Ein grosses geografisches Fragezeichen beschäftigte diese Woche die Limmattaler Zeitung, die Kantonspolizei, die Stadtverwaltung, die Stadtpolizei und die Feuerwehr Schlieren. Und natürlich auch den Chef der Schlieremer Sicherheitskräfte: Stadtrat Pierre Dalcher.

Doch von vorne: Am Wochenende vermeldete die Kantonspolizei, dass eine Gasexplosion in Schlieren eine Küche zerstört habe. Neben der Kantonspolizei sei auch die Feuerwehr Schlieren im Einsatz gewesen. Die Limmattaler Zeitung berichtete am Montag darüber, schliesslich haben die Männer und Frauen der Feuerwehr und der Kantonspolizei nach erfolgreichen Rettungseinsätzen eine Erwähnung in der Zeitung verdient. Doch dann kam das
E-Mail von der Schlieremer Feuerwehr, sie sei gar nicht im Einsatz gewesen.

Was war denn da los? Gab ein Kantonspolizist in seinem Rapport fälschlicherweise an, er sei zu einem Küchenbrand ausgerückt, und stattdessen lag er auf der faulen Haut oder ging in Schlieren ein Wiener Schnitzel essen? Nein. Des Rätsels Lösung liegt im Werd. Aber Achtung: nicht im Schlieremer Quartier Werd. Sondern limmatabwärts in einem Industriegebiet, konkret an der Strasse Im Werd. Diese liegt in Unterengstringen direkt an der Grenze zu Dietikon – aber sie hat eine Schlieremer Postleitzahl. Dass die Explosion dort passiert ist, weiss die Limmattaler Zeitung inzwischen aus sicherer Quelle. Die Kantonspolizei hat diese Angabe nun gestern auch offiziell bestätigt.

Halten wir also fest: Die Gasexplosion fand in Unterengstringen und nicht in Schlieren statt. Und die Feuerwehr Schlieren war nicht im Einsatz. Vielmehr sind es die Feuerwehr Unterengstringen und die Brandermittler der Kantonspolizei, die den erfolgreichen Einsatz geleistet haben.

Halten wir weiter fest: Der Medienstelle der Kantonspolizei, die sich von der Postleitzahl in die Irre führen liess, kann man ihren Fehler nicht verübeln. Zu kompliziert war die Ausgangslage. Und wie sagt jeweils der Schlieremer Sicherheitsvorstand Pierre Dalcher: «Auch bei der Polizei arbeiten Menschen.»

Und auch beim Zürcher Baurekursgericht arbeiten Menschen. Das zeigt exemplarisch das 47-seitige Urteil zur Dietiker Moorschutzverordnung. Da schreibt doch das Gericht auf Seite 12 von einem Auenobjekt, das sich von Geroldswil bis nach Dietlikon erstrecke. Dietlikon? Man stelle sich das mal vor: Das wäre ein rund 20 Kilometer langes Naturschutzgebiet. Was würde dann mit dem Gubrist passieren? Mit dem Weininger Feld? Und den grossen Stadtzürcher Quartieren Affoltern, Seebach und Oerlikon? Also das ginge zu weit. Noch weiter gar als die Forderungen der Vogelschützer. In der Tat war das alles bloss ein Schreibfehler des Gerichts – womit auch diese geografische Frage geklärt ist. (deg)