Wenn in einigen Jahren die Limmattalbahn Fahrt aufgenommen hat, wird man nicht in Schlieren einsteigen und bis zum Zürcher HB sitzen bleiben können.

Ein Postulat, in dem sich Christoph Holenstein, damals CVP-Kantonsrat (Zürich), und Josef Wiederkehr, CVP-Kantonsrat aus Dietikon, im Oktober 2010 eine Verknüpfung der Limmattalbahn mit dem Stadtzürcher Tramnetz wünschten, wurde gestern im Rat abgeschrieben.

Holenstein und Wiederkehr hatten darin geschrieben, es sei «nicht sehr effizient und sinnvoll», dass die meisten Passagiere am Bahnhof Altstetten umsteigen müssten. Sie verwiesen zudem auf die Glattalbahnlinie 10, die auch bereits in der Innenstadt losfahre.

Die Anbindung der Limmattalbahn, die dereinst zwischen Killwangen und Altstetten verkehren wird, an das Stadtzürcher Tramnetz wird jedoch anders geplant.

Die Analyse einer Expertengruppe hat ergeben, dass ein Konzept, bei dem sich die Linien von Limmattalbahn und 2er-Tram teilweise überlappen, die Verkehrsströme am besten abdeckt.

Ursprünglich wäre vorgesehen gewesen, dass sich die beiden Linien auf der gesamten Strecke zwischen Bahnhof Altstetten, Farbhof und Geissweid, Schlieren überlappen.

Schweizerischer Kompromiss

Weil sich die Altstetter Quartierbevölkerung aber erbittert gegen diese Variante wehrte, bei der sie zwischen Lindenhof und Farbhof eine Tramstation verloren hätte, wurde das Konzept angepasst. So werden die beiden Linien neu nur noch zwischen Farbhof und Geissweid, Schlieren parallel geführt.

Damit habe man statt einer optimalen nur noch eine gute Überlappung, sagte Rosmarie Joss (SP, Dietikon), Präsidentin der Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt gestern. Das genüge aber durchaus.

Auch die Regierung betonte in ihrer Antwort auf das Postulat, das angepasste Konzept erfülle die gewünschte Anbindung nach wie vor.

Mit der nun definierten Lösung können auch die Fraktionen im Kantonsrat gut leben, wie sich gestern zeigte.

Hans-Jakob Boesch (FDP, Zürich) sprach im Zusammenhang mit der Altstetter Lösung von einem «typisch schweizerischen Kompromiss», der aber die Forderung der Postulanten «voll und ganz» erfülle.

Das Vorgehen zeige, sagte Philipp Kutter (CVP, Wädenswil), wie wichtig der Dialog zwischen Planern und Bevölkerung sei.

Auch die SP zeigte sich zufrieden, auch wenn Felix Hoesch (Zürich) anmerkte, die Frage, ob es wirklich richtig sei, dass die Tramlinie 2 nicht an den Bahnhof Altstetten fahre, bleibe leider unbeantwortet.

«Verschmelzung» nicht sinnvoll

Barbara Schaffner (GLP, Otelfingen) wies darauf hin, dass die Anknüpfung einer Stadtbahn an das Tramnetz sowieso eine Selbstverständlichkeit sein sollte – auch wenn diese nun etwas anders gestaltet werde als im Postulat vorgeschlagen.

Dass die Bahn bis zum HB fahre, ergebe aus Stadtzürcher Sicht keinen Sinn, sagte Kaspar Bütikofer (AL, Zürich) – nicht zuletzt, weil man damit das Nadelöhr im Stadtzentrum weiter strapazieren würde.

Christian Lucek (SVP, Dänikon) sagte, die Forderungen seien «weitgehend» erfüllt. Eine «Verschmelzung» mit dem Tramnetz sei schon deshalb nicht angezeigt, weil dann als Betreiber der Limmattalbahn nur die VBZ infrage kämen.