Dietikon

Weniger Parkplätze: Das Parlament sagt erneut deutlich Ja zu autoarmem Wohnen

«Man muss einfach aufpassen, dass es nicht zu viel Druck auf den öffentlichen Raum gibt», sagte Konrad Lips (SVP) zur Motion von Andreas Wolf (Grüne), die weniger Pflichtparkplätze verlangt.

«Man muss einfach aufpassen, dass es nicht zu viel Druck auf den öffentlichen Raum gibt», sagte Konrad Lips (SVP) zur Motion von Andreas Wolf (Grüne), die weniger Pflichtparkplätze verlangt.

Mit 26 zu 5 Stimmen hat der Dietiker Gemeinderat gestern die Motion von Andreas Wolf (Grüne) für autoarmes Wohnen als erheblich erklärt. Nur die CVP-Fraktion war dagegen.

Wolfs Motion richtet sich gegen die Pflichtparkplätze, die Bauherren – zum Teil gegen ihren Willen – erstellen müssen, weil es die Dietiker Bauordnung so vorsieht. «Bauherrschaften, die den Bau von autoarmen beziehungsweise autofreien Siedlungen beabsichtigen, soll dies ermöglicht werden, und zwar ohne dass sie dafür bestraft werden», heisst es in seiner Motion.

Im Juli 2019 hatte das Parlament diese mit 17 zu 15 Stimmen an den Stadtrat überwiesen – gegen dessen Willen: Er hatte nämlich die sofortige Ablehnung der Motion beantragt.
Im Januar 2020 gab der Stadtrat bekannt, dass er beantragt, die Motion als erheblich zu erklären. Eine neue Verordnung über private Fahrzeugabstellplätze ist sein Ziel. Noch im ersten Quartal will der Stadtrat dem Kanton einen Entwurf zur Vorprüfung vorlegen.

Nur die CVP war gestern dagegen, die Motion als erheblich zu erklären. Eine neue Verordnung zu Parkplätzen sei zwar begrüssenswert, sagte Beda Felber. Aber die Motion sei «zu einseitig». Klar gebe es Quartiere mit zu vielen Parkplätzen. «Aber es gibt auch solche mit zu wenig Parkplätzen», so Felber.
Auch bei den Unterstützern der Motion gibt es Vorbehalte. «Man muss einfach aufpassen, dass es nicht zu viel Druck auf den öffentlichen Raum gibt», sagte Konrad Lips (SVP), «denn man sieht es in Zürich: Dort werden so viele Parkkarten verkauft, dass es nachher gar nicht genug Platz hat.»

Die EVP hatte sich eine Auslegeordnung vom Stadtrat erhofft. Man begrüsse das,
dass man nun mehr wisse, sagte Nadine Burtscher (EVP). Eine klare Meinung werde man
aber erst äussern, wenn die Parkplatzverordnung ausgearbeitet sei. «Zurzeit ist noch
alles etwas schwammig», führte Burtscher aus.

«Es ziehen Leute nach Dietikon, die kein Auto brauchen. Und das ist gut so», sagte Manuel Peer (SP). Er verwies darauf, dass der öV, je länger je mehr, eine wichtigere Rolle spielen soll. «Das über Parkplätze zu steuern, ist eine Methode.»

«In Dietikon wird es sehr viel Leute geben, die kein Auto haben», sagte Ernst Joss (AL). Auch verwies er darauf, dass heute Immobilienbesitzer Parkplätze bauen müssen, bei denen sie wissen, dass diese nachher nicht gebraucht werden. Olivier Barthe (FDP) begrüsste es, dass Liegenschaftenbesitzer künftig weniger Zwängen unterliegen sollen. Es sei bei der Unterstützung der Motion die Intention der FDP gewesen, den Liegenschaftenbesitzern maximale Freiheit zu ermöglichen.

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