Es ist die neuste in einer langen Reihe von Ideen, wie man den Rapidplatz im Dietiker Quartier Limmatfeld nutzen und endlich beleben könnte: Das Public Viewing während der Fussball-Europameisterschaft 2020 soll voraussichtlich auf dem Rapidplatz stattfinden. Das sagte Roger Zeindler, der momentan das Weltmeisterschafts-Public-Viewing auf dem Kirchplatz betreibt, letzen Mittwoch in dieser Zeitung.

Er müsse wegen der geplanten Limmattalbahn-Baustelle zügeln. Darüber, dass der Rapidplatz belebt werden soll, ist sich die Dietiker Politik weitgehend einig. Der Platz wirkt oft trostlos und das Gewerbe beklagt sich über die tiefe Passantenfrequenz. Die Frage ist nur: Was genau soll auf den Platz kommen? Peter Metzinger, FDP-Gemeinderat und Präsident des Quartiervereins Limmatfeld, hat ein Postulat eingereicht, das den Stadtrat auffordert, dies zu klären. Er soll ein Gesamtkonzept ausarbeiten, das vorhandene und neue Ideen sinnvoll kombiniert.

«Es braucht einen Zwischenhalt. Denn es dürfen keine vollendeten Tatsachen geschaffen werden, die andere sinnvolle Nutzungen verhindern», sagt Metzinger auf Anfrage. Sein Postulat stiess auf grossen Zuspruch. Mit 17 Mitunterzeichnenden hat es der halbe Gemeinderat unterschrieben.

Vom Markt bis Fitness

Die Liste der Ideen für den Rapidplatz ist bereits jetzt lang. Die Stadt hat Anfang Mai den «Fiirabigmärt» ins Leben gerufen, der jeden Mittwoch stattfindet und bereits viele Besucher anzieht. Ausserdem will der Stadtrat bewegliche Fitnessgeräte und die Plastik Joy des Künstlers Josef Staub auf den Platz stellen. Von der SP wurde ein Kinderspielplatz angeregt.

Metzinger sagt, auch ein Public Viewing sei grundsätzlich nicht ausgeschlossen. «Es ist wichtig, dass genügend Freifläche übrig bleibt, damit auch solche Veranstaltungen oder zum Beispiel Konzerte möglich sind.» Prinzipiell fände er die Ideen, die bisher aufgeworfen wurden, gut. Schliesslich stelle der Rapidplatz eine öde Fläche dar, die nicht zum Verweilen einlade und dringend belebt werden müsse.

Im Quartierverein, den Metzinger präsidiert, habe man weitere Ideen gesammelt: so etwa Bäume als Sichtschutz, Wasserspiele, ein Café oder einen Biergarten sowie Sitzgelegenheiten, die über die Stühle, die schon jetzt dort stehen, hinausgehen. Metzinger fordert im Postulat, dass das Konzept in «Zusammenarbeit mit dem Quartierverein» erstellt wird. Er kenne die Bedürfnisse des Quartiers am besten und könne wertvolle Inputs liefern. Bezüglich der Fitnessgeräte will Metzinger, dass das im Limmat-Tower ansässige Fitnessstudio miteinbezogen wird.

Ebenfalls im Postulat steht die Forderung nach einem Kinderspielplatz, die Metzinger von der SP übernommen hat. Darum verzichteten die Sozialdemokraten darauf, selbst ein Postulat einzureichen, wie Ernst Joss, Präsident der SP/AL-Fraktion, erklärt. Als man vor den Gemeindewahlen für einen Tag eine Hüpfburg aufgestellt hat, sei der Zuspruch enorm gewesen. «Deshalb ist ein Kinderspielplatz eine tolle Idee», so Joss, der Metzingers Postulat unterschrieben hat. «Es ist aber vernünftig, dass man die Belebung des Rapidplatzes nicht stückchenweise anschaut, sondern seriös plant.»

Kein 50-Seiten-Wälzer

Alt Stadtpräsident Otto Müller (FDP) hatte in der Fragestunde Anfang Mai im Parlament für den Stadtrat gesagt, dass man wie beim Kirchplatz ein Nutzungsreglement erstellen will. Das genügte Metzinger nicht: «Ein Nutzungsreglement regelt nur das Wie, aber nicht, was genau auf den Platz kommen soll.» Sein Postulat wird nun am Donnerstag im Gemeinderat behandelt.
Doch muss man danach als Konzept einen 50-Seiten-Wälzer erwarten, der alles bis ins kleinste Detail regelt? Metzinger sagt: «Hoffentlich nicht. Das Konzept sollte nur das Notwendigste regeln. Das dafür gut durchdacht und so klar wie möglich.»