Am Sonntagmorgen ist wieder Fussball angesagt. Ab diesem Wochenende rollt der Ball auch in der 3. Liga. Mittendrin sind mit Birmensdorf, Urdorf, Oetwil-Geroldswil, Schlieren II und Engstringen fünf Limmattaler Teams, die sich allesamt in der Gruppe 2 befinden. Für die Fussballfreunde bedeutet das jede Menge Derbys. 10 an der Zahl stehen in der Rückrunde auf dem Programm. Die Nachbarschaftsduelle haben ihren eigenen Reiz. Meist sind sie spektakulär, selten langweilig und vor allem oft torreich, wie ein Blick in die Statistik zeigt. In den letzten zehn Jahren, seit der Saison 2006/2007 kam es in der 3. Liga zu insgesamt 116 Limmattaler Derbys, jene der Vorrunde eingerechnet. Das sind die Zahlen dazu:

> Der Toreschnitt

Die Limmattaler Fussballer geizen nicht mit Toren in den Derbys. Seit der Saison 2006/2007 fielen in den 116 Nachbarschaftsduellen insgesamt 490 Treffer. Das macht im Schnitt 4,2 Tore pro Spiel. Ein Derbybesuch lohnt sich also, zumal von all den Partien lediglich eine einzige torlos endete. Es war das Spiel zwischen den Dietiker Reserven und dem FC Birmensdorf in der Hinrunde der Saison 2008/2009. 

> Das torreichste Derby

Diesen Titel teilen sich gleich drei Partien. Besonders spektakulär war das 5:5 zwischen dem FC Birmensdorf und dem FC Oetwil-Geroldswil in der Rückrunde der Saison 2008/2009. Das lag unter anderem an den Gastgebern. Die Birmensdorfer liessen das Los über die Aufstellung entscheiden. So kam es, dass sich Mittelfeldspieler Claudio Zigerlig zwischen Pfosten wieder fand. Ebenfalls zehn Tore bekamen die Zuschauer eine Saison später auf der Dornau zu sehen. Die Dietiker Reserven unterlagen dem FC Oetwil-Geroldswil mit 3:7. Mit demselben Resultat, dieses Mal zugunsten des Heimteams, endete die Partie zwischen Birmensdorf und Engstringen in der Rückrunde der Saison 2013/2014.

> Der Dauerbrenner

Am häufigsten standen sich der FC Birmensdorf und der FC Schlieren gegenüber. Seit der Saison 2006/2007 kam es bereits 17 mal zu diesem Duell. Unvergessen bleibt die Meisterschaft 2013/2014, als sich die beiden Teams gegenseitig von Sieg zu Sieg pushten. Die Schlieremer hatten schliesslich die Nase vorn und stiegen in die 2. Liga auf. Ihr Vorsprung auf die Birmensdorfer betrug gerade einmal zwei Punkte. Auch der FC Oetwil-Geroldswil und der FC Birmensdorf standen sich schon 15 mal gegenüber. Noch nie seit 2006 kam es hingegen zu einem 3.-Liga-Duell zwischen Engstringen und dem FC Dietikon. Die Dietiker Reserven traten 2010 den Gang in die 4. Liga an und sind seither nicht mehr aufgestiegen. Der FCE wiederum schaffte 2010 den lange ersehnten Aufstieg in die 3. Liga.

> Der höchste Derbysieg

An den 17. Juni 2012 erinnert man sich beim FCOG nicht gerne. Gleich mit 8:0 wird er von Schlieren überrollt. Aufseiten der Schlieremer hat dafür Topskorer Emanuele Preite allen Grund zu strahlen. Er markiert gleich sechs Treffer. «Das ist ihm in seiner Aktivzeit zum ersten Mal gelungen», gibt er nach der Partie zu Protokoll.

> Die Torhungrigen

Sowohl der FC Schlieren – miteingerechnet ist auch die aktuelle Saison mit Schlieren II – als auch der FC Birmensdorf haben in ihren 52 respektive 56 3.-Liga-Derbys je 127 Tore erzielt. Für die Schlieremer ergibt das einen Schnitt von 2,4 Toren. Damit liegt der FCS knapp hinter dem torhungsrigsten Team, dem FC Urdorf. Er kommt im Schnitt auf 2,5 Tore pro Derby. Am anderen Ende findet sich der FC Dietikon II. Knapp mehr als ein Tor im Schnitt stehen dort zu Buche.

> Das Derby-Resultat

2:1 ist fast schon Standard. 17 Mal endete ein Derby seit 2006 mit diesem Resultat. Auch auf 3:1 scheint man sich einigen zu können. 10 Mal gab es dieses Ergebnis. Beliebt sind auch 4:2, 3:2 und 1:1. Je neun Mal endete ein Nachbarschaftsduell mit diesen Ergebnissen.

> Die Derbykönige

Wenn es um Nachbarschaftsduelle geht, ist der FC Urdorf bereit. Die «Stiere» gewannen 70 Prozent ihrer 3.-Liga-Derbys. Allerdings bestritten sie, wegen ihrer zwischenzeitlichen 2.-Liga-Zugehörigkeit, deutlich weniger Nachbarschaftsduell als etwa der FC Birmensdorf oder der FC Schlieren. Letztere können jedoch auch eine stolze Bilanz vorweisen. Fast 60 Prozent der Derbys konnte sie für sich entscheiden. Anders siegt es bei den Dietiker Reserven aus. Nur jedes achte Derby beendeten sie als Sieger.

> Das Forfait-Derby

Von den 116 Limmattaler Derbys wurde eines nicht auf dem Rasen, sondern am grünen Tisch entschieden. In der Saison 2006/2007 bezwang der FC Birmensdorf den FC Urdorf in der Vorrunde mit 1:0. Die Freude über den Triumph währte nicht lange. Weil Christoph Holtz während zweier Wochen nicht ordnungsgemäss lizenziert war, wurde der 1:0-Sieg vom Schweizer Fussballverband (SFV) in eine 0:3-Forfaitniederlage umgewandelt. Laut SFV hatten die Birmensdorfer das Übertrittsformular nicht gründlich genug gelesen. Auf jenem Anmeldegesuch, das für Holtz ausgefüllt wurde, stehe klipp und klar, dass dieses Papier nicht auszufüllen ist für Spieler, die im Ausland lizenziert sind oder es irgend einmal waren. Um einen ausländischen Spieler in der Schweiz zu lizenzieren, benötige man immer ein Transfergesuch und kein Neu-Anmeldeformular. Zudem war Holtz in Deutschland offensichtlich noch für einen Verein lizenziert gewesen.