Dietikon
Wie heissen diese Schüler? Mitarbeiter des Ortsmuseums suchen Namen zu Klassenfotos

Am Stadtfest Dietikon haben die Mitarbeiter des Ortsmuseums einen Stand. Dort können die Festbesucher die Namenslegenden zu Klassenfotos vervollständigen.

Lydia Lippuner
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Name gesucht: Der Lehrer und Schriftsteller Traugott Vogel (1894 - 1975) steht hinter der Dietiker Schulklasse im Jahr 1922.

Name gesucht: Der Lehrer und Schriftsteller Traugott Vogel (1894 - 1975) steht hinter der Dietiker Schulklasse im Jahr 1922.

Zur Verfügung gestellt

Brav, mit verschränkten Armen sitzen die Kinder in ihren Bänken. Den Blick starr nach vorne, kaum ein Lächeln ist auf dem Klassenfoto im Ortsmuseum zu erkennen. Das war vor 96 Jahren. Die aktuelleren Klassenfotos im Dietiker Ortsmuseum sind nicht nur farbiger, sondern auch fröhlicher. Doch bei den älteren sowie bei den neueren ist die Legende mit den Namen der Schüler lückenhaft oder ganz leer. Das soll sich nun ändern: Die Mitarbeiter des Ortsmuseums haben einen Stand am Stadtfest, bei dem die Besucher die Namenslegenden vervollständigen können. «Wir stellen eine Kartei mit 100 Fotos aus», sagt Regula Stauber, die Leiterin des Ortsmuseums.

Damals waren Fotos noch eine Rarität: das Primarschulhaus Dietikon im Jahr 1920.

Damals waren Fotos noch eine Rarität: das Primarschulhaus Dietikon im Jahr 1920.

Zur Verfügung gestellt

Schüler ohne Namen

Doch solche Klassenfotoarchive gibt es nicht nur im Ortsmuseum in Dietikon: Das Staatsarchiv des Kanton Zürich verfügt über alle Klassenfotos, die die Fotografen Hubert und Walter Haagmann zwischen 1927 und 1995 im Kanton Zürich und in Nachbarkantonen aufgenommen haben. Bei diesen Fotos fehlen die Namen der abgebildeten Schülerinnen und Schüler jedoch komplett. Der Dietiker Kommission für Heimatkunde dagegen ist es schon seit Jahren ein Anliegen, dass die Gesichter auf den Klassenfotos einen Namen erhalten. «Wir sammeln die Fotos bereits seit rund 40 Jahren», sagt Stauber.

«Wir sammeln die Fotos bereits seit rund 40 Jahren.»

Regula Stauber, Leiterin der Dietiker Kommission für Heimatkunde und des Dietiker Ortsmuseums

Die Fotos, die die Kommission für Heimatkunde am Samstag und Sonntag am Dietiker Stadtfest zeigt, sind nur ein Bruchteil des Archives. «Am Sonntag können Interessierte Dutzend weitere in unserem Archiv anschauen», sagt sie. Mittlerweile hat das Ortsmuseum auch eine Datenbank, mithilfe derer die Fotos nach Lehrer- oder Schülernamen durchsucht werden können.

Datenschutz für die Fotos

Bisher spielten Lehrpersonen oder Schüler dem Museum die Fotos zu. Doch im Zeitalter der virtuellen Vernetzung macht der Datenschutz seinen Einfluss auch auf die gedruckten Fotos geltend. Heute dürfen die Lehrer Klassenfotos mit Schülernamen nicht ohne Einwilligung der Eltern dem Ortsmuseum weitergeben. «Letztes Jahr fragte eine Kindergärtnerin tatsächlich alle Eltern und brachte uns das Foto», sagt Stauber.

Um die vorhandenen Fotos zu vervollständigen, können die Stadtfestbesucher die Kartei der vergangenen Schuljahre durchstöbern. Wer sein Gesicht oder das eines Freundes gefunden hat, darf den entsprechenden Namen in der Liste eintragen. «Auch Klassenfotos aus dem eigenen Fotoalbum sind willkommen», sagt Stauber.

Der Stand des Stadtvereins (Standnummer 32) auf dem Rapidplatz wird am Samstag von 11.30 bis 20 Uhr und am Sonntag von 10 bis 14 Uhr betreut. Das Ortsmuseum ist am Sonntag von 10 bis 16 Uhr offen.