Limmattal

Welche Profitrainer verstecken sich in der dritten Liga?

Er holt alles aus seinem Team raus. darin ähnelt Roger Balmer vom FC Oetwil-Geroldswil Ex-Aarau-Trainer René Weiler.

Er holt alles aus seinem Team raus. darin ähnelt Roger Balmer vom FC Oetwil-Geroldswil Ex-Aarau-Trainer René Weiler.

Die heimlichen Stars der Limmattaler Fussballszene stehen an der Seitenlinie. Die LIZ-Sportredaktion hat genau hingeschaut und wagt den Vergleich zu den Trainern in der Super League.

Antonio Caputo

Antonio Caputo ist emotional wie YB-Trainer Uli Forte

Antonio Caputo ist emotional wie YB-Trainer Uli Forte

FC Schlieren: 22 Spiele / 61 Punkte / 49 Strafpunkte / 77:22 Tore / Aufstieg

Caputo macht aus seinen Gefühlen keinen Hehl. Das könnte er auch gar nicht glaubwürdig, graben sich seine Emotionen doch tief in sein Gesicht ein und nehmen seine Stimme in Beschlag – als würde YB-Trainer Uli Forte auf dem Zelgli amten. Caputo nimmt alle Gegner ernst und zeigt in den meisten Fällen Respekt vor der Arbeit der andern. In Bezug auf seine Arbeit und die seiner Mannschaft reagiert er indes sehr empfindlich, wenn die Wertschätzung von aussen nicht vorhanden ist. Dank seines Gerechtigkeitssinns wird er die Schlieremer auch in der 2. Liga zu einer verschworenen Einheit formen.

Uli Forte

Uli Forte

Fabio Stiz

Birmensdorf-Trainer Fabio Stitz gibt sich überlegen wie Ciriaco Sforza vom FC Wohlen.

Birmensdorf-Trainer Fabio Stitz gibt sich überlegen wie Ciriaco Sforza vom FC Wohlen.

 FC Birmensdorf: 22 Spiele / 59 Punkte / 74 Strafpunkte / 73:27 Tore / Rang 2

Stiz ist der charismatischste Limmattaler 3.-Liga-Trainer und mit allen Wassern gewaschen. In seiner Wahrnehmung gibt es nur ein Team: seins. Wenn eine Equipe besser abgeschnitten hat, hat sich die Welt gegen seine Mannschaft verschworen. Intrigen verurteilt er – sofern sie nicht seiner Sache dienen. All das kennt man von Ciriaco Sforza. Wie jener versteht es Stiz, seinem Gegenüber zu verstehen zu geben, dass er keine Ahnung von der Materie hat. Mit seinem enormen Ehrgeiz steckt er selbst ehemalige 1.-Liga-Spieler an. Damit wird er den FCB auch in der kommenden Saison zu Höhenflügen animieren.

 Roger Balmer

Er holt alles aus seinem Team raus. darin ähnelt Roger Balmer vom FC Oetwil-Geroldswil Ex-Aarau-Trainer René Weiler.

Er holt alles aus seinem Team raus. darin ähnelt Roger Balmer vom FC Oetwil-Geroldswil Ex-Aarau-Trainer René Weiler.

FC Oetwil-Geroldswil: 22 Spiele / 40 Punkte / 39 Strafpunkte / 52:27 Tore / Rang 3

Balmer verkörpert den Typus des Aufstrebenden, der alles aus den Möglichkeiten seiner Mannschaft herausholt, indem er die Spieler auf seine Idee einschwört und auch jungen Akteuren das Vertrauen schenkt. Das hat in Albisrieden ebenso geklappt wie nun beim FCOG. Es brauchte allerdings jeweils zwei Saisons, bis das System griff. Auf dem Weg dahin liegen oft auch Enttäuschung und Zerknirschtheit, wie sie Balmer mimisch wundervoll zur Schau stellen kann. Auch in der Rolle des geprügelten Hundes erinnert er an den Ex-Aarau-Trainer René Weiler. Wie jenem werden Balmer höhere Aufgaben zugetraut.

José Varela

José Varela vom FC Engstringen hat einiges mit FC-Thun-Trainer Urs Fischer gemein.

José Varela vom FC Engstringen hat einiges mit FC-Thun-Trainer Urs Fischer gemein.

FC Engstringen: 22 Spiele / 31 Punkte / 67 Strafpunkte / 74:53 Tore / Rang 6

War Varelas Vorgänger Paul Schärer für viele Spieler von der Brunewiis wie ein Vater, ist er selbst der nette Onkel. Mit seiner hemdsärmeligen und freundschaftlichen Art ist er die Idealbesetzung für den familiären Verein. Angesichts dieser Charakteristik drängt sich der Vergleich mit Urs Fischer vom FC Thun geradezu auf. Wie dem früheren FCZ-Captain und -Trainer bieten sich Varela beschränkte Möglichkeiten, was die Zusammenstellung des Teams anbelangt. Improvisation und Nachsicht sind da unerlässliche Eigenschaften – die wird Varela auch nächste Saison brauchen, um das Spektakelteam auf Kurs zu halten.

Andi Wiederkehr

Der Trainer des FC Urdorf, Andi Wiederkehr, ist pragmatisch und unspektakulär. St. Gallen-Trainer Jeff Saibene auch.

Der Trainer des FC Urdorf, Andi Wiederkehr, ist pragmatisch und unspektakulär. St. Gallen-Trainer Jeff Saibene auch.

FC Urdorf: 22 Spiele / 31 Punkte / 83 Strafpunkte, 41:40 Tore, Rang 5 (Gruppe 1)

Wiederkehr führt den Absteiger aus der 2. Liga mit grosser Geduld und Gelassenheit. In einer unspektakulären Saison belegte seine farblose Mannschaft in einer farblosen Gruppe auf einen farblosen Platz. Auch Ex-Profispieler Wiederkehr war mit seiner pragmatischen Art kein Blender. Er erinnert dabei an den St. Galler Trainer Jeff Saibene. Wie jener versprüht Wiederkehr die anscheinend von Resultaten unabhängige Freude, ein Team trainieren zu dürfen. Und wie Saibene wird Wiederkehr in der kommenden Saison alles daran setzen, seine Mannschaft wieder näher an den Fokus des Interesses zu rücken.

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