Die Windräder wurden von Firmen und Vereinen gesponsert, von Schulklassen, Hobbymalern und Künstlern gestaltet - und sie sollen die Botschaft hinaustragen: «Seht her, Oberengstringen ist besser als sein Ruf», erklärt Jules Wohlmann, Mitinitiant der Aktion. «Wir möchten das Image unseres Dorfes und des Limmattals aufpolieren. Künftig wird man nah und fern sagen: ‹Ah! Oberengstringen! Das sind doch die mit den Windrädern.›»

Bei Klängen der Alphornfründe Höngg, einem Glas Wein und knusprigen Blätterteig-Windrädern feierte die Oberengstringer Bevölkerung am Samstag die Verschönerung ihrer Gemeinde und - so meinte manch einer schmunzelnd - den Start in die energiepolitische Zukunft. «Das Thema könnte nicht aktueller sein», freute sich Gemeindepräsident René Beck vor dem Hintergrund des Bundesrats-Beschlusses zum Atomausstieg. «Oberengstringen ist seit heute eine Versuchsstation für erneuerbare Energien!»

Gemeinderat ging mit gutem Beispiel voran

Die Windräder drehten sich derweil gemächlich im Wind, und Beck konnte den Föhn, den er vorsorglich mitgenommen hatte, wieder wegräumen. Auch die Alphornbläser, die sich gut vorstellen konnten, bei Bedarf den müden Windrädern Beine zu machen, konnten sich ganz auf ihre Musik und ihr Publikum konzentrieren.

Der Gemeinderat, erzählte Beck, ging mit gutem Beispiel voran und sponserte ein Windrädchen. Selber zu Pinsel und Farbe griffen die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte dann aber nicht. Die künstlerische Ausgestaltung überliessen sie den Lernenden von Gemeindeverwaltung und Werkhof. Diese kamen schnell zur Überzeugung, dass das Engstringer und das Zürcher Kantonswappen auf das Windrad müssen. «Heute wissen die Lernenden deshalb auch ganz genau, ob das Blau beim Zürcher Wappen oben oder unten ist!» schmunzelte Beck.

Mit dem Resultat ist der Gemeindepräsident sehr zufrieden: «Dieses Windrad wird sicher ein definitives Plätzchen vor dem Gemeindehaus bekommen», ist er überzeugt. Beck rief die Bevölkerung dazu auf, statt im Wald oder an der Limmat einmal einen Spaziergang entlang der Zürcherstrasse zu machen.

Die bunten Rädchen drehen sich noch bis Ende Oktober im Wind. Dann werden sie versteigert und der Erlös einer gemeinnützigen Organisation überwiesen.