Der Dietiker FDP-Gemeinderat Martin Romer ist irritiert über die Sicherheitsabteilung der Stadt Dietikon. Der Grund: Romer, der für den Kantonsrat kandidiert, hat kürzlich an der Fassade seines Kinos Capitol an der Bremgartnerstrasse eine Wahlblache angebracht. Wenige Tage später habe er einen Telefonanruf einer Sachbearbeiterin der Hochbauabteilung erhalten, so Romer.

Sie habe ihm im Namen der Sicherheitsabteilung mitgeteilt, er müsse die Blache entfernen oder ein Baugesuch einreichen, denn erst ab dem 1. März sei es erlaubt, Wahlplakate für die Kantonsratswahlen vom 12. April aufzuhängen.

Abbau des «Vorschriftenbergs»

In einer Mitteilung geht Romer hart mit der Sicherheitsabteilung der Stadt ins Gericht. Deren Regime sei «stur und unflexibel», ärgert er sich – dies sei bereits aus anderen Zusammenhängen bekannt. Besonders störend sei die Mutlosigkeit: Dass die Sicherheitsabteilung eine Sachbearbeiterin der Hochbauabteilung beauftrage, eine solche Anordnung per Telefon ausrichten zu lassen, sei seltsam.

Zudem sei das Ganze unverhältnismässig, findet Romer: Dass man erst zwei Wochen vor der Verteilung der Stimmcouverts Werbung machen dürfe, mache keinen Sinn und sei «Paragrafenreiterei und Bürokratiepflege».

Aus Ärger über die Sicherheitsabteilung hat Romer eine «Platzhalterblache» an die Fassade des Kinos gehängt, an der er «für Bürokratieabbau in der Sicherheitsabteilung» wirbt.

Gleiche Regeln für alle

Sicherheitsvorstand Heinz Illi (EVP) kann die Aufregung nicht verstehen. Romer ärgere sich über Bürokratie, sorge aber gleichzeitig für mehr davon, indem er sich nicht an die Regeln halte. «Es gelten für alle die gleichen Vorschriften», sagt Illi.

Die Stadt könne bei niemandem eine Ausnahme machen: «Indem wir ihn gebeten haben, die Werbung zu entfernen, haben wir nur unsere Pflicht getan», sagt er. Dass ein Politiker dies nicht verstehe, erstaune ihn: «Von einem Gemeinderat und einem Kantonsratskandidaten erwarte ich eigentlich etwas mehr Disziplin.»