Birmensdorf
Wer lügt öfter, Frauen oder Männer? «Himmlische» Unterhaltung in Birmensdorf

Im Gemeindezentrum Brüelmatt widmet sich die Theatergruppe Birmensdorf dem ewigen Kampf zwischen Gut und Böse. Eine kuriose Wette soll über das Duell entscheiden.

Christian Murer
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Theatergruppe Birmensdorf zeigt den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse
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Was so eine kleine Maus alles anrichten kann…!
Heiteres Katz- und Mausspiel
Gabriel und Luzifer im Stress beim Luegenzaehlen
Erzengel Gabriel (Hildegard Ruettimann) gibt Vollgas
Endlich habe ich die Maus!
Ein Prosit mit Gabriel und Luzifer
Die Akteure der Theatergruppe Birmensdorf mit «Ä höllisch himmlischi Wett» 8
Das ganze Team der Theatergruppe Birmensdorf mit «Ä höllisch himmlischi Wett» 9
Hallelujah…

Theatergruppe Birmensdorf zeigt den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse

Christian Murer

Als der «Chef» auf Urlaub weilt, lässt sich sein «Vize», der Erzengel Gabriel, in der Himmelskantine vom Teufel Luzifer zu einer Wette um die Seelen des untreuen Ehepaares Max und Monika Fischer überreden. Ihr Wetteinsatz lautet: Wer lügt öfter – die Frauen oder die Männer?

Weitere Aufführungen

Freitag, 4. April und Samstag, 5. April, jeweils 20 Uhr.

Entschieden wird die Sache, indem das Ehepaar Fischer auf Erden beobachtet wird. Dieses scheinbar glückliche Paar ist nämlich nur damit beschäftigt, sich gegenseitig zu belügen und zu betrügen. Und so werden die Schwindeleien des Ehepaars einen Tag lang gezählt.

Doch gerade an diesem Tag ist das Chaos perfekt. Es wird so sehr gelogen und betrogen, dass zuletzt sogar der Tod den Überblick verliert. Der Kampf der Geschlechter endet schliesslich unentschieden. Das himmlische Gefüge entpuppt sich somit trotz hoher Wetteinsätze als recht standhaft. So bleibt der Engel Gabriel während des Kopf-an-Kopf-Rennens am Schluss völlig gelassen. Er weiss schliesslich, dass «sein Boss» die Welt so erschaffen hat, dass am Ende meistens das Gute siegt.

Das diesjährige Stück der Theatergruppe Birmensdorf kommt als eine herzerfrischende Komödie daher und das Publikum – auch Nichtgläubige – kann sich dabei «himmlisch» und «höllisch» gut unterhalten. Sämtliche Laiendarsteller spielen engagiert, spritzig und mit viel Esprit. Zudem schrecken die Akteure dieses Jahr nicht vor neuen Herausforderungen zurück. Die Bühne wird um den «Beobachtungsposten» der beiden Kontrahenten erweitert und ein jugendlicher Engelschor überrascht mit einem Halleluja. Und schliesslich lernt ein Engel auch noch dank Abseiltechnik wahrhaftig fliegen.

Zum ersten Mal führt die Birmensdorferin Alfa Poloni Regie: «Mir bereitet es besonders Freude, den Darstellern mit kleinen Tipps und Ideen zu helfen, ihre Rolle zu finden.» Denn am Anfang hätten damit einige noch etwas Mühe gehabt. Irgendwann sei dann die Spielfreude aufgekommen. «Mir ist klar, dass wir in diesem Jahr ein recht schwieriges Stück ausgewählt haben», so die Regisseurin der Komödie aus der Feder des Niederösterreichers R. W. Langer.

Die 19-jährige Larissa Bosshard aus Uitikon-Waldegg spielt zum ersten Mal mit: «Ich fand die ganze Stimmung und die Aufregung vor dem Auftritt echt spannend.» Sie habe dabei ein gutes Gefühl gehabt und gedenke, bei der Theatergruppe weiterzumachen. Allerdings: «Mit einer professionellen Schauspielausbildung liebäugle sie im Moment noch nicht», so die Kauffrau in der Musikbranche. «Mit den Kolleginnen etwas unternehmen und erstmals auf der Bühne stehen hat uns allen recht viel Spass gemacht», sagt die vierzehnjährige Lina stellvertretend für den vierköpfigen Engelschor.

Daniela und Stefan Koller hat das Stück gut gefallen: «Die Handlung ist ganz aus dem Leben gegriffen und ist am Schluss doch noch recht spannend geworden. Wir werden die Aufführung bestimmt weiterempfehlen.» Für die beiden zählt die tolle Gesamtleistung. «Diese köstliche Komödie beweise doch einmal mehr, wie recht die alten Sprichwörter haben: Wer einmal lügt, dem sollte auch noch mindestens eine zweite Lüge einfallen», finden die beiden Birmensdorfer scherzhaft.