«Ich habe schon zwei Dinge verkauft», sagt Vinzent Ehrgruber. Der Siebenjährige sitzt auf einer Decke auf dem Fussballplatz vor dem Gemeindesaal beim Primarschulhaus Büel in Unterengstringen und ist von seinen Spielsachen umkreist. Immer wieder laufen Kinder und Erwachsene an seinem Stand vorbei und werfen neugierige Blicke auf sein Angebot.

Der Elternverein Unterengstringen lud am Samstag zum Herbstfest unter dem Motto «Im Wilden Westen» und überraschte mit einigen Highlights im Programm. Der Verein feierte dabei sein 25-jähriges Bestehen. Eröffnet wurden die Feierlichkeiten mit dem Kinderflohmarkt. Während die Kleinen ihre Spielsachen verkauften und an den einzelnen Ständen vorbeischauten, standen deren Eltern fröhlich plaudernd zwischen den ausgebreiteten Tüchern.

Die Feier zog nicht nur Eltern und deren Kinder an, sondern auch die übrige Unterengstringer Bevölkerung. «Wir sind wegen der Bücher gekommen», sagte Edwin Lifart. Diese konnten auf dem Pausenplatz vor der Bibliothek ergattert werden. Es gibt jedoch zwei weitere Gründe, weshalb er am Fest teilnahm: «Wir sind kurz durch den Flohmarkt geschlendert und jetzt geniessen wir in der Festwirtschaft einen Burger und ein Glas Wein.» Auch dessen Bekannte, Ursula Völlmin, teilte die Begeisterung: «Man begegnet den Leuten und kann sich austauschen. Die Feier ist etwas für alle.»

Tattoos und Ponys

Das Herbstfest bestach durch die zahlreichen Aktivitäten, die mehrheitlich unter dem Motto «Im Wilden Westen» standen. In der Bibliothek konnte man sich unter anderem Federn tätowieren lassen, beim Schminkstand sich das Gesicht bemalen, in der Sporthalle spielen, Geschichten vor dem Tipi anhören, draussen Ponys reiten, sich an einen wilden Plastikbullen klammern oder am Ballon-Wettbewerb teilnehmen. «Das Bullriding macht am meisten Spass. Ich versuche, solange wie möglich nicht vom Stier zu fallen. Ich will meinen Freund besiegen», sagte der zwölfjährige Erik Lichtenberg.

Auch Katiuscia Melis Bonello, Mitorganisatorin und Vorstandsmitglied des Elternvereins, versuchte sich am Rodeo-Sport. Sie zeigte sich mit dem Fest zufrieden und verriet, weshalb die Organisatoren sich für dieses Motto entschieden hatten. «Wir wollten wegen des Jubiläums etwas Besonderes machen. Auf diese Weise haben wir einen roten Faden, der sich durch das Programm zieht.» Auch das Essen — Burger und Kartoffelecken — und die Musik seien auf das Motto abgestimmt. Bonello und das restliche Organisationsteam trugen passend dazu Indianerkostüme.

Das diesjährige Herbstfest schien die Besucher zu begeistern. «Es ist schön, sich mit anderen Eltern zu treffen, wenn es nicht um Hausaufgaben geht», sagte Frauke Greve. Ihr Sohn Erik versuchte sich auf dem Spielbullen. Sie besuche auch andere Anlässe des Elternvereins, wie etwa das Kerzenziehen, die Fasnacht oder den Fackellauf. Das Herbstfest sei etwas Besonderes. Auch Nadine Waldner, die mit ihrer siebenjährigen Noëmi und ihrem vierjährigen Loris in den Wilden Westen kam, genoss den Austausch mit den Eltern und fasste den Tag treffend zusammen: «Das Dorf lebt.»