Weiningen
Von Pralinen bis zu Seidenmalbildern: Die Ausstellung Kunst und Schaffen lädt ins Schlössli Weiningen ein

Dieses Wochenende stellen 24 Ausstellerinnen und Aussteller ihre Kreationen im Schlössli Weiningen zur Schau. Dabei kommen auch Feinschmecker nicht zu kurz.

Lydia Lippuner
Drucken
Claire Birrer (links) organisiert dieses Wochenende die Ausstellung Kunst und Schaffen im Weininger Schlössli. Ihre Tochter Caroline Birrer (rechts) unterstützt sie bereits seit Jahren tatkräftig dabei.

Claire Birrer (links) organisiert dieses Wochenende die Ausstellung Kunst und Schaffen im Weininger Schlössli. Ihre Tochter Caroline Birrer (rechts) unterstützt sie bereits seit Jahren tatkräftig dabei.

Lydia Lippuner

An der diesjährigen Ausstellung Kunst und Schaffen in Weiningen, die am Freitag gestartet ist, wird der Besuch bereits beim Eintritt versüsst. Zum ersten Mal ist auch Marlise Schellenberg, mit Pralinen aus ihrem Schoggi-Atelier in Dietikon vertreten. «Das ist eine Familien-Tradition», sagt Schellenberg. Bereits ihre Eltern, hätten unter dem Slogan «öpis bsunders guets» Pralinen hergestellt. Die verschiedenen Pralinen stehen auf einer Metall-Etagere. Metallkunst ist ein weiteres Standbein der Künstlerin.

«Dieses Jahr sind wieder zwei neue Aussteller dabei», sagt Claire Birrer. Sie organisiert den Anlass bereits seit zehn Jahren. Es sei ihr wichtig, dass immer wieder neue Leute ausstellen können. «Ich möchte den kreativen Leuten eine Plattform bieten, auf der sie ihr Schaffen zeigen können.» Dabei sei es nicht immer einfach, die passenden Leute zu finden. Denn es ist Birrer wichtig, dass die Ausstellung ein gewisses Niveau habe. «Man muss etwas Exklusives bieten», sagt sie.

Dieses Wochenende stellen Künstlerinnen und Künstler ihre Kreationen im Schlössli Weiningen zur Schau.
9 Bilder
Claire Birrer (links) organisiert dieses Wochenende die Ausstellung «Kunst und Schaffen» im Weininger Schlössli. Ihre Tochter Caroline Birrer (rechts) unterstützt sie bereits seit Jahren tatkräftig dabei.
Die Organisatorin wünscht, dass sich die Menschen an der Ausstellung begegnen.
Bruno Grüniger kreiert farbenfrohe Seidenbilder.
Ruedi Haug aus Weiningen stellt seit Jahren Schmuck aus Stein her.
Margrit Roth-Haug verkauft Gartenkeramik. Zudem hat sie auch angefangen zu stricken.
Für einen Topflappen strickt sie 10’480 Maschen.
Marlise Schellenberg verkauft Süssigkeiten aus ihrem Schoggi-Atelier in Dietikon.
Die sogenannten Griottes, das sind in Schokolade eingelegte Weichseln, gehören zu ihren Spezialitäten.

Dieses Wochenende stellen Künstlerinnen und Künstler ihre Kreationen im Schlössli Weiningen zur Schau.

Lydia Lippuner

Topflappen mit 10'480 Maschen

An der Ausstellung ist auch das Limmattal gut vertreten. So sind dieses Jahr sieben der 24 Aussteller aus der Region. Im unteren Stock hat beispielsweise die Weiningerin Margrit Roth-Haug einen Tisch. Die ehemalige Handarbeitslehrerin stellt bereits zum zweiten Mal im Schlössli aus. Auf ihrem Tisch liegen nebst verschiedenen Gartenkeramikartikeln auch Topflappen. «Ich stricke, um beim Fernsehen nicht einzuschlafen», sagt sie und lacht. Dabei leistet sie Erstaunliches: Für einen Topflappen stricke sie 10'480 Maschen. Diese habe sie in weniger als zwei Abenden gestrickt. Auch der Steinschleifer und Schmuckgestalter Ruedi Haug stellt nicht zum ersten Mal aus. «Ich war bereits sechsmal hier und freue mich auf diese Ausstellung», sagt er.

Wie jedes Jahr sind auch Ruth und Hanspeter Haug aus Weiningen dabei. Die beiden versüssen den Gästen seit der Gründung der Kunstausstellung mit ihren Weinen den Besuch. «Ihr könnt in aller Ruhe schauen und degustieren», sagt Ruth Haug hinter dem Tresen. Weiss oder rot, herb oder süss: Auch hier gibt es ganz verschiedene Variationen. Nur Rosé gebe es aufgrund des schlechten Wetters letztes Jahr nicht.

Für die Organisatorin ist die Ausstellung ein Herzensanliegen

Im hintersten Raum hängen die Seidenbilder des Urdorfer Künstlers Bruno Grüniger. Die Konturen der Häuser heben sich kontrastreich vom Hintergrund ab. Das habe er erst nach viel Übung so darstellen können, sagt er. Anfangs seien viele seiner Bilder verlaufen. «Ich musste viel Lehrgeld bezahlen», sagt er. Doch nun ist Grüninger begeistert vom Malen auf Seide.

Laut Birrer ist die Ausstellung nicht nur dazu da, um Kunst zu verkaufen, sondern auch, um neuen Menschen zu begegnen. Dazu hat sie zum ersten mal einen langen Tisch im Obergeschoss aufgestellt. Das Essen für den gedeckten Tisch kommt aus der Küche, wo Birrers Tochter Caroline den Überblick hat. «Meine Tochter unterstützt mich stark», sagt Birrer. Dank dieser Hilfe sei es ihr so viele Jahre möglich gewesen, ihr Herzensanliegen, die Kunstausstellung immer wieder durchzuführen.

Bis am Sonntag findet im Schlössli Weiningen die Ausstellung Kunst und Schaffen statt. Am Samstag ist sie von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.