Monika Kreienbühl arbeitet seit 2 Monaten aushilfsweise in der Bibliothek Uitikon. Die passionierte und eigentlich pensionierte Bibliothekarin hat spontan ihre Hilfe angeboten, als Not an der Frau war. Zu ihren Hobbys gehören lesen und wandern. Vor einigen Jahren hat sie mit ihrem Mann und Hund Jupi die Schweizer Grenze umrundet. Darüber haben sie das Buch «Kein Hund wandert um die Schweiz … oder doch?» geschrieben.

Monika Kreienbühl, Sie haben den Kauf des Films «Madame: Nicht die feine Art» für die Bibliothek angeregt und jetzt haben Sie ihn sich angeschaut. Wie sind Sie auf den Film gestossen?

Monika Kreienbühl: Ich habe ihn entdeckt, als er im Vorspann eines anderen Filmes gezeigt wurde und er hat mich wegen der Hauptdarstellerin Rossy De Palma, die die Hausangestellte Maria spielt, angesprochen. Sie ist umwerfend, weil sie so überraschend agiert.

Worum geht es im Film?

Ein reiches amerikanisches Paar, neu nach Paris gezogen, möchte ein Dinner mit zwölf Gästen aus der High Society geben. Als sich unerwartet ein weiterer männlicher Gast dazugesellt, kann die abergläubische Gastgeberin sich mit der Zahl 13 nicht abfinden und sucht verzweifelt nach einer Lösung. Das Hausmädchen Maria muss dafür herhalten und soll sich als reiche Freundin ausgeben. Sehr gegen ihren Willen wird sie eingekleidet und entsprechend in ihre Rolle eingewiesen. Schon bald aber fühlt sich Maria sehr wohl und das weitere Schicksal nimmt seinen Lauf.

Was hat Ihnen speziell gefallen?

Der Film lässt die Grenzen der gesellschaftlichen Schichten verwischen. Maria, als Hausangestellte gewohnt zu dienen und keine weiteren Wünsche zu haben, steht plötzlich auf gleicher Stufe wie die Hausherrin und fasst Mut. Nicht mit viel Schönheit gesegnet, wird sie jedoch umworben und versucht, zu ihrem neuen Leben zu stehen. Da kommt es auch zu vielen lustigen Situationen. Eine Komödie, wie ich sie gerne mag.

Mit welchem anderen Film kann man ihn vergleichen?

Er hat mich ein bisschen an den Film «Was vom Tage übrig blieb», nach dem Buch von Ishiguro Kazuo erinnert. Der Hauptdarsteller Anthony Hopkins spielt den pflichtgetreuen, steifen, britischen Diener. Dieser durchschaut allerdings die Vorgänge im politischen Zusammenhang nicht, was dem Film viel Schwere gibt. «Madame» hingegen ist äusserst lustig, mit spitzen Dialogen und die Regisseurin Amanda Sthers lässt die französische Leichtigkeit durchdringen.

*Ursula Eigenmann ist Leiterin der Bibliothek Uitikon