Das 100-Jahr-Jubiläum ist gerade einmal zwei Jahre her, und schon hat der  wieder Grund zu feiern. Am Sonntag in zwei Wochen findet die 25. Auflage des Wiesentälilaufs statt. Rund 200 bis 220 vorwiegend junge Läuferinnen und Läufer werden dann oberhalb von Oetwil am Start sein. Auf diese Zahl lassen die Anmeldungen schliessen, die bislang bei OK-Präsident Erwin Hugi eingegangen sind. Die Anmeldefrist läuft noch bis morgen.

Mit 200 Starterinnen und Startern liege man im langjährigen Schnitt, sagt Hugi, langjähriger Präsident des Turnvereins. Beim ersten Lauf 1993 waren gar 260 Teilnehmer dabei. Damals hat es sich um einen reinen Kinder- und Jugendlauf gehandelt. «Einige Vereinsmitglieder haben den Laufwettkampf für die Mädchen- und Jugendriegen gegründet, dies nachdem sie ein Jahr zuvor mit mehreren Kindern am Knoli-Cup teilgenommen hatten», erinnert sich Hugi. Dadurch sei auch der Kontakt mit Ernst Rathgeb entstanden, der 1990 den Jugendlauf-Cup des Knonaus und des Limmattals gründete. «Der Cup bestand damals aus drei von verschiedenen lokalen Vereinen organisierten Läufen. Rathgeb suchte nach einem vierten Organisator und der Turnverein Oetwil-Geroldswil übernahm diese Aufgabe», so Hugi.

Laufwettkampf vor der Haustüre

Der Lauf im Wiesentäli eröffnete fortan den Knoli-Cup, der mittlerweile jedoch nicht mehr existiert. Trotzdem will der Turnverein Oetwil-Geroldswil nicht auf den Wiesentälilauf verzichten. «Wir wollen den Kindern und Jugendlichen weiterhin einen Laufwettkampf vor der Haustüre bieten», sagt Hugi. Wobei schon seit vielen Jahren auch Erwachsene mitlaufen dürfen. «Die Eltern fragten uns, ob sie nicht auch mitmachen könnten», erinnert sich Hugi. So kam es, dass in den ersten Jahren bereits acht Kategorien im Angebot waren, unter anderem eine für Behörden. «In den Anfangsjahren rannten auch Gemeinderäte und Schulpfleger mit», sagt Hugi.

Der Sprinter Marco Cribari war 2008 Olympiateilnehmer in Peking. 1993 nahm er am ersten Wiesentälilauf teil. Dort verteilte er 2009 Autogramme.

Der Sprinter Marco Cribari war 2008 Olympiateilnehmer in Peking. 1993 nahm er am ersten Wiesentälilauf teil. Dort verteilte er 2009 Autogramme.

In jenen Jahren war man noch einiges vom heutigen Standard der Veranstaltung entfernt. Ein Zelt beim alten Cevi-Haus diente als Wetterschutz sowie als Start- und-Ziel-Ort. Die Zeiten wurden von Hand gestoppt. «Das einzige elektronische Gerät, das uns zur Verfügung stand, war ein Computer mit einem rudimentären Laufprogramm, um die Ranglisten zu erstellen», so Hugi. Ein Generator habe den notwendigen Strom geliefert.

Seit 1996 dürfen die Organisatoren die Scheune und die Zufahrtswege beim Bauernhof von Ruedi Lienberger benutzen. Die Zeiten werden immer noch von Hand gestoppt. «Allerdings befinden sich an den heutigen Stoppuhren kleine Printer, die die gelaufene Zeit ausdrucken. Zudem werden die Zieleinläufe mittlerweile gefilmt. Sodass jeder Läufer erfasst wird», sagt Hugi. Überdies wurde im Laufe der Jahre auch das Angebot an Kategorien erweitert. 17 sind es inzwischen. Darunter solche wie Handicap, Eltern-Kind oder Walking. Für Letztere ist unter anderem Knoli-Cup-Gründer Rathgeb gemeldet. Die Laufstrecken betragen zwischen 1,1 Kilometern für die jüngsten Teilnehmer und 4 Kilometern für die Erwachsenen.

Viele treue Teilnehmer

Dass der Wiesentälilauf über all die Jahre eine konstante Teilnehmerzahl verbuchen kann, liegt laut Hugi unter anderem daran, dass es für den Laufsport nicht viel an Ausrüstung braucht. «Es braucht ein Paar Schuhe, Hose und Leibchen. Mehr nicht», sagt er. Zudem würden mittlerweile Teilnehmer der ersten Stunde mit ihren eigenen Kindern am Lauf mitmachen. «Wir haben viele treue Läufer», so der OK-Präsident.

Einer davon ist Thomas Beck. Der Geroldswiler, der als Langstreckentrainer beim Leichtathletik-Club Zürich tätig ist, hat kaum einen Lauf verpasst und war auch an der ersten Austragung dabei. Für ihn als Geroldswiler und Turnvereinsmitglied ist es selbstverständlich, am Wiesentälilauf teilzunehmen. «Das gehört einfach dazu», sagt er. Es sei ein schöner Lauf, der rauf und runter gehe. Das Drumherum mache den besonderen Reiz aus. «Anders als etwa beim Zürichlauf-Cup gibt es am Wiesentälilauf keine Garderoben. Gerade das aber macht ihn zu etwas Speziellem», so Beck. Wie viele andere Kinder habe er durch den Laufwettbewerb oberhalb von Oetwil und Geroldswil zum Laufsport gefunden. «Beim Laufen kann ich abschalten, mich erholen und Kraft sammeln für die Arbeit», sagt Beck.

Ein anderer Läufer, der einst seine Karriere beim Turnverein Oetwil-Geroldswil startete und auch am Wiesentälilauf teilnahm, ist Marco Cribari. Der ehemalige 100- und 200-Meter-Läufer aus Oetwil war mehrfacher Schweizer Meister und 2008 Olympiateilnehmer in Peking.

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