Weiningen
Weininger Oberstufen-Schüler putzen und rennen für den guten Zweck

Oberstufenschüler aus acht Klassen engagierten sich am Helfertag, um Geld für die traditionelle Weihnachtsaktion zu sammeln. Unterstützt wird dieses Jahr eine Augenklinik.

Von Sandro Zimmerli
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Oberstufe Weiningen organisierte einen Sponsorenlauf, um Geld für Augenklinik zu sammeln
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Beachtliche Leistungen zeigten einige Mädchen, die sieben Kilometer zurücklegten
Die Rundenzähler hatten einiges zu tun
Lehrer Petr Nef ging mit gutem Beispiel voran und lief auch mit

Oberstufe Weiningen organisierte einen Sponsorenlauf, um Geld für Augenklinik zu sammeln

Sandro Zimmerli

Einmal tief durchatmen und dann ab in die Wärme - die Anstrengung ist den Weininger Oberstufenschülern anzusehen. 40 Minuten lang sind sie im Weiniger Feld Runden gelaufen. Die schnellsten haben in dieser Zeit 8 Kilometer geschafft, der grosse Teil zwischen 5 und 6 Kilometer. Eine beachtliche Leistung, fanden die Eltern und Lehrer, die die Läufer an der Strecke lautstark anfeuerten. Zu gewinnen gab es nichts.

Im Vordergrund stand der gute Zweck. Die Schüler aus acht Klassen sammelten Geld für die schon zur Tradition gewordene Weihnachtsaktion der Oberstufe Weiningen. Alle Läufer hatten sich vorab Sponsoren gesucht, die pro gelaufene Runde einen Beitrag zur Sammelaktion leisten.

Persönlicher Bezug ist wichtig

Unterstützt wird dieses Jahr die in Brugg ansässige Vision Tibet. Das Projekt unterhält unter anderem ein mobiles Augenoperationszentrum in Nepal und Tibet. «Dort können sich Betroffene den Grauen Star operieren lassen», sagte Peter Nef, Lehrer an der Oberstufe und Verantwortlicher für die Durchführung der Weihnachtsaktion. Eine Operation koste rund 50 Franken. Ein Läufer, der zwei Sponsoren gefunden habe, die pro Runde je 5 Franken bezahlen, müsse also fünf Runden laufen, um eine Operation zu finanzieren, rechnete Nef vor. Nebst der Vision Tibet werde zudem ein Heim für verlassene Mütter in Honduras unterstützt.

Auf die Idee, für das Augenoperationszentrum zu sammeln, kam Nef durch den Hinweis der Mutter einer seiner Schülerinnen. Dies entspricht ganz dem Credo der Weihnachtsaktion. «Wir unterstützen jedes Jahr ein Projekt, zu dem auf irgendeine Weise ein persönlicher Bezug besteht», erklärte Nef. Letztes Jahr waren dies die Médecins sans Frontiers, vor zwei Jahren ein Kinderhilfswerk in der Ukraine. Die Beziehung zu den Médecins sans Frontiers entstand durch einen Besuch einer Ausstellung zu diesem Thema. Das Hilfswerk in der Ukraine wird vom Zürcher Jesuitenpater Robert Hotz geleitet, der aus der gleichen Kirchgemeinde wie Peter Nef stammt.

Hilfe im Haushalt

Die erste Sammelaktion der Oberstufe liegt aber noch weiter zurück. 2005 spendeten die Schüler für die Urner Gemeinde Bristen im Maderanertal, die durch ein Hochwasser schwer geschädigt wurde. «Diese Aktion fand allerdings im Sommer statt. Erst ein Jahr darauf haben wir den Termin kurz vor Weihnachten verlegt», erinnerte sich Nef. Seither habe sich der Umfang der Sammlung stetig ausgeweitet.

Der Sponsorenlauf gestern Nachmittag war denn auch für viele Schüler nicht der erste und auch nicht der letzte Termin, den sie im Zusammenhang mit der Weihnachtsaktion wahrnahmen. Bereits am Vormittag waren fleissige Helfer unterwegs, die für den guten Zweck Kleider bügelten, Guetzli backten, Autos reinigten oder im Haushalt mitwirkten. Am Abend standen einige auf der Bühne, um am Theaterabend Freunde, Verwandte und Bekannte zu unterhalten.

Zu den fleissigen Haushaltshilfen gehörten die 14-jährige Selina und ihre 13-jährige Kollegin Aileen. Die beiden Mädchen waren bei ihrer ehemaligen Lehrerin Angela Böni engagiert. Dort putzten sie die Küche - eine anstrengende Angelegenheit, wie Aileen zu berichten wusste. «Am Ende ist man richtig erschöpft», sagte sie. Spass mache es aber trotzdem.

Für einen guten Zweck haben Sina und Aileen die Küche ihrer ehemaligen Lehrerin zu Glänzen gebracht

Für einen guten Zweck haben Sina und Aileen die Küche ihrer ehemaligen Lehrerin zu Glänzen gebracht

Sandro Zimmerli

Es sei eine ganz andere Art von Arbeit als jene, die sie letztes Jahr verrichtet hätten. «Damals waren wir bei meinem Vater in der Firma, in einer Polsterei. Wir durften helfen, Möbel auszumessen», erinnert sich Sina. Das Putzen der Küche liege ihr eher als die Arbeit in der Werkstatt. Allerdings sei sie es nicht gewohnt, eine ganze Küche zu putzen, «obschon ich auch zu Hause im Haushalt mithelfe». Für den guten Zweck sei sie aber gerne bereit, anzupacken. Angela Böni fand nur lobende Worte für ihre beiden Helfer: «Sie machen das ausgezeichnet.»