Dass man an Heiligabend einen Tannenbaum in seinem Wohnzimmer stehen hat, ist vielen eine geschätzte Tradition. Der Baum wird mit Kugeln und allerlei Sachen schön geschmückt, und die Geschenke darunter platziert.

Nach den Feiertagen bleiben die Bäume – wenn überhaupt – jedoch nur noch wenige Tage im Wohnzimmer. Dann werden sie entsorgt. Doch was passiert mit den Weihnachtsbäumen, die zwar abgeschnitten und zum Verkauf angeboten werden, welche die Käufer aber verschmähen?

Réne Werffeli, der vor Weihnachten jeweils in Geroldswil Christbäume verkauft, verwendet seine übrig geblieben Tannen als Tierfutter für seine Papageien, wie er sagt. «Die Tiere können auf der Rinde und auf den Tannennadeln herumpicken. Das Restholz wird dann zu Hackschnitzel verarbeitet», sagt der Weininger. Auch Martin Gross vom Zürcher Forstpersonalverband, dass unverkaufte Tannen häufig für Tiere bereitgestellt werden. «Pferde oder Geissen beissen gerne an den Nadeln herum oder nagen die Rinde ab», sagt er. Was danach noch übrig bleibe, werde in den Häcksler geworfen.

Ähnlich verläuft dieses Verfahren auch beim Grossisten Coop. Gemäss Mediensprecher Urs Meier werden die Restbestände an Christbäumen zurückgezogen, geschreddert und kompostiert. Das gehäckselte Holz wird dann zum Beispiel an den Wildnispark Zürich Langenberg als Tierfutter weitergegeben.

Aus der Stube in den Garten

Eine weitere Möglichkeit, die Tannenbäume sinnvoll zu verwenden, sieht René Werffeli darin, dass man sie im Garten oder im Wald als Futterstelle aufstellt. «An den Tannen können dann Futtersäcke für die Vögel angebracht werden, damit diese auch in der Winterzeit genug Nahrung finden», erklärt er.

Auch können die Äste wiederverwertet werden. Zum Beispiel kann man diese als Abdeckung für sein Gartenbeet verwenden. Dadurch werden die Pflanzen vor der Kälte geschützt. Vor allem bei empfindlichen Gartenpflanzen lohne sich diese Methode, sagt Werffeli.

Allgemein ist es jedoch so, dass nach dem Christbaumverkauf nicht viele Bäume übrig bleiben. «Man fällt nur so viele Bäume, wie die Leute benötigen», sagt Gross. Wenn dann keine Tannen mehr übrig seien, würden im Notfall noch welche gefällt. Dies allerdings auf Bestellung der Kunden.

Bei Werffeli sieht dies ähnlich aus. Von seinen Tannen bleiben am Schluss jeweils rund fünf Prozent übrig. Viele Bäume sind das nicht: Das Angebot entspreche im Normalfall in etwa der Nachfrage. «Das Ziel ist natürlich, keine Bäume übrig zu haben. Darum orientiere ich mich an den Verkaufszahlen des Vorjahrs, um abschätzen zu können, wie viele Bäume dieses Jahr gefällt werden sollen», sagt der Unternehmer.