Roter Mohn, gelbe Araunen, Lilien und Kornblumen – einst wurden Blumen noch als Grabbeigabe genutzt. Bereits in der Antike machte der Blumenstrauss jedoch eine Wandlung durch und wurde zu einem Geschenk für junge Mädchen. Blumen sollen, heute wie damals, die weibliche Schönheit preisen.

Nichtsdestotrotz ergab eine Onlinestudie des Internetportals «geschenkparadies.ch», dass von 1000 befragten Frauen, nur gerade 4 Prozent Blumen als bevorzugtes Valentinstagsgeschenk wählen würden. Weiter ergab die Mitte Januar durchgeführte Befragung, dass 70 Prozent aller befragten Männer ihre Liebste mit einem Geschenk verwöhnen werden. Unglücklicherweise haben zwei von drei schenkfreudigen Romeos allerdings angegeben, dass es sich dabei um einen Blumenstrauss handeln wird.

Der Studie zufolge stehen Blumen bei Frauen aber nicht sehr hoch im Kurs. Marc Görtz, Leiter des Unternehmens, sagt: «Die meisten Frauen wünschen sich ein Geschenk, bei dem sie Zeit mit ihrem Partner verbringen.» Als logische Konsequenz schenken viele Damen ihren Liebsten zum Valentinstag ein Wochenende zu zweit oder ein romantisches Abendessen.

Romantik liegt in der Luft

Unabhängig von der Studie sind rote Rosen im Gartencenter Hoffmann in Unterengstringen auch weiterhin der Verkaufsrenner am Valentinstag. Aber auch Gestecke in Herzform und kleinen Körben kommen gut an bei den hauptsächlich jungen Kunden.

Wer es sich zudem leisten kann, führt seinen Liebsten am Samstagabend zum Essen aus. Viele Limmattaler Restaurants kochen zu dieser Gelegenheit ein spezielles Valentinstag-Menu für ihre Gäste. So auch Witschi’s Restaurant und Bar in Unterengstringen. Wie jedes Jahr werden die Tische im Voraus reserviert, sagt Chef de Service Béatrice Stapfer. Im Gegensatz zu anderen Jahren, in denen 20 Zweiertische gedeckt wurden, gingen diese Woche aber auch Reservationen von Vierer- und Fünfergruppen ein. «Der Valentinstag ist ja schliesslich auch ein Tag für Freunde, nicht nur für Paare», sagt sie.


Auch für die feierwütigen Singles im Limmattal ist gesorgt. Obwohl hier am Samstag zwar keine Pheromonparty wie in Basel stattfindet, an der man mittels dem Riechen an getragenen Shirts anderer Partygänger die grosse Liebe finden soll, steht der Samstagabend im Zeichen des Valentinstages: Im Alpenrock in Dietikon beispielsweise feiern Frauen im «rote Chleid» gratis.

Sprache der Liebe kennen

Obwohl der Valentinstag nur einmal im Jahr ist, sollte man den Partner das ganze Jahr hindurch seine Zuneigung spüren lassen, findet die Dietiker Paartherapeutin Christine Hefti. Es reiche bei weitem nicht, wenn man sich nur einmal im Jahr an einem fixen Datum Zeit füreinander nähme. Am wichtigsten sei es, die Sprache der Liebe des Partners zu kennen. Die Fünf Sprachen der Liebe ist ein Begriff der Paartherapie, den der amerikanische Paar- und Beziehungsberater Gary Chapman prägte. Er bezieht sich auf fünf verschiedene Beziehungssprachen, die in Partnerschaften gelebt werden und die für ein «Sich-geliebt-Fühlen» verantwortlich sind. Für den Valentinstag bedeutet dies: Wissen, was der Partner sich wünscht. Ist es etwas Materielles oder möchte er doch lieber mehr Zeit zusammen verbringen.


Die meisten Paare, die Hefti berät, sind seit vielen Jahren zusammen. Anlässe wie der Valentinstag verlören für sie mit der Zeit an Bedeutung, sagt die Therapeutin. Sie bestätigt Olivia Hoffmanns Beobachtung, dass vor allem jüngere Paare den Tag feiern. Christine Heftis Rat an alle Paare – ob alt oder jung: «Nehmt euch jeden Tag 15 Minuten füreinander Zeit und tauscht euch über den Tag aus.» Mit diesen Tipps im Hinterkopf kann am Valentinstag eigentlich nichts mehr schiefgehen.