Nur wer mutig ist, hat das Zeug zu einem richtigen Fakir. Denn dieser setzt sich zum Beispiel auf Nagelbretter oder liegt mit dem Rücken auf einen Scherbenhaufen. Während die einen Kinder, die an der Ausbildung vom Circus Balloni in der Gemeindescheune Oetwil teilnehmen, noch zögern, möchten andere bereits ausprobieren, ob auch sie auf das Nagelbrett sitzen können, ohne sich dabei wehzutun.

Der Höhepunkt auf dem Weg zum Fakir ist das sogenannte Sandwich. Dabei liegt ein junger Artist mit dem Rücken auf einen Scherbenhaufen und lässt das Nagelbrett auf seinem Bauch platzieren. Auf dieses steigt anschliessend ein anderer Fakir, der sich ab und zu etwas fürchtet, seinen Mitstreiter versehentlich zu verletzen.

Neben der Ausbildung zum Fakir trainieren die Erst- bis Fünftklässler aus Oetwil und Geroldswil eifrig akrobatische Elemente wie die Hechtrolle oder den Handstand. Und den selbst gebastelten weissen Puppen, deren Augen und Haare knallige Farben haben, bringen sie im Schwarzlicht das Tanzen bei.

Die 34 jungen Artisten scheinen von der Welt des Zirkus fasziniert zu sein. Nicht wenige freuen sich jedes Jahr auf das Angebot, das der Elternclub Mikado in den Frühlingsferien jeweils organisiert. Es macht den Kindern sichtlich Spass, die – wie Clown Kurt vom Circus Balloni jeweils anspornt – «gefährlichen» Tricks zu üben. Ihr Ziel ist es, das, was sie in den drei Tagen gelernt haben, an einer Abendvorstellung ihren Eltern und Freunden zu präsentieren. Als Einladung haben sie bereits farbige Eintrittskarten kreiert. Von den Anstrengungen des Trainings erholen sich die Akrobaten in der Zvieripause bei Brötli, Schoggistängeli und Apfelschnitzen.