Dietikon

Widerstand gegen die Verlegung des Haupsitzes der Firma Planzer

Der Hauptsitz der Firma Planzer soll von der Dietiker Lerzenstrasse ins Niderfeld verlegt werden.

Der Hauptsitz der Firma Planzer soll von der Dietiker Lerzenstrasse ins Niderfeld verlegt werden.

Das Limmattaler Transportunternehmen Planzer will seinen Haupsitz von der Dietiker Lerzenstrasse ins Niderfeld verlegen. Dagegen wächst Widerstand. Es wurde ein Postulat an den Stadtrat eingereicht.

Die Pläne des Dietiker Transportunternehmens Planzer, seinen Hauptsitz ins Niderfeld zu verlegen, werden konkreter. Noch im April dieses Jahres sagte Geschäftsführer und Verwaltungsratspräsident Nils Planzer gegenüber der Limmattaler Zeitung, das Ganze sei noch nicht spruchreif und «erst eine Vision». Seither ist die Planung aber weiter fortgeschritten. Es gebe für ihn keine Alternative mehr, sagt Nils Planzer nun.

«Kein Dach mehr über dem Kopf»

Dies hat verschiedene Gründe: Einerseits wird der Platz am heutigen Hauptsitz an der Lerzenstrasse knapp. Andererseits soll das heutige Logistikcenter beim Bahnhof Altstetten abgerissen werden. Man habe dort noch zehn Jahre lang einen garantierten Mietvertrag, sagt Planzer: «Danach haben wir kein Dach mehr über dem Kopf.» Beide Standorte sollen neu im Niderfeld zusammengelegt werden. «Damit könnten wir noch mehr Transporte auf die Schiene verlegen», so Planzer.

Dafür braucht das 1936 gegründete Familienunternehmen aber rund 100 000 Quadratmeter. Die Firma besitzt zwar bereits diverse Parzellen im Niderfeld, jedoch noch nicht genug, wie Planzer bestätigt - und auch nicht unbedingt am richtigen Ort. Doch nicht nur aus diesem Grund sei man im Gespräch mit den anderen Grundeigentümern. Planzer verrät, man wolle einen Verein der Grundeigentümer gründen, damit die Stadt einen Ansprechpartner habe.

Bereits heute befinde man sich bezüglich der Umzugspläne «in einem konstruktiven Dialog mit der Stadt», sagt Planzer. Dies bestätigt Stadtpräsident Otto Müller auf Anfrage, nachdem der Stadtrat in seiner Sitzung am Montag über das Thema diskutierte. Die Exekutive habe inzwischen zwei Studien gesehen, die aufzeigen, wie das Logistikcenter, das Planzer im nordwestlichen Teil des Niderfelds angrenzend an den Güterbahnhof plant, aussehen könnte.

Als Voraussetzung für zukünftige Bauten seien jedoch öffentliche Gestaltungspläne nötig, sagt Müller. Diese müssen vom Parlament und im Referendumsfall vom Stimmvolk abgesegnet werden.

Gegen die Pläne regt sich aber bereits jetzt Widerstand. AL-Gemeinderat Ernst Joss hat ein Postulat eingereicht, in dem er den Stadtrat bittet, sich «mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln» gegen die Erstellung eines Logistikzentrums im Niderfeld zur Wehr zu setzen. Joss bemängelt auf Anfrage vor allem, dass mehr Verkehr entstünde und dass die Ansiedlung der Firma Planzer der «hochwertigen Planung» widersprechen würde, die der Stadtrat für das Niderfeld versprochen habe. «Der Stadtrat soll klipp und klar sagen, was er vom Projekt hält», so Joss.

Widerstand sei «nicht angebracht»

Müller bleibt jedoch vorsichtig. Er sagt bloss, es sei «zum heutigen Zeitpunkt und mit dem bekannten Wissen zu den Studien nicht angebracht», sich gegen die Pläne Planzers zu wehren. Man sei prinzipiell interessiert daran, dass Planzer als Dietiker Firma in der Stadt bleibe. Zudem sei eine Logistikanlage, die direkt mit der Bahn erschlossen werde, durchaus «auch ökologisch sinnvoll».

Dies betont auch Nils Planzer, der darauf hinweist, dass man den Verkehr insgesamt verringern könne, wenn man den Standort an der Lerzenstrasse aufgebe. Es handle sich um ein «zukunftsorientiertes, umweltgerechtes» Konzept. Zudem werde der Bau gegenüber der restlichen Nutzung eine Art «Riegel» bilden.

Das sagen die Parlamentsparteien zum Postulat von Ernst Joss (AL), das zum Widerstand gegen Planzer aufruft.

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