplant sei aber schon, demnächst in die Berge zu fahren. «Bestimmt noch vor Ostern», ist sich das Paar einig.

Aurora Moura, 1995, KV-Lehrling, Dietikon

Aurora Moura, 1995, KV-Lehrling, Dietikon

Sina Albisetti

Schulferien im Limmattal

Während die einen in die Skiferien fahren, geniessen andere die Sonne im Limmattal. Bei Temperaturen um fast 10 Grad verbringt die KV-Stiftin Aurora Moura den Samstagnachmittag mit ihrer Schwester im Freien. Obwohl sie zwei Wochen schulfrei hatte, konnte sie sich nicht auf die faule Haut legen. «Ich musste zwar nicht in die Berufsschule, habe dafür aber in meinem Lehrbetrieb gearbeitet», sagt die Dietikerin. Dafür hat sie über Weihnachten ihre Verwandten in Portugal besucht. Auf Skis gestanden ist sie noch nie, auch wenn sie es gerne mal ausprobieren würde. Da die Schule und das Arbeiten die Lehrtochter auf Trab halten, habe sie momentan jedoch ohnehin keine Zeit dafür. Bald reist sie dafür geschäftlich für zwei Wochen nach Deutschland.

Vom Nordic Walking in die Sonne: Helen Barmettler und Francine Zberg haben Badeferien in Asien geplant.

Vom Nordic Walking in die Sonne: Helen Barmettler und Francine Zberg haben Badeferien in Asien geplant.

Sina Albisetti

Zuerst Schnee, dann Sandstrand

Für die meisten Schweizer gehört Skifahren zum fixen Repertoire im Winter. Nicht so für Helene Barmettler und Francine Zberg. Auch wenn sie früher oft auf der Skipiste anzutreffen waren, haben sie nun eine andere Wintersportart für sich entdeckt: das Schneeschuhlaufen. Um durch den Schnee zu stapfen und die Landschaft geniessen zu können, fahren sie zwei- bis dreimal jährlich in die Berge. Doch in diesen Sportferien waren sie im Unterland unterwegs. Nebst Schneeschuhlaufen gilt ihre Passion nämlich auch dem Nordic Walking. «Wir kommen gerade von Bremgarten, da haben wir am Reusslauf mitgemacht.» Nicht nur in Bremgarten waren sie dabei, sondern auch beim Hallwilerseelauf, der jeweils im Herbst stattfindet. «Das Wichtigste für uns ist, dass wir an der frischen Luft sind und fit bleiben.» Und auch die Sonne darf für die beiden nicht fehlen. «Jetzt haben wir gerade Badeferien in Asien geplant», erzählt Zberg voller Vorfreude.

Christiane Peterlin (1968), Pflegefachfrau, und Luca Peterlin (2007), Schüler, Geroldswil

Christiane Peterlin (1968), Pflegefachfrau, und Luca Peterlin (2007), Schüler, Geroldswil

Sina Albisetti

Schlittelspass für die Kleinen

Bei der Familie Peterlin sind die Kinder ohne die Eltern in die Ferien gefahren. Die beiden Knaben, Luca und Remo, haben ihre Schulferien in Krinau im Toggenburg verbracht. «Sie durften dort den Paten von unserem älteren Sohn, Remo, besuchen», erzählt Christiane Peterlin. So sind die Kinder zu ihren Sportferien gekommen, obwohl die Eltern arbeiten mussten. «Es ist natürlich schade, dass wir als Berufstätige nicht auch so oft Ferien haben wie unsere Kinder», sagt Peterlin. Dennoch sei dies eine gute Lösung für alle gewesen, meint die Geroldswilerin. Der siebenjährige Luca hat seine Ferien auf alle Fälle genossen: «Es hatte ganz viel Schnee, sodass wir schlitteln gehen konnten.» Sein grösserer Bruder, Remo, sei sogar Ski gefahren. Der Ferienspass ist nun aber auch für die Kinder vorbei: Heute müssen Luca und Remo wieder in die Schule.

Randy Metzger, 1990, Student, Dietikon

Randy Metzger, 1990, Student, Dietikon

Sina Albisetti

Ticketverlust im Hoch-Ybrig

«Als Student hatte ich mehr als genug Ferien, habe es aber trotzdem nur einmal auf die Skipiste geschafft», sagt Randy Metzger mit einem Lächeln auf den Lippen. Zurzeit schreibt der Dietiker Student an seiner Bachelorarbeit. Nichtsdestotrotz hat er sich einen Tag Pause gegönnt und ist mit seinen Freunden ins Skigebiet Hoch-Ybrig gefahren. Das sei am einfachsten, da es mit dem Auto am schnellsten zu erreichen sei. Weil so schönes Wetter war, sind die Snowboarder früh am Morgen aufgebrochen. Nach der ersten Abfahrt hatten sie aber bereits ein kleines Problem: Sein Freund hatte sein Skiticket verloren. «Dann sind wir nochmals hochgefahren und haben es tatsächlich beim Skilift wiedergefunden», erzählt der Wirtschaftsstudent. Dummerweise ist demselben Freund das gleiche Missgeschick am Nachmittag nochmals passiert. «Da war uns klar: Jetzt ist fertig mit Fahren, Zeit für Après-Ski», erzählt der Dietiker lachend. Trotzdem würde er diese Saison gerne nochmals auf das Snowboard. Doch seine Familie und Freunde seien bereits wieder am Arbeiten. «Alleine auf die Piste zu gehen, ist nicht mein Ding, deshalb wird daraus wohl nichts mehr.»

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