Weiningen

Weininger Wein mischt an der Spitze mit

Hans-Heinrich, Dora und Robin Haug freuen sich über das Golddiplom für ihren Riesling-Sylvaner.  zim

Hans-Heinrich, Dora und Robin Haug freuen sich über das Golddiplom für ihren Riesling-Sylvaner. zim

«Reife Nase von Apfel und Steinfrüchten. Am Gaumen präsentiert er sich leicht herb mit schönem Kamillenfinale». So also schmeckt der Weininger Riesling-Sylvaner Auslese 2009 der Familie von Weinbauer Hans-Heinrich Haug.

Das Magazins «Vinum» hat zusammen mit der Winzervereinigung «Vinea» zum fünften Mal den Grand Prix du Vin Suisse organisiert und den Weininger Wein in der Kategorie «Müller-Thurgau» mit einem Golddiplom ausgezeichnet. Das bedeutet, dass der Tropfen aus dem Limmattal bei der Degustation über 90 Punkte – das Maximum liegt bei 100 Punkten – erreicht hat.

Nominiert für den Final

Zudem wurde der Weininger Riesling-Sylvaner in seiner Kategorie für den Final der besten sechs Weine seiner Art nominiert. Zu einem Podestplatz – die Ränge vier bis sechs werden nicht vergeben – reichte es zwar nicht, dennoch freut man sich über das hervorragende Ergebnis. «Das zeigt, dass bei uns qualitativ sehr gut gearbeitet wird», sagt Hans-Heinrich Haug. Insgesamt seien über 3000 Weine in elf verschiedenen Kategorien eingereicht worden. «Jeder Winzer setzt dabei auf Weine, die aus seiner Sicht überhaupt eine Chance haben, ein Diplom zu gewinnen», so Hans-Heinrich Haug. Dies zeige, wie hoch das Niveau dieses Wettbewerbes sei.

In der Tat erhält längst nicht jeder der eingereichten Weine eines der begehrten Silber- oder Golddiplome, wie ein Blick auf das Reglement des Wettbewerbes zeigt. Insgesamt vergab die Jury 250 Gold- und 660 Silberdiplome. Denn da der Wettbewerb unter dem Patronat des Schweizer Önologenverbandes durchgeführt wird, dürfen gemäss Reglement nicht mehr als 30 Prozent der eingereichten Weine prämiert werden. Da die Finalnomination insgesamt nur 66 der über 3000 eingereichten Weine vergönnt ist, gehört der Weininger Riesling-Sylvaner Auslese 2009 dieses Jahr zu den besten zwei Prozent der Schweizer Weine.

Geschmackliche Unterschiede

Bei Haugs will man das Resultat dennoch nicht zu hoch bewerten. «Das Golddiplom zeigt lediglich, dass fünf Degustatoren unserem Wein eine hohe Punktezahl gegeben haben. Das heisst noch lange nicht, dass der Wein auch unseren Kunden schmeckt», sagt Sohn Robin Haug, der kürzlich sein Önologiestudium abgeschlossen hat. Er wäre auch mit einem Silberdiplom zufrieden gewesen. Bereits eine solche Auszeichnung ist ein Indiz für den hohen qualitativen Standard.

Der beste Wein in der Kategorie Müller-Thurgau – in der Schweiz ist die Bezeichnung Riesling-Sylvaner wesentlich gebräuchlicher – ist gemäss den Degustatoren der Riesling-Sylvaner Remigen 2010 von Zweifel Weine aus Zürich. «Interessant ist, dass dieser Wein ganz anders schmeckt als unserer. Ich dachte zuerst, dass die sechs für den Final nominierten Weine alle geschmacklich nahe beieinanderliegen würden», so Hans-Heinrich Haug. Dem sei aber überhaupt nicht so. Die Weine würden sogar weit auseinander liegen.

Zu diesem Schluss kommen auch die Degustatoren im Weinmagazin «Vinum», wenn sie über die Kategorie «Müller-Thurgau» schreiben: «Eine Kategorie mit ungeheurer Stilbreite, vom ultrafrischen, spritzigen Typ, der fast an Sauvignon Blanc erinnert, bis zum runden, sanften Bonbon-Typ.»

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