Die Stadt Schlieren verfügt seit vergangenem Sommer über ein sechstes Schulhaus. Mit der Inbetriebnahme des Neubaus Reitmen konnten viele Platzprobleme gelöst werden – aber nicht alle. So müssen Kinder aus dem Schulhaus Kalktarren heute ins neue Schulhaus zum Turnunterricht. Und auch umgekehrt: Schüler aus dem neuen Reitmen gehen zum Turnen ins Kalktarren. Für CVP-Gemeinderätin Sarah Impusino ist das unbegreiflich, und sie wollte vom Stadtrat wissen, weshalb der Stundenplan nicht so angepasst wurde, dass alle Kinder im eigenen Schulhaus turnen können. Die Antwort des Stadtrates liegt nun vor.

Wegfall der gemieteten Halle

Wie der Stadtrat schreibt, konnten bisher nicht alle Turnlektionen in schuleigenen Hallen durchgeführt werden. Die Zumietung der Sporthalle Unterrohr war deshalb nötig. Dies sei jetzt nicht mehr der Fall, verfüge das neue Reitmen doch über eine Dreifachturnhalle. «An den Klassenzahlen in Schlieren hat sich aber nichts verändert.» Heisst mit andern Worten: Die Anzahl der Stunden ist gleich geblieben. Da die Kapazität im Kalktarren mit nur einer Doppelhalle zu klein ist, müssen die Kinder von diesem Schulhaus eine andere Örtlichkeit nutzen.

Auch verweist der Stadtrat darauf, dass Schüler von sämtlichen Stufen, vom Kindergarten bis zur Sekundarschule, unterrichtet würden. «Auf der Sekundarstufe wird nach Möglichkeiten in Halbklassen unterrichtet, getrennt nach Knaben und Mädchen.» Auch dies führe dazu, dass regelmässig Halbklassen im Reitmen turnten, wo Platz vorhanden sei. Um Kleinstklassen zu vermeiden, würden Klassen aber nach Möglichkeit zusammen gezogen. «Wichtig ist vor allem, dass die Kindergarten- und Primarschüler möglichst in schulnahen Turnhallen turnen», schreibt der Stadtrat weiter. Den Sekundarschülern könne hingegen ein Wechsel in ein anderes Schulhaus zugemutet werden.

Abschliessend stellt der Stadtrat in Aussicht, dass durch die Erfahrungen mit dem neuen Schulhaus jedes Jahr «verbesserte, auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmte Stundenpläne» erstellt werden könnten.

Mit der Antwort des Stadtrats ist Gemeinderätin Sarah Impusino mässig zufrieden. «Die Antwort ist umständlich formuliert und es ist mir immer noch nicht ganz klar, weshalb Schülerinnen und Schüler vom neuen Schulhaus mit einer Dreifachhalle ins kleinere Schulhaus Kalktarren wechseln müssen.» Dass früher eine externe Halle zugemietet werden musste, wusste Impusino allerdings nicht.

Gründe sind beim Stundenplan

«Der Grund für den Turnhallenwechsel liegt im Stundenplan begründet», sagt Bea Krebs, Schulpflegepräsidentin und Stadträtin (FDP). Es sei unglaublich schwierig, über die beiden Schulhäuser hinaus die Turnstunden zu planen. So sei beispielsweise die Turnhalle Reitmen am Mittwochvormittag auch durch Kindergärtler besetzt.

Und doch glaubt Krebs, dass mit den Erfahrungen aus den ersten Jahren die Planung der Stunden optimiert werden kann. «Ich rechne damit, dass die Schülerinnen und Schüler im Reitmen irgendwann in der schuleigenen Halle turnen können.» Für das Kalktarren sieht sie diese Möglichkeit weniger. «Dieses Schulhaus wird wohl immer zu wenig Kapazität haben.»