Geroldswil
Widerstand zweier Privatpersonen verzögert den Kreisel-Bau

Der Regierungsrat entscheidet im Herbst über die hängigen Einsprachen, die den Kreisel-Bau verzögern.

David Egger
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Hier soll der Kreisel hin, doch wegen Einsprachen steht das Projekt still. Kanton und Gemeinde hoffen, dass es bald vorwärtsgeht.deg

Hier soll der Kreisel hin, doch wegen Einsprachen steht das Projekt still. Kanton und Gemeinde hoffen, dass es bald vorwärtsgeht.deg

David Egger

Der Kanton will beim Geroldswiler Zentrum einen Kreisel bauen, als Teil der flankierenden Massnahmen im Zuge des Ausbaus der Nordumfahrung, die von Kanton und Bund bezahlt werden. 2011 wurde das Projekt präsentiert, 2014 hat Geroldswil über seinen kleinen Kostenanteil und zwei weitere Strassenprojekte abgestimmt. Das Resultat: ein deutliches Ja. Doch heute verzögern Einsprachen den Baubeginn des Kreisels. Auf Anfrage sagt nun der Sprecher der kantonalen Baudirektion, Thomas Maag: «Es ist unser Ziel, das Projekt bis im Oktober 2016 gemäss Strassengesetz durch den Regierungsrat festsetzen zu lassen, sodass mit dem Bau 2017 begonnen werden kann.»

Spätestens im Oktober fällt der Regierungsrat also einen Entscheid zu den beiden noch hängigen Einsprachen. Aber es gibt keine Garantie, dass die Baudirektion ihr Ziel im Oktober erreicht. Denn die Einsprecher könnten den Regierungsratsentscheid weiterziehen; ans Verwaltungsgericht. Mit vier weiteren Einsprechern wurde sich der Kanton hingegen bereits einig.

Grundbesitz führt zu Konflikt

Die noch hängigen Einsprachen zweier Privatpersonen drehen sich um zwei Streitpunkte. Zum einen wird die geplante Linienführung der Limmattalstrasse bestritten, zum anderen der Landerwerb durch den Kanton. Dieser braucht zusätzliches Land, um den Kreisel bauen zu können. Weitere Details sind aus Datenschutzgründen nicht zu erfahren – womit beispielsweise unklar bleibt, ob sich die Einsprecher am Landerwerb per se stören, sie bloss mit dem angebotenen Preis unzufrieden sind oder ob andere Gründe zur Einsprache geführt haben.

Wie Thomas Maag von der Baudirektion auf Anfrage mitteilt, haben die Verzögerungen bisher keine Mehrkosten verursacht. Die Gemeinde teilt mit, dass sich der Gemeinderat natürlich gewünscht hätte, dass keine Einsprachen gegen das Strassenprojekt erhoben werden. «Andererseits sind die Rechte von betroffenen Grundeigentümern zu respektieren», sagt Gemeindeschreiber Beat Meier. Nun hoffe die Gemeinde auf die Unterstützung des Kantons, dass die unumstrittenen Strassenabschnitte auf der Limmattalstrasse vorgezogen und zeitnah in Angriff genommen werden. «Nicht zuletzt deswegen, weil auf der Limmattalstrasse ein lärmreduzierender Belag vorgesehen ist», so Meier. Vom Kanton sind auf diese Geroldswiler Hoffnung hin aber noch keine Zusagen gemacht worden.

Noch zwei Abstimmungen nötig

Gegen das zweite Strassenprojekt, für das sich die Gemeindeversammlung im Dezember 2014 mit grosser Mehrheit aussprach, gab es hingegen keine Einsprachen: die Sanierung und Umgestaltung der Gemeindehausstrasse. Dieses Projekt soll mit der Überbauung auf dem Kiesplatz östlich der Gemeindehausstrasse koordiniert werden. Allerdings muss das Volk an der Gemeindeversammlung vom 5. Dezember noch den Gestaltungsplan für diese Überbauung und in der Volksabstimmung vom 21. Mai 2017 den 30-Millionen-Franken-Kredit bewilligen. Klappt alles, soll der Bau im Sommer 2020 fertig sein. Die Gemeinde wünscht sich, dass bis dann auch der Kreisel steht.

Schon umgesetzt ist das dritte Strassenprojekt, das die Gemeindeversammlung im Jahr 2014 bewilligte. Die Stetterstrasse zwischen Limmattalstrasse und Buebenaustrasse wurde saniert sowie verbreitert und erhielt ein neues Trottoir und einen Radweg.