Für Jugendliche mit Problemen im Beruf gibt es im Bezirk Dietikon ein neues Angebot. Das Büro der Beratungsstelle Kabel im Berufsbildungszentrum an der Schöneggstrasse 12 feiert am kommenden Donnerstag Eröffnung, seinen Betrieb nahm es aber bereits im vergangenen August auf.

Wie unterscheiden sich die Dienstleistungen, die das Kabel-Team erbringt, von denjenigen anderer Anlaufstellen für Jugendliche? Adrian Zurkirchen, der die Stelle in Dietikon leitet, verweist auf die Art der Beratung: «Im Berufsinformationszentrum oder auf der regionalen Arbeitsvermittlung wird meist ausschliesslich über Probleme im Berufsleben gesprochen, während andere Lebensbereiche kaum berücksichtigt werden.»

So bestünde die Hauptaufgabe von Kabel darin, Probleme anzunehmen und die jugendlichen Klienten danach an die passenden Fachstellen weiterzuvermitteln, so Zurkirchen. Urs Giachen Solèr, Leiter aller Kabel-Stellen im Kanton, fügt an, dass «alle Jugendlichen ungeachtet ihrer Religion bei uns willkommen sind».

Auch nach dem Befinden fragen

«Das Bedürfnis nach dieser Beratungsstelle im Bezirk Dietikon machten die katholische und die reformierte Kirche als Träger selber aus», so Urs Giachen Solèr. Dass im Limmattal viele Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen lebten und zudem eine hohe Arbeitslosenquote vorherrsche, habe die Trägerschaft im Vorhaben, auch hier eine Stelle zu eröffnen, bestärkt.

«Unmittelbar nach Aufnahme des Betriebs im September ist es eher ruhig gewesen», so Adrian Zurkirchen. Aber nachdem er sich bei allen Klassen des Berufsbildungszentrums vorgestellt hatte, verloren die Schüler nach und nach die Hemmungen und suchten ihn auf. Genaue Zahlen, wie viele Schüler er bereits beraten hat, will er dabei nicht nennen.

Die Themen, die sie an ihn herantragen, sind aber sehr unterschiedlich. «Oft geht es darum, dass in der Lehre Probleme auftauchen, mit denen der Jugendliche überfordert ist.» In diesen Fällen werde versucht, den jungen Menschen die Informationen zu geben, die sie brauchen, um sich für die weiteren Schritte zu entscheiden.

Es braucht Wissen über Wirtschaft

Adrian Zurkirchen ist gelernter Elektromonteur und bildete sich zum Sozialarbeiter weiter. Das siebenköpfige Team, welches auf die fünf Standorte verteilt ist, setzt sich aus Sozialpädagogen, Lerncoaches und Berufsberatern zusammen. «In der Regel sind unsere Berater auf dem zweiten Bildungsweg zu diesem Beruf gelangt, denn es ist wichtig, dass sie die Prozesse der Wirtschaft kennen», sagt Urs Giachen Solèr. So könne auch beim Erstellen von Bewerbungsdossiers oder bei der Vorbereitung für Vorstellungsgespräche geholfen werden.

Dass die Jugendlichen in den verschiedenen Regionen mit unterschiedlichen Problemen zu kämpfen haben, denkt Urs Giachen Solèr derweil nicht. «Es sind ähnliche Unsicherheiten, welche die Lernenden beschäftigen – ob sie in Uster oder in Dietikon zu Hause sind.»

Weitere Informationen finden Sie online unter www.lehrlinge.ch