Weiningen

Weininger Koksleiche: Gemäss Polizei ein seltener Fall

Hier wurde die Leiche des Mannes gefunden: Das asphaltierte Verbindungsstück zwischen der Umfahrungsstrasse Weiningen und dem Feldweg. fni

Hier wurde die Leiche des Mannes gefunden: Das asphaltierte Verbindungsstück zwischen der Umfahrungsstrasse Weiningen und dem Feldweg. fni

Ermittlungen haben ergeben, dass es sich bei dem Anfang Dezember in Weiningen gefundenen Toten um einen österreichischen Staatsbürger handelt. Als Todesursache steht eine Kokainvergiftung im Vordergrund, wie die Kantonspolizei Zürich mitteilt.

Die Identität der Leiche, die Anfang Dezember im Weiningerfeld gefunden wurde, ist geklärt. Es handelt sich dabei um einen 50-jährigen Österreicher mit Wohnsitz in der Dominikanischen Republik, wie die Kantonspolizei Zürich gestern mitteilte. Er war dort bereits seit 10 Jahren registriert. Als Todesursache steht eine Kokainvergiftung im Vordergrund. Unklar bleibt, wer den Toten am Sonntag, den 6. Dezember, auf dem Feldweg bei der Umfahrungsstrasse Weiningen abgelegt hat.

Gewalt kann nicht Ursache sein

Nachdem ein Angestellter des Strassenunterhaltsdienstes die Leiche entdeckt hatte, hielt die Polizei zunächst auch ein Gewaltverbrechen als Todesursache für möglich. Nach den zwischenzeitlichen Ermittlungen kann ein Tötungsdelikt laut Carmen Surber, Mediensprecherin der Kantonspolizei, nun aber «weitgehend ausgeschlossen werden». Bei der Obduktion wurden Fingerlinge mit Kokain im Körper des Mannes sichergestellt. «Das Institut für Rechtsmedizin hat darauf bestätigt, dass eine Überdosis Kokain zum Tod des Mannes geführt hat», sagt Surber.

Aus kriminalistischer Sicht handelt es sich daher um einen für die Schweiz sehr aussergewöhnlichen Fall. Zwar werden laut Surber am Flughafen Kloten regelmässig sogenannte «Bodypacker» dabei erwischt, wie sie – meist für wenige 1000 Dollar Lohn – in Kondome oder ähnliches Material verpacktes Kokain im Magen ins Land schmuggeln wollen. «Doch dass dabei jemand stirbt, passiert fast nie.»

Insgesamt befanden sich im Magen der Weininger Leiche gemäss Kapo «mehrere hundert Gramm» der Droge. Reissen solche Fingerlinge, so kann dies zum Multiorganversagen und zum Tod führen. Das Universitätsklinikum Bonn schätzte die tödliche Dosis für oral eingenommenes Kokain vor kurzem auf 1 bis 2 Gramm.

Der Mann starb anderswo

Sicher ist laut Surber auch, dass der Fundort des Mannes nicht sein Sterbeort gewesen sein kann: «Er war zum Zeitpunkt des Fundes bereits mehrere Tage tot. Wäre er dort verstorben, so hätte ihn bestimmt früher jemand entdeckt.» Weiterhin unklar bleibt aber, wer den Leichnam am Strassenrand abgelegt hat. Ebenso sind die Ermittlungen betreffend seinen Aufenthaltsort vor seinem Tod sowie über seine Beziehungen nach wie vor im Gange. Laut Surber weiss man diesbezüglich nur, dass der Mann bis zu seinem Tod in der Schweiz noch nicht kriminell aufgefallen ist.

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