Dietikon
Wieso wandern Polizisten in andere Gemeinden ab?

In der Fragestunde des Parlaments äusserte sich der Stadtrat unter anderem zur Limmattalbahn, zum Fluglärm und zum Jugendzentrum.

Bettina Hamilton-Irvine
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Begehrt: Dietiker Polizisten auf einem Kontrollrundgang am Bahnhof. Flavio FuOli

Begehrt: Dietiker Polizisten auf einem Kontrollrundgang am Bahnhof. Flavio FuOli

Limmattaler Zeitung

Sie habe erfahren, dass immer wieder Polizisten in andere Gemeinden abwanderten. Wieso dem so sei und ob auch andere Bereiche der Verwaltung von diesem Problem betroffen seien, wollte Julia Neuenschwander (EVP) in der Fragestunde des Dietiker Parlaments wissen. Die Antwort: Polizisten seien «Mangelware» und würden oft abgeworben. Man gehe aber nicht davon aus, dass dies vor allem an den Anstellungsbedingungen läge. Resultate einer Überprüfung und Einreihung der Löhne würden jedoch bis im Sommer vorliegen.

Lernen von der Glattalbahn

Auch die Limmattalbahn wurde in der Fragestunde zum Thema. Josef Wiederkehr (CVP) erkundigte sich beim Stadtrat, was dieser von der Glattalbahn gelernt habe. Stadtpräsident Otto Müller erklärte, man habe sich intensiv mit der Glattalbahn auseinandergesetzt und gelernt, dass eine Stadtbahn ein «wichtiges Instrument» für eine wachsende Region sei. Ausserdem werde sie sicher auch im Limmattal Investitionen auslösen, vor allem entlang dem Trassee. Der Stadtrat wolle in diesem Zusammenhang prüfen, ob entlang den Gleisen eine Änderung der Zonenordnung möglich sei.

Ob sich der Stadtrat wieder einmal dafür eingesetzt habe, dass nicht die grosse Mehrheit aller Flüge ab Zürich Kloten bei Westwindlage über Dietikon hinwegdonnerten, wollte Peter Wettler (SP) wissen. Stadtpräsident Müller sagte, auch er sei in letzter Zeit öfter von Dietikerinnen und Dietiker auf das Problem Fluglärm angesprochen worden. Man habe die entsprechenden Daten angefordert und werde, wenn sich die Zunahme an Fluglärm bestätigen sollte, aktiv werden.

Für die Pläne rund um ein neues Jugendzentrum interessierte sich Alfons Florian (SVP): Er bat den Stadtrat zu erläutern, ob es dazu eine Bedarfsabklärung gäbe. «Der Bedarf ist ausgewiesen», sagte Müller. Die Räume an der Bremgartnerstrasse seien für viele Anlässe zu klein. Die Abteilung Jugend und Freizeit habe den Auftrag, bis im Sommer Vorschläge für neue Lokalitäten zu machen. Zur Diskussion stehe unter anderem eine Zusammenarbeit mit dem Live-Musikklub Sounddock14.

Auf welcher Grundlage das «Gesamtkonzept Aussenwerbung» beruhe, wollte Jörg Dätwyler (SVP) wissen. Müllers Antwort: Es habe keinen normativen Charakter. Die Regeln für die Bereiche Werbeschilder, Beleuchtungen und Schaufenster seien rechtlich gesehen bloss «Richtlinien» für die Baubewilligungen. Das Konzept werde jedoch vom Stadtrat noch verabschiedet.

Neue Sozialfälle

Bezug auf die Revision der Arbeitslosenversicherung, die am 1. April in Kraft trat, nahm Samuel Spahn (Grüne). Sozialvorstand Johannes Felber erklärte, dass sich als Folge davon erst 17 Personen neu auf dem Sozialamt angemeldet hätten. Dies seien weniger als erwartet. Man habe mit einem «lawinenartigen» Ansturm gerechnet, so Felber.