Bergdietikon

Wenn der Mensch eine Symbiose mit der Natur eingeht

Der Garten ist ein Mikrokosmos für allerlei Lebewesen. Durch seine Naturbelassenheit wird der Lebensraum von vielen Tieren erhalten.

Der Garten ist ein Mikrokosmos für allerlei Lebewesen. Durch seine Naturbelassenheit wird der Lebensraum von vielen Tieren erhalten.

Bei den «Tagen der offenen Gärten» konnten Interessierte einen Blick in Gärten mit unterschiedlichen Charakteren werfen. In Bergdietikon gab es am Wochenende sowohl von Menschenhand kontrollierte aber vorallem naturbelassene Gärten zu bestaunen.

Der typische Garten ist heutzutage oft ein Abbild ordnungsliebender Menschen und beinahe ein Statement des vermeintlichen Sieges über die Natur. Wenn das Gras auf den Millimeter genau geschnitten ist und die Rosen eine strenge Linie bilden, mag das optisch ansprechend sein, allerdings hat dies kaum mehr mit einem natürlichen Lebensraum zu tun.

Die «Tage der offenen Gärten» haben am Wochenende bewiesen, dass auch eine Symbiose mit der Natur möglich ist, um einen Garten in voller Pracht erblühen zu lassen. Die Tage, welche von Garten- und Pflanzenvereinen wie Bioterra zum vierten Mal organisiert wurden, luden Interessierte ein, unzählige Gärten mit unterschiedlichen Charakteren zu besuchen.

Auch Verena Rapold und Elisabeth Bollier aus Bergdietikon öffneten ihre Gartentore. Ihr Motto lautet «Leben und leben lassen», womit sie die Natur im heimischen Garten gewähren lassen. «Viele Besucher verstehen das nicht», so Bollier. Auch Rapold gibt zu, dass sie oft Unverständnis erntet.

So betritt man in den Gärten beider Nachbarinnen eine naturbelassene Welt. Rapold wünschte sich immer eine Wiese, die sie bereits als Kind so liebte. Ein «üblicher» Rasen kam nicht infrage. Also trifft man auf dem Rundgang durch das heimische Idyll auf eine Vielzahl an Pflanzen mit klingenden Namen wie Hexenkraut, Salomonssiegel oder Schlangenknöterich.

Ihr persönliches Highlight ist der eigens angelegte Teich, den sie sich selbst zum Geburtstag schenkte. Darin drehen die heimischen Moderlieschen unter Seerosen beschwingt ihre Kreise. Und wenn zu guter Letzt noch der Kaisermantel, ein grosser orangefarbener Falter, über die Szenerie schwebt, ist Verena Rapolds Glück perfekt. «Leider gibt es von diesen Faltern nicht mehr so viele wie früher», sagt sie wehmütig.

Der Kreislauf des Lebens

Dass ein Garten ein Mikrokosmos für allerlei Lebewesen sein kann, beweist Elisabeth Bollier. Voller Freude führt sie durch ihr riesiges Grundstück und spricht dabei liebevoll von dessen Bewohnern wie den Schnecken oder Blindschleichen. Vor über 30 Jahren hat sie begonnen, ihren Garten nach eigenen Ideen zu gestalten. «Ich wollte mich aber der Natur anpassen, nicht umgekehrt», meint sie bestimmt. So finden bei ihr alle Tiere ein Zuhause. Selbst Rehe stolzieren gerne durch ihren Garten.

Elisabeth Bolliers Werk ist das gelungene Beispiel eines Kreislaufs des Lebens direkt vor der Haustür. «Ein perfekt getrimmter Garten zerstört nur den Lebensraum vieler Tiere.» Sie weiss ferner um die Heilkräfte vieler Pflanzen und sagt von sich selbst, sie sei praktisch nur im Garten anzutreffen. Bis der Winter kommt. Dann werde sie melancholisch, gibt Elisabeth Bollier zu. Aber auch dies gehöre zum Kreislauf des Lebens.

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