Widerstände waren sich die Fussballpioniere gewohnt. Noch 15 Jahre nach der Gründung des FC Dietikons im Jahr 1908 wurden dessen Mitglieder als «minderwertiger Abschaum» bezeichnet, wie der Vereinschronik zu entnehmen ist. Lehrer untersagten ihren Schülern, an Fussballspielen teilzunehmen oder sich solche auch nur anzuschauen. Die Ablehnung durch weite Teile der Bevölkerung war für die Fussballer oft noch das geringste Problem, ein viel drängenderes bestand für viele Vereine darin, überhaupt einen geeigneten Platz für Training und Spiele zu finden. Mit Geduld, Hartnäckigkeit und Improvisationsvermögen ist ihnen das schliesslich gelungen.

Im Limmattal haben heute alle Clubs eine eigene Anlage, auf der sie ihre Heimspiele austragen können und die einen geregelten Trainingsbetrieb zulässt. Viele von ihnen verfügen sogar über einen Kunstrasenplatz, wie neuerdings auch der FC Uitikon. Erst Ende Dezember wurde das neue Schmuckstück auf dem Sürenloh offiziell eröffnet.

Von solchen Verhältnissen konnten die Limmattaler Fussballvereine bei ihren Gründungen nur träumen. Der älteste Club des Limmattals, der FC Dietikon, führte in seinen Anfangsjahren ein Nomadenleben. Kaum ein Grundbesitzer war gewillt, den jungen Fussballern eine Wiese zur Verfügung zu stellen. Deshalb mussten im Gründungsjahr sämtliche Spiele auswärts ausgetragen werden. 1909 fanden die Fussballer eine erste Heimat auf der Wiese von Bäckermeister Büchler, die sich gegenüber dem Hotel Sommerau befand.

Lange dauerte dieser Zustand jedoch nicht an. Ihr nächstes Spielfeld bezogen die Sportler in der Au auf einem der Gemeinde gehörenden Platz, danach zogen sie weiter an den Schäflibach und zu guter Letzt landeten sie auf einer Wiese beim Bahnübergang. Dem dortigen Landbesitzer mussten die Fussballer eine Entschädigung für die Nutzung von 25 Franken entrichten. Eine gewisse Kontinuität stellte sich erst ein, als der Verein 1912 einen Platz an der Reppisch bezog. Neun Jahre trug man dort Spiele aus, auch dann, als es aufgrund der Maul- und Klauenseuche untersagt war, öffentliche Veranstaltungen durchzuführen. Für dieses Vergehen wurde der Verein 1920 mit 14 Franken gebüsst.

Spielwiese diente auch als Weide

Kurz nach dieser Episode nahm der damalige Präsident des FCD, Lorenz Wiederkehr, mit der Bürgergemeinde Verhandlungen über einen Fussballplatz unterhalb der Limmatbrücke auf. Sie waren von Erfolg gekrönt. Allerdings musste sich der Verein noch etwas gedulden, ehe die Dornau fertiggestellt wurde. Deshalb spielten die Fussballer noch während eines Jahres auf einer Wiese des Landwirtes Rudolf Haug. Dort galten besondere Regeln. Abgesehen von den Spieltagen wurde der Platz weiterhin als Weidegrund genutzt. Zudem mussten die Fussballer ihrem Verpächter zusichern, dass sie es den Schülern untersagen auf dem Areal zu spielen.
Am 20. August 1922 war es dann soweit. Die Dornau, wo der FC Dietikon noch heute seine Heimstätte hat, wurde offiziell eingeweiht. Bei Gegnern war sie schon bald gefürchtet. Immer wieder gab es Reklamationen über das unanständige Verhalten des Dietiker Publikums. Gar von einer Saubande war in einem Beschwerdebrief die Rede. Beim Club ging man mit solcherlei Kritik gelassen um.

Weit weniger entspannt nahmen es Teile der Bevölkerung in Schlieren hin, dass junge Männer Anfang des 20. Jahrhunderts einen Fussballclub gründen wollten. Bereits 1911 wurde dort dem runden Leder nachgejagt. Deshalb sollte sieben Jahre später auch Vereinsstrukturen geschaffen werden. Auf einem Platz wurden Tore bereitgestellt und ein Termin für ein Freundschaftsspiel fixiert. Damit wollte man die Gründung des FC Schlieren feiern. Soweit kam es jedoch nicht. In der Nacht vor dem Spiel zersägten Unbekannte – gemunkelt wurde, dass es sich um Mitglieder des Turnvereins handelte – die Tore. Der Gründungsakt fiel ins Wasser. Nachgeholt wurde er am 21. März 1921.

Erste Spielstätte war der Sportplatz «am Kanal», eine Wiese zwischen der heutigen Rietbachstrasse und der Bahnlinie. Ausser den beiden Torgehäusen und dem Drahtgeflecht, das als Ballfänger zum nahe gelegenen Färbibach hin diente, erinnerte jedoch kaum etwas an einen Fussballplatz. Die Wiese war derart lehmig, dass sie bei Regengüssen unbespielbar wurde. Deshalb gelangte der FCS immer wieder an den Gemeinderat mit der Bitte, endlich ein Spielfeld zu erstellen, das diesem Namen auch gerecht wird.

