Dietikon

Wie gefährlich ist der «tote Winkel»? - Er kann ganze Schulklassen verschlucken

Die Schüler des Steinmürli Schulhauses erleben vom Lastwagensitz aus, wie gefährlich der «tote Winkel» sein kann.

Gerade waren die Sechstklässler von Lucrezia Augustin noch im Rückspiegel zu sehen. Doch plötzlich sind sie weg, wie vom Erdboden verschluckt. «Wow, ich sehe sie wirklich nicht mehr», ruft ein verblüffter Primarschüler, der in einem Lastwagen der Planzer Transport AG sitzt.

Das Dietiker Transportunternehmen macht ihn und seine Schulkollegen zusammen mit Peter Baumann, Instruktor der Kantonspolizei Zürich, an diesem Dienstag auf eine wichtige Gefahr im Strassenverkehr aufmerksam; den «toten Winkel». Den Winkel also, in dem Lastwagenführer nichts sehen können und der eine grosse Gefahrenzone für Fussgänger und Fahrradfahrer darstellt.

«Ab der 5. Klasse können die Schüler die Veloprüfung machen, deshalb ist jetzt der perfekte Moment für die Schulung. Sie wird alle drei Jahre von den Dietiker Schulen durchgeführt», sagt Martin Imhof, Schulleiter der Schuleinheit Steinmürli.

Dieses Mal ist auch Nils Planzer, CEO der Planzer Transport AG, vor Ort. «Es ist eindrücklich zu sehen, wie die Schulkollegen plötzlich im Rückspiegel verschwinden», sagt er. Würden die Schüler das eingeschränkte Blickfeld eines Lastwagenführers erst einmal sehen, könnten sie sich besser in seine Lage versetzen.

In den 17 Jahren, in denen er für das Transportunternehmen arbeitet, kam es zwar erst zwei Mal zu einem Unfall mit einem Kind. Unterschätzen dürfe man die Gefahr jedoch nicht, findet Baumann: «Der Name ‹toter Winkel› kommt nicht von ungefähr. Meist enden diese Unfälle tödlich.» Planzer hält deshalb auch seine Lastwagen auf dem neusten Stand. «Die Rückspiegel werden immer grösser und es gibt bereits Weitwinkelkameras. Ein Restrisiko bleibt aber leider bestehen», so Planzer.

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