Birmensdorf
Widerstand gegen Schulhaus: Anwohner wollen Neubau verhindern

In Birmensdorf wurden Stimmen gegen das geplante Schulhaus laut. Die Schulpflege habe Mehrkosten verschwiegen, kritisieren Anwohner. Der Schulpflegepräsident ist erstaunt über die Vorwürfe.

Kathrin Fink
Merken
Drucken
Teilen
Infoveranstaltung zum Neubau Schulhaus Haldenacher.

Infoveranstaltung zum Neubau Schulhaus Haldenacher.

Kathrin Fink

Gegen das neue Schulhaus Haldenacher gibt es in Birmensdorf plötzlich Opposition. Direkte Anwohner haben eine Interessensgemeinschaft ins Leben gerufen und Flugblätter mit dem Titel «Nein zum Schulhaus Haldenacher» gedruckt, die sie am Freitagabend an einer Informationsveranstaltung zum Neubauprojekt verteilt haben.

Auch an den Terrassengeländern diverser Häuser an der Haldenacherstrasse hängen Transparente mit derselben Aufschrift. Für Ernst Brand, Präsident der Primarschulpflege, kommt der Widerstand gegen das Projekt unverhofft, wie er sagt: «Die Anwohner haben sich vorher nie bei uns gemeldet.» Die Kritik überrasche ihn: «Die Pläne für den Neubau sind schon lange öffentlich.»

Die Kritik der IG «Nein zum Schulhaus Haldenacher»: Die Schulpflege habe verschwiegen, dass auch das alte Schulhaus Reppisch demnächst renoviert werden müsse und so Mehrkosten entstünden. Ursprünglich hatte die Schulpflege geplant, das alte Schulhaus abzureissen und dort den Neubau zu platzieren (siehe Artikel oben). Doch die kantonale Denkmalpflege will das Gebäude unter Schutz stellen.

Zudem soll es renoviert werden. Der Schulpflege war klar, dass unter diesen Umständen der Neubau auf der anderen Seite der Reppisch, auf dem freien Land der Schulgemeinde, entstehen soll – da, wo sich auch die Häuser der verärgerten Anwohner befinden.

Architekt Guillermo Dürig mit interessierten Besuchern

Architekt Guillermo Dürig mit interessierten Besuchern

Kathrin Fink

Geht es um die Aussicht?

Diese verlangen, die Schulpflege soll sich gegen den Denkmalschutz wehren und die ursprünglichen Pläne durchsetzen. Eine Forderung, die Brand als unrealistisch bezeichnet: Einerseits könne man sich dem Denkmalschutz nicht widersetzen. Andererseits müsse man die Anlage sowieso sanieren. Die Schulpflege vermutet, dass sich die Anwohner mehr über die zukünftig eingeschränkte Aussicht aus ihren Häusern ärgern, als über die Kosten im Zusammenhang mit der Schulraumplanung.

Am Samstagmorgen hatte die Schulpflege zu einer weiteren Infoveranstaltung geladen. Diesmal ging es deutlich ruhiger zu und her als am Tag zuvor. Die Birmensdorferinnen und Birmensdorfer kamen, um sich die Baupläne anzuschauen und sich über die bevorstehende Abstimmung zu informieren.

Architekt Guillermo Dürig war ebenfalls anwesend und gerne bereit, den Besuchern seine Vision vom neuen Schulhaus zu erklären. Er erzählte von den geplanten zehn Klassenzimmern mit Zugang zu Gruppenräumen, einen Mehrzweckraum, zwei Musikzimmer und dem Psychomotoriktherapie-Raum.

Doch besonders wichtig sei es ihm, so Dürig, dass die Räume den Bedürfnissen der Kinder entsprechen: «Die Schulzimmer sollen nicht einfach leere Hallen sein. Es soll überall Ecken und Nischen geben, wo ein Kind sich zum Beispiel verstecken kann.» Für ihn sei das Ziel des Neubaus ganz klar: «Es soll ein Schulhaus für die Kinder werden.»