Birmensdorf

Wie die Hirtenmesse Rybas den Weg in die Herzen fand

Die vielen roten Kerzlein und Kerzen überall im Raum brachten am Sonntagabend eine adventlich-weihnächtliche Stimmung ins Birmensdorfer Gotteshaus. Der Oekumenische Singkreis gab in der reformierten Kirche sein Adventskonzert.

Doch der goldene Stern auf der Kanzel überstrahlte beim Eröffnungsgesang «Weihnachten» alles. Noch hörten die Besucher in der voll besetzten Kirche im Dunkeln zu. Die sechs biblischen Lieder von Antonin Dvorák - einfühlsam vorgetragen vom Bariton Tobias Schmid und dem Oekumenischen Singkreis Birmensdorf-Aesch - passten so wunderschön zum zweiten Adventssonntag.

In Böhmen gilt sie als die Weihnachtsmesse schlechthin und erfreut sich dort seit ihrer Entstehung vor über zweihundert Jahren grösster Beliebtheit. Die Rede ist von der «Böhmischen Hirtenmesse» von Jakub Jan Ryba, die man in der Christnacht des Jahres 1796 erstmals aufführte. In seiner ebenso fröhlichen wie feierlichen Musik lässt der tschechische Komponist das weihnachtliche Geschehen aus der Sicht der Hirten lebendig werden.
Dass die in Tschechien so beliebte «Böhmische Hirtenmesse» auch den Weg in die Herzen der Birmensdorfer Zuhörer fand, lag darüber hinaus an der mitreissenden Interpretation, die die Sängerinnen und Sänger, die ad hoc Musiker unter der souveränen Leitung von Dirigentin Rosette Roth Bieder darboten.

Raumfüllender Bariton

Mit dem Tenor Dirk Jäger, dem Bass-Bariton Tobias Schmid und Ute Kleiber als Chorsolistin waren die Solopartien hochrangig besetzt, wobei besonders Tobias Schmid mit seinem raumfüllenden Bariton auf sich aufmerksam machte. Aber auch die Organistin Anna Buczek Merz brillierte an der Königin der Instrumente. Harmonisch fügten sich Chor, Orchester, Orgel und Solisten zu einer Einheit, die alle Tempo- und Tonartwechsel flüssig und schwungvoll absolvierte.

Gemeinsames «O du fröhliche»

Eindrucksvoll gelang es dem Singkreis die unterschiedlichen Stimmungen der einzelnen Chorpartien umzusetzen, das fröhliche «Halleluja» zu Beginn der Hirtenmesse ebenso wie die zarte Wiegenmelodie im Benedictus, die innige Bitte um Frieden im Agnus Dei und schliesslich den mächtigen Schlusschor. Das gemeinsam gesungene «O du fröhliche» war dann gewissermassen der krönende Abschluss des festlichen Adventskonzertes.

So sagte Rita Konrad aus Höngg: «Das Konzert war wunderbar. Ich habe auch die stimmungsvolle Ambience in der Kirche genossen.» Kurt Steiner aus Urdorf meinte: «Das Zusammenspiel von Chor, Solisten, Orgel und dem Ad-hoc-Orchester hat mir ganz speziell gefallen.» Das Konzert in dieser Wärme habe zum Schein der vielen Kerzen gepasst, so der Birmensdorfer Pastoralassistent. Und schliesslich sagte Rosette Roth Bieder, seit zehn Jahren Dirigentin des Oekumenischen Singkreises Birmensdorf-Aesch: «Die Organistin der reformierten Kirche hat den Gesang glanzvoll begleitet. Der Gesamtchor und ebenso die Berufsmusiker haben zum gelungenen Konzert beigetragen.»

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