Nach Schlieren und Oberengstringen nimmt nun auch Geroldswil am kantonalen Integrationsprogramm (KIP) teil. Dieses soll den Gemeinden in diesem Bereich finanziell unter die Arme greifen. Grundlage für die Zusammenarbeit ist eine Leistungsvereinbarung zwischen Kanton und Gemeinde, die verschiedene Massnahmen vorsieht. Wie Gemeindeschreiber Beat Meier erklärt, finden sich darunter individuelle Erstgespräche mit Neuzuzügern aus dem Ausland und Deutschkurse. Auch die Spielgruppe Plus ist eine der Massnahmen. Da diese aber bereits von der Schule angeboten wird, müssen die Kosten dafür vom Budget der Schule auf das der Gemeinde übertragen werden.

Der jährlich wiederkehrende Kredit der Gemeinde in der Höhe von 19 000 Franken deckt 45 Prozent der Kosten, die für die Integrationsmassnahmen ausgegeben werden. Der Kanton zahlt rund 23 000 Franken, was Gesamtausgaben in der Höhe von rund 42 000 Franken für die drei Massnahmen ergibt. Die vom Kanton gesprochenen Gelder sind jedoch an Bedingungen geknüpft. So werden in Vereinbarungen die Leistungen festgehalten, welche jede Gemeinde erbringen muss. Qualitätskontrollen sollen regelmässig durchgeführt werden. Dies hat Urdorf dazu bewegt, das KIP nicht in Anspruch zu nehmen (siehe Artikel vom 6. November 2013). So würde beispielsweise das Rapportwesen einen administrativen Mehraufwand bedeuten. Da dieser in keinem Verhältnis zum Ertrag des Angebots stehe, sehe man in Urdorf von einer Zusammenarbeit ab, hiess es damals vonseiten der Gemeinde.

Noch nicht definitiv ausgestaltet

In Geroldswil schätzt man die Lage anders ein. «Mit diesen 19 000 Franken wurde ein Rahmenkredit gesprochen. Ende Jahr rechnet die Gemeinde ab und wir werden sehen, was daraus gemacht wurde», so Beat Meier. Die konkrete Umsetzung muss somit noch ausgearbeitet und organisiert werden. Beispielsweise wisse man noch nicht, wie die Erstgespräche mit Ausländern aussehen werden. Zwar gebe es vom Kanton vorgegebene Richtlinien, eine Ausgestaltung stehe aber noch bevor. In den Genuss eines solchen Erstgesprächs kommen jährlich rund 20 bis 25 Personen, wie Meier sagt.

Nicht mehr Stellenprozente

Auch bei der Durchführung der Deutschkurse gibt es noch keine Detailplanung. «Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass wir hier einen Auftrag an Dritte vergeben», so Meier. Jedenfalls rechne er auf Ende Februar oder Anfang März mit einem ausgearbeiteten Umsetzungskonzept. Wie die Gemeindeverwaltung dem administrativen Mehraufwand begegnen wird, weiss Beat Meier aber bereits jetzt. Im Gegensatz zu Schlieren werde keine Integrationsbeauftragte angestellt. «Jemand aus unserem Verwaltungsteam wird diese Aufgaben übernehmen – vorläufig ohne zusätzliche Stellenprozente.»