Halloween
Wie bunt es die Halloween-Chaoten in der Nacht trieben

Der Brauch kommt von Amerika und hielt die Zürcher Polizei in der letzten Nacht auf Trab. Der Grund: Chaoten nutzten die Halloween-Nacht aus, um zu randalieren.

Katja Landolt
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Jahr für Jahr ziehen Kinder und Jugendliche an Halloween durch die Gassen, am letzten Oktoberabend, der Nacht vor Allerheiligen. Während die Harmlosen an Haustüren klingeln und nach amerikanischem Vorbild mit hohlen Händen «Süsses oder Saures» verlangen, halten die Übermütigen die Polizei auf Trab, schmeissen und schmieren mit Eiern und Rasierschaum um sich und stellen Blödsinn an.

Im Kanton Zürich sind Patrouillen der Kantonspolizei Zürich und der Kommunalpolizei mehr als 70 Mal ausgerückt, wie die Kapo in ihrer gestrigen Bilanz schreibt. Allein im Bezirk Dietikon gingen zehn Meldungen bei der Kapo ein, hauptsächlich wegen Eierwerfern. «Um 20 Uhr hat sich eine Person aus Dietikon gemeldet, die Jugendliche vom Eierwerfen abhalten wollte und daraufhin tätlich angegriffen wurde», sagt Mediensprecherin Esther Surber. Verletzt worden sei bei dieser Auseinandersetzung aber niemand.

In Oberengstringen wurde eine Fahne angezündet. Vermutlich Schlimmeres verhindert haben Patrouillen eines privaten Sicherheitsdienstes und der aufsuchenden Jugendarbeit: «Wir haben rund 50 Jugendliche angetroffen, die wir versucht haben, vom Seich-Machen abzuhalten», sagt die Oberengstringer Jugendarbeiterin Sandra Jenny. Man habe die Jugendlichen auf die Konsequenzen ihres Handelns hingewiesen – mit Erfolg. «Eine Gruppe hat daraufhin ihre Jacken geöffnet und Eierschachteln darunter hervorgezogen und diese im Abfallkübel entsorgt.»

Eierwerfen steht hoch im Kurs

In Zürich hat die Stadtpolizei 40 Einsätze verzeichnet, wie sie gestern mitteilte. Bis Mitternacht seien hauptsächlich Eierwürfe gegen Fassaden und Fenster gemeldet worden. «Einige Male wurden Knallkörper gezündet und parkierte Autos eingeschäumt», so die Mitteilung. Im Kreis 5 haben Halloween-Chaoten einen Container in Brand gesetzt. Auf dem ganzen Stadtgebiet wurden durch die Stadtpolizei Personenkontrollen durchgeführt. Laut Mitteilung seien bisher aber keine Meldungen von grösseren Beschädigungen eingegangen.

Die Eierwerfer – dieses Jahr wohl kantonsweit das grösste Übel. «Es wurden heuer sehr viele Eier geworfen», sagt Surber. Rund die Hälfte der im Kanton Zürich registrierten Fälle gingen auf die Konti der Eierwerfer, die ihre Geschosse gegen Fassaden und fahrende Autos sowie in einem Fall gegen einen Zug schmetterten. In einigen wenigen Fällen wurden laut Mitteilung der Kapo Steine gegen Fahrzeuge geschleudert. Wie in Dietikon gerieten auch in Elsau und Schwerzenbach Personen, die Jugendliche vom Eierwerfen abhalten wollten, mit diesen aneinander. In Brütten wurde eine Gruppe jüngerer Kinder von Jugendlichen angegangen. In allen Fällen gab es keine Verletzten.

Anzeige gegen unbekannt

Beim Eierwerfen allein aber blieb es nicht: In Dübendorf und Affoltern am Albis setzten Unbekannte einen Abfalleimer in Brand, in Horgen wurde eine Holzskulptur angezündet. In Rümlang schlugen Unbekannte die Fensterscheibe eines Schulzimmers ein und warfen brennbares Material ins Innere. Wie die Kapo schreibt, war das Ausrücken der Feuerwehr in keinem der Fälle nötig.

Surber hält fest, dass dieses Jahr zwar mehr angerichtet wurde als noch 2010, der Sachschaden aber kleiner ausfalle. Dieser werde auf mehrere tausend Franken geschätzt. Die Stadtpolizei Zürich schreibt, dass insgesamt weniger Einsätze registriert worden als im Vorjahr.

Mit welchen Konsequenzen haben die Randalierer zu rechnen? «Alle Geschädigten haben das Recht, Anzeige gegen unbekannt zu erstatten», sagt Surber. Können Taten geklärt werden, werde der Geschädigte informiert. «Ihm steht es frei, nach Bekanntwerden der Täterschaft an der Anzeige festzuhalten oder allenfalls zu verzichten.»