Nationalratswahlen
Wer nach Bern will, muss hart dafür kämpfen

Erneut haben es kein Politiker und keine Politikerin aus dem Bezirk Dietikon auf einen Spitzenplatz für die Nationalratswahlen gebracht. Von den Limmattaler Kandidaten haben Hans Egloff, Josef Wiederkehr und Rosmarie Joss Chancen.

Jürg Krebs
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Seit 2003 steht der Bezirk Dietikon ohne Nationalrat da. Dies soll sich bei den nationalen Wahlen vom 23. Oktober 2011 ändern, wenn es nach den grössten Bezirksparteien geht. Key

Seit 2003 steht der Bezirk Dietikon ohne Nationalrat da. Dies soll sich bei den nationalen Wahlen vom 23. Oktober 2011 ändern, wenn es nach den grössten Bezirksparteien geht. Key

Limmattaler Zeitung

Erneut haben es kein Politiker und keine Politikerin aus dem Bezirk Dietikon auf einen Spitzenplatz der Hauptliste ihrer Parteien für die Nationalratswahlen vom 23.Oktober 2011 geschafft. Damit sind die Chancen für das Limmattal auch dieses Mal beschränkt, wieder einen Politiker in die grosse Kammer nach Bern schicken zu können. Der letzte Nationalrat der Region war der Aescher Roland Wiederkehr (ehemals Landesring der Unabhängigen). Somit hat sich an der Ausgangslage gegenüber den Wahlen 2007 nichts geändert.

Erneut am Start: Egloff, Wiederkehr

Realistischerweise können aus dem Bezirk Dietikon nur der Präsident des Zürcher Hauseigentümerverbands und Jurist Hans Egloff (SVP, Aesch) und der Bauunternehmer und Kantonsrat Josef Wiederkehr (CVP, Dietikon) auf einen Sprung in den Nationalrat hoffen. Beide hätten nach den letzten Wahlen im Falle eines Rücktritts eines Gewählten nachrücken können. Das blieb beiden jedoch verwehrt.

Während Josef Wiederkehr auch 2011 vom vierten Listenplatz aus startet und drei Bisherige vor sich hat, muss Hans Egloff vom 15. Listenplatz aus starten und nach heutiger Sitzverteilung drei Plätze gut machen. 2007 erhielt er noch den 14. Listenplatz. Der Grund für die schlechtere Positionierung sind der Comebackversuch von Christoph Blocher als Nationalrat und die junge Anita Borer, welche die Partei aufbauen will, sowie die zahlreichen Wiederkandidaturen. Egloff könnte alleine einen Platz gut machen, wenn Blocher als Ständerat gewählt würde.

Auf die SVP-Liste hat es diesmal ein zweiter Limmattaler gebracht, der Dietiker Kantonsrat Rochus Burtscher. Für die Junge SVP tritt der Weininger Daniel Gardavsky an.

Auf der CVP-Liste sind der Schlieremer Stefano Kunz, die Dietikerin Catherine Stocker-Mittaz und der Birmensdorfer Martin Missfelder zu finden. Für JungeCVP/CVP60+ treten die Dietikerin Cécile Mounoud, die Urdorferin Blanca Irene Ramer-Stäubli, die Dietikerin Marianna Landolt-Rickenbach und die Schlieremer Pierre Clausen und Arnaldo Ferrari an.

Gewinnt Boden: Rosmarie Joss

Die Dietiker Kantonsrätin Rosmarie Joss rangiert auf der SP-Liste auf Platz 10. 2007 war es für sie noch Platz 24. Damit hat sie zwar parteiintern an Gunst gewonnen, es bleibt aber abzuwarten, was die Wählerschaft von ihr hält. Die SP Kanton Zürich hat in Bern 7 Sitze zu verteidigen. Joss müsste also einen guten Sprung nach vorne machen, um den Traum vom Nationalratssitz zu verwirklichen. Bruder Christian Joss tritt für die Juso an.

Kandidatur mit Blick in die Zukunft

Bei der FDP stehen 4 Sitze auf dem Spiel. Der Geroldswiler Gemeinderat Dominik Tiedt belegt Listenplatz 13. Das ist angesichts der Bisherigen, die alle erneut antreten, unter normalen Umständen zu weit weg von einem Sitz. Es fehlt ihm zudem an der nötigen Bekanntheit im Kanton.

Ein weiterer Limmattaler auf der FDP-Liste ist auf Platz 32 der Schlieremer Andreas Geistlich. Auf der Liste der Jungfreisinnigen ist Sasa Karalic (Dietikon) zu finden.

Die Grünen haben ebenfalls 4 Sitze zu verteidigen. Bestplatzierter Limmattaler ist der Dietiker Samuel Spahn, Platz 22. Junge Grüne und Alte Füchse haben die Uitiker Margrith Gysel (Uitikon) und Felix Walz am Start.

Die Zürcher EVP hält einen Sitz in Bern. Der Oberengstringer Kurt Leuch geht vom Listenplatz 6 ins Rennen, der Dietiker Andres Beutter von Platz 22. Für die Junge EVP kandidieren Julia Neuenschwander-Brütsch (Dietikon), Dave Gooljar (Birmensdorf), Simone Meier (Unterengstringen) und Tobias Brütsch (Urdorf).

Für die Wahlsiegerin vom Frühjahr, die GLP, tritt kein Kandidat aus dem Bezirk Dietikon an. Sie hält 3 Sitze im Nationalrat. Für die Junge GLP ist der Dietiker Michael Herkenrath am Start.

Auf der AL-Liste (kein Nationalratssitz) kandidieren der Dietiker Ernst Joss (Platz 7) und der Unterengstringer Kamil Issadeen.

Die Schweizer Demokraten sind im Bezirk mit Ursula Brühlmann vertreten, die EDU mit Uitikons Thomas John und die Tierpartei Schweiz mit Danielle Fröhli (Schlieren) und Elena Caliendo (Birmensdorf).

Nationalratswahlen Die vollständigen Namenslisten und Listenverbindungen der einzelnen Parteien sind auf www.wahlen.zh.ch zu finden.