Geroldswil

Wenn Rocker Künstler zu Gemälden inspirieren

An der Kulturparty auf dem Dorfplatz lösten sich die Grenzen zwischen den Kunstformen auf. Die Zuschauer sind begeistert, wie die musikalischen Darbietungen mit der Kunst harmonieren.

Zerfetzte Blechtonnen, eine blütenweisse Wand und ein grünes Fabelwesen stehen auf dem Dorfplatz bereit. Diese Welt gehört zu Pysa, einer Rockgruppe, die Musik und Kunst aufeinandertreffen lässt. Zu den Klängen von Gitarren, Keyboards, Querflöte, Saxofon, Schlagzeug und Cello lässt Kunstmaler Othmar Schmid ein Gemälde entstehen. Pinsel kennt er nicht, mit blossen Händen greift er in die Farbtöpfe.

Die Gäste auf dem Dorfplatz in Geroldswil staunen. «Diese Fusion musikalischer Darbietung und Kunst harmoniert», meint Festivalbesucherin Vreni Hufschmid anerkennend. Für die Sound Art Performance «Methamorephosis», die im Rahmen der Limmattaler Open-Air-Kulturparty Premiere feierte, ist sie extra aus Niederwil AG hergereist. Sie kenne die Band persönlich, da mache ihr der längere Weg nichts aus, sagt Hufschmid.

Pysa steht zurzeit mit fünf Gastmusikern auf der Bühne. «Einer davon ist mein Sohn», freut sich Heini Surber, Keyboarder und Sänger der Band Pysa. Die Rockgruppe, die normalerweise nur halb so gross ist, gibt es schon seit dem Jahr 1984. «Als unser Gitarrist Jules Jost an Arthritis erkrankte, mussten wir unsere Band zwischenzeitlich auf Eis legen», erzählt Surber. Heute stehe die Rockgruppe wieder auf der Bühne - mit neuer Formation.

Show beschreibt Reifeprozess

Von Veränderungen handelt auch die neue Sound Art Performance von Pysa. «Mit unserer Show ‹Metamorephosis› erzählen wir, was wir tagtäglich erleben», sagt Surber. Dabei gehe es darum, dass sich jeder Mensch im Laufe seines Lebens weiterentwickle. Das sei in der Musik genau das Gleiche. «Einen Song zu schreiben und die Musik dazu zu komponieren, ist auch ein Reifeprozess», beschreibt Surber seine Arbeit. Und genau diese Schönheit des Unvollendeten zeigt sich auch in der Raku-Kunst, einer besonderen Brenntechnik keramischer Massen, die von Künstler Peter Widmer vorgeführt wird. Das Element Feuer stehe dabei nicht nur für etwas Zerstörerisches. «Durch Feuer kann auch etwas Neues geboren werden», erklärt Surber, der die Grundidee für diese Performance entworfen hat. Gezeigt wird dies, indem ein auf Leintuch gemaltes Bild in Flammen gesetzt wird und später von Maler Schmid durch ein neues, auf einer dahinterliegenden Wand, ersetzt wird.

Bereits zum fünften Mal hat der Verein Spektrum die Limmattaler Open-Air-Kulturparty durchgeführt. Auch dieses Mal sind sie alle wieder gekommen - von den Jungen bis zu den Senioren. Die Festbänke sind belegt, die Stimmung ist gut. Und die Band gibt nochmals alles, bis um 23 Uhr endgültig Schluss ist.

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