Kommentar

Wer das Volk anhört, der gewinnt doppelt

Das Geroldswiler Projekt Baufeld Ost ist ein Beispiel dafür, dass es sinnvoll ist, das Volk nicht erst an der Gemeindeversammlung oder an der Urne einzubeziehen.

Wer in Geroldswil sein politisches Recht direkt an der Urne ausübt, sieht auf dem Tisch mit den Urnen ein Stück gute Laune. «Vielen Dank für Ihre Stimme!», heisst es auf einem Zettel, dazu ein gut gelauntes Smiley. Das kommt beim Volk gut an: Manche bedanken sich sogar für den Dank und die Wertschätzung, die man ihrer Stimme entgegenbringt, ganz egal, wie sie ausfällt. Schliesslich ist Abstimmen heute nicht mehr selbstverständlich. Schon gar nicht am Sonntagmorgen.

Selbstverständlich ist auch das klare Ja-Votum für den Baukredit zum Baufeld Ost nicht. Das Ja hat auch damit zu tun, dass Volkes Stimme schon vor dem Urnengang gehört wurde – zum Beispiel in der Begleitgruppe. Der Gemeinderat hat sie auf Drängen der Bürgerinnen und Bürger ins Leben gerufen. Und ist heute froh darum, dass es diese Begleitgruppe gab. Von einem «Glücksfall» spricht Gemeindepräsident Michael Deplazes. Nicht nur war das Projekt dadurch besser abgestützt. So konnten auch mehr Personen ihre Meinung zur Planung einbringen

Je mehr Augen genau hinschauen, desto tiefer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Fehler passieren und umso grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass man es allen recht macht. Das Sprichwort von den vielen Köchen, die den Brei verderben, hat ausserhalb der Küche eben nur beschränkte Gültigkeit. Wer stattdessen Volkes Stimme schon früh anhört und ernst nimmt, der gewinnt nicht nur eher die Abstimmung, sondern erhält auch ein besseres Projekt – gewinnt also doppelt.

Jetzt muss man nur noch die Daumen drücken, dass das Projekt Baufeld Ost weiterhin wie eine gut geölte Maschine vorankommt und sich auch nach der Fertigstellung als gelungen präsentiert. Denn dieser Bau ist das Geroldswiler Gesicht des 21. Jahrhunderts.

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