Aesch
Wie der 11-jährige Chris Hafner in seinem Boliden die Strassen herunterflitzen will

Voller Stolz stemmt der 11-jährige Chris Hafner aus Aesch seine beiden Pokale in die Luft. Zum vierten Mal wird er am kommenden Sonntag beim Seifenkistenrennen in Birmensdorf teilnehmen.

Fabienne Wildbolz
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Wird seine rote Seifenkiste Chris Hafner zu seinem ersten Sieg verhelfen? Zweimal erreichte er bereits den dritten Platz. FAW

Wird seine rote Seifenkiste Chris Hafner zu seinem ersten Sieg verhelfen? Zweimal erreichte er bereits den dritten Platz. FAW

Limmattaler Zeitung

«Zweimal habe ich den dritten Platz belegt, jetzt kämpfe ich um den Sieg», sagt er und lächelt herausfordernd.

Leidenschaft liegt in der Familie

Sein Interesse für das Seifenkistenfahren, so Chris, sei geweckt worden, als er in der Garage seines Elternhauses den roten Boliden seines Götti und mehrere Pokale entdeckt habe. Sofort habe er wissen wollen, was es damit auf sich hatte.

Lächelnd fügt der Vater Heinrich Hafner an: «Nachdem er das erste Mal in der Kiste sass, informierte ich mich sofort über mögliche Rennen in der Gegend.» Mit Freude habe er festgestellt, dass die Plauschrennen aus seiner Kindheit immer noch durchgeführt wurden. Mittlerweile sei er sogar dem Organisationsteam beigetreten und engagiere sich mit Herzblut für die fröhlichen Anlässe.

Spassfaktor zählt

Glücklicherweise sei der rote Flitzer, so der Vater, trotz seiner 25 Jahre noch in bester Verfassung. Man brauche lediglich die Sitzposition der Kiste, die Chris’ Götti als kleiner Junge gefahren habe, zu justieren.

Nicht alle jedoch nehmen die Seifenkistenrennen so entspannt: So sind die Wettkämpfe schweizweit professionell aufgezogen und es gibt ein offizielles Derby mit rund 21 Rennen. Zudem steht den Rennbegeisterten ein fast ebenso grosses Angebot an Bauteile für ihre Holzkisten zur Verfügung wie in der Formel 1.

Für Chris’ Eltern jedoch zählt in erster Linie, dass ihr Sohn Spass an der Sache hat. «Bis jetzt findet er immer noch grossen Gefallen am Plauschrennen in Birmensdorf», erzählt Mutter Nicole Hafner. Solange er nicht mehrmals im Jahr an diesen temporeichen Abfahrten teilnehmen wolle, wäre ihnen dies auch Recht, ergänzt der Vater.

Schmunzelnd fügt Chris an: «Im Gegensatz zu vielen meiner Schulkollegen, habe ich überhaupt keine Angst vor Geschwindigkeit.»

Training mit Hindernissen

Einzig das Training, so der Vater, erweise sich als ziemlich schwierig. Im letzten Jahr habe er zusammen mit dem Grossvater extra eine Strecke abgesperrt, damit sein Sohn diese ungefährlich herunterflitzen konnte.

Leider würde diese Aktion aus zeitlichen Gründen dieses Jahr nicht mehr drinliegen. Dafür, betont Chris, habe ihm sein Vater die Strecke mit all ihren Schikanen aufgezeichnet. Diese gelte es nun zu studieren: «Wichtig wird es sein, die perfekte Linie zu finden.»