Die Vielfalt ist überwältigend: Frische Backwaren sind auf einem Tisch drapiert und lassen das Wasser im Munde zusammenlaufen, daneben stehen verschiedene Olivenöle zur Degustation bereit, ein Coiffeur-Salon stellt seine Produkte vor. 32 Aussteller haben sich an diesem Samstag in Weiningen versammelt, um ihre Produkte zu präsentieren. Die Besucher schlendern von Stand zu Stand, probieren hier, informieren sich da. Ins Gewirr der Stimmen mischt sich auch das Knarren des Holzbodens. Denn ausgestellt wird nicht etwa in einer grossen Messehalle, sondern auf drei Stockwerken im altehrwürdigen Gebäude des Restaurants Linde.

Die unterschiedlichen Räume, die das Haus vorzuweisen hat, standen denn auch am Anfang der Genuss-Messe, wie Maya Grossmann, Geschäftsführerin und Gastgeberin in der «Linde», sagt. «Wir wollten etwas auf die Beine stellen, von dem alle etwas haben: unsere Lieferanten und die Gewerbetreibenden im Limmattal genauso wie die Besucher und das Restaurant», erklärt sie.

Probieren und Staunen

Im Keller stellen derweil Weininger Rebbauern ihre Tropfen vor. Silvia Vogler, die mit ihrem Mann Peter den gleichnamigen Weinbau-Betrieb führt, ist begeistert vom speziellen Raum. «Obwohl ich aus der Region bin, wusste ich nicht, was sich alles in diesem Gebäude versteckt», sagt sie. Grossmanns Rechnung scheint aufzugehen: Besucher wie Aussteller bewundern den grossen Saal im Obergeschoss, lassen es sich auf der Sonnenterrasse gut gehen oder staunen über die kleinen Säle und den Keller.

Neben den Ständen locken auch stündlich stattfindende Degustationen, Vorführungen und Workshops Zuschauer an. Sogar ein Ausschnitt aus dem Theaterstück «Der Mustergatte» wird gezeigt. Das Kleine Tournee-Theater Zürich hat hier nämlich am Abend zuvor eine Vorstellung gegeben und konnte so gleich ein Teil des Bühnenbildes stehen lassen. An einem der Coiffeur-Stände erhält eine Besucherin eine kunstvolle Frisur – perfekt für die Hochzeit, zu der sie anschliessend eingeladen ist.

Für Kinder, denen das Umherschlendern der Eltern zu langweilig ist, bieten Mitglieder der Pfadi Altberg eine Kinderbetreuung an – mit gratis Pommes frites, Schlangenbrot und verschiedenen Spielen. Immer wieder sind die jungen Pfadi-Frauen jedoch die Einzigen, die an den Tischen mit den Spielen und Malsachen sitzen. Viele Eltern seien mit ihren Kindern wohl lieber in die Badi gegangen anstatt hierher, vermuten sie. Ähnlich tönt es auch in den anderen Räumen: Man hätte sich etwas schlechteres Wetter und dafür mehr Besucher gewünscht. Dennoch liegt die Bilanz mit über 200 Interessierten im Rahmen der Erwartungen.

Und diejenigen, die kamen, sind begeistert: «Wir haben jetzt schon an verschiedenen Ständen etwas gekauft – jetzt geht es gleich weiter, es hat noch einige Sachen, die ich mir genauer ansehen will», sagt etwa Christoph Aebersold, der aus Würenlos angereist ist.