Es dauerte bis ins Jahr 1946, ehe der Wunsch des Vereins erhört wurde. Mit der Stadt Zürich konnte ein Vertrag über die Benutzung des Platzes östlich der Nordrampe der Überführung Engstringerstrasse abgeschlossen werden. Ein Jahr später bewilligte die Gemeindeversammlung einen Kredit über 75 000 Franken für den Bau eines Garderobengebäudes und einer kleinen Zuschauertribüne. Bis 1982 trugen die Schlieremer dort, wo sich heute das Sony-Gebäude befindet, ihre Heimspiele aus. Dann kündigte die Stadt Zürich den Vertrag für die Nutzung des Platzes. Der Fussballbetrieb wurde ins Zelgli verlegt, wo der FCS heute noch heimisch ist.

Ein Schlauch diente als Dusche

Seit je her trägt der 1925 gegründete FC Engstringen seine Heimspiele im Gebiet Oberwerd nahe der Limmat aus. Allerdings war man in den Anfangsjahren noch weit davon entfernt, von einer Sportanlage zu sprechen. Insbesondere mangelte es den Fussballern Jahrzehnte lang an Garderoben in Platznähe. Umziehen mussten sie sich im Restaurant Freihof an der Dorfstrasse und von dort einen rund fünf minütigen Fussmarsch zum Spielfeld zurücklegen. Als Dusche diente den Sportlern ein Schlauch hinter der Beiz. An diesem Umstand änderte sich erst etwas, als die Sportanlage Brunewiis mit Turnhallen, Lehrschwimmbecken und Garderoben 1964 eröffnet wurde. Zudem musste der Fussballplatz wegen des Autobahnbaus in jenen Jahren versetzt werden.

Über fünf Jahre musste der FC Birmensdorf nach seiner Gründung 1948 warten, ehe er sein erstes Heimspiel austragen konnte. Möglich machte das die Gemeindeversammlung, die 1950 dem Kauf von Land an der Lielistrasse zustimmte. Mit 72 zu 41 Stimmen sagte sie Ja zu einem Kredit von 36 000 Franken. Richtig heimelig wurde es auf dem Sportplatz Geren, als die Vereinsmitglieder 2002 in Fronarbeit ihr neues geräumiges Clubhaus erstellten. Zu jener Zeit wurde auch der zweite Platz in Betrieb genommen.

Training nur in Turnschuhen

Ausschliesslich Auswärtsspiele musste auch der 1968 gegründete FC Urdorf bestreiten, bis 1972 der Fussballplatz Klösterli, wie man ihn damals noch schrieb, gebaut wurde. Trainiert wurde bis dahin auf der Schulhauswiese, allerdings nur in Turnschuhen. Zwei Jahre später, 1974, kam in der Weihermatt ein zweites Feld hinzu. Ende der 1980er-Jahre drohte dem Chlösterli jedoch das Aus. Die Gemeindeversammlung sicherte 1990 aber den Fortbestand des Platzes. Sie stimmte einem Tauschgeschäft zwischen der Gemeinde und einer Erbengemeinschaft zu, auf deren Land sich das Fussballfeld befand. Das in einer Reservezone gelegene Areal wurde der zweigeschossigen Wohnzone mit Gewerbeerleichterung zugewiesen. Als Gegenleistung übernahm die Erbengemeinschaft die Kosten für die Verlegung des Fussballplatzes ins angrenzende Gebiet Geren. Die Gemeinde erhielt das Land in einem Baurechtsvertrag von 50 Jahren. Damit kam der FC Urdorf zu seiner heutigen Fussballanlage.
Seinen heutigen Fussballplatz Sürenloh konnte der FC Uitikon Ende 1980 in Betrieb nehmen. Dies nachdem die Gemeindeversammlung zwei Jahre zuvor dem Bau zugestimmt hatte. Davor musste der 1976 gegründete Verein auf dem Fussballplatz der nahe gelegenen Erziehungsanstalt seinem Hobby nachgehen.

Auch der jüngste der Limmattaler Fussballclubs, der FC Oetwil-Geroldswil, musste sich nach seiner Gründung 1982 lange gedulden, bis er im Werd heimisch wurde. Um am Meisterschaftsbetrieb des Zürcher Fussballverbandes teilnehmen zu können, musste der Verein einen Platz haben. Er mietete sich zuerst auf der Dietiker Dornau und später auf der Sportanlage Juchhof 3 in Zürich Altstetten ein. Schon damals wünschten sich die Fussballer einen eigenen Platz. Eine Begehrlichkeit, die mit der Gründung der Juniorenabteilung 1995 noch weiter wuchs. Vorerst trainierten und spielten die jungen Fussballer aber auf den Schulanlagen in der Fahrweid, in Geroldswil und in Oetwil. Mittlerweile hatten die Gemeindeverantwortlichen erkannt, dass eine Lösung gesucht werden muss. Dies führte dazu, dass die drei Gemeinden Weiningen, Geroldswil und Oetwil gemeinsam nach einem geeigneten Standort suchten. An den Gemeindeversammlungen im Juni 2000 gaben die Stimmberechtigten der jeweiligen Gemeinden dann grünes Licht für den Bau einer Anlage im Werd. 2003 wurde der Sportplatz eingeweiht. Damit hatte auch der letzte Limmattaler Fussballverein ein Zuhause.