Schlieren

Weil der Schulweg für die Kinder eine Gefahr ist, wollten Eltern den Verkehr lahmlegen

Auch auf Flugblättern wurde auf die Gefahr hingewiesen.

Auch auf Flugblättern wurde auf die Gefahr hingewiesen.

Eine Petition verlangt Lotsendienst fürs Zelgli Schulhaus, denn Eltern finden den Schulweg für ihre Kinder nicht zumutbar.

Das Wort «Engstringerkreuzung» erhitzt derzeit die Gemüter im Schlieremer Zelgli Quartier. So wurde am Freitag auf der Plattform «Petitio» eine Unterschriftensammlung lanciert, um den Fussgängerübergang für Kindergärtner und Schüler sicherer zu machen. Jene, die südlich der Bernstrasse wohnen, müssen die Hauptverkehrsader mehrmals täglich passieren. Nach nur zwei Tagen fand das Anliegen gestern Abend bereits über 80 Unterstützer.

Eingereicht wurde die Petition von Andrin Brüderlin, dessen Kinder das Zelgli Schulhaus besuchen. «In Gesprächen mit anderen Eltern erfuhr ich, dass beinahe alle mit ihren Kindern einen Zwischenfall erlebten, bei denen ein Unglück knapp hatte verhindert werden können», so Brüderlin. Einerseits seien die Grünphasen derart kurz, dass sich auch Erwachsene beeilen müssen. Andererseits berge die Verkehrsinsel eine Gefahr für die Kinder, da auf der Bernstrasse starker Verkehr herrscht. «Besonders in Anbetracht der Sperrung der Schönenwerd-Kreuzung während des Sommers wird noch mehr Autoverkehr auf die Bernstrasse zukommen», so Brüderlin. Für ihn steht fest: «Man will dort kein Kind auf der Insel stehen sehen.»

Seit mehreren Jahren würden Eltern die Stadt darauf aufmerksam machen, dass der Übergang gefährlich ist. Doch es passiert nichts. «Ein Lotsendienst wäre jedoch das Mindeste und würde an dieser Kreuzung für einen sicheren Übergang sorgen», so Brüderlin. Noch viel besser wären aber längere Grünphasen oder gar bauliche Massnahmen, wie die Erstellung einer Unterführung.

Ist der Weg zumutbar?

Schulvorsteherin Bea Krebs (FDP) kann die Bedenken durchaus nachvollziehen. «Doch ist es für die Entwicklung der Kinder wichtig, dass sie den Schulweg selbstständig zurücklegen können und somit Erfahrungen sammeln», sagt Krebs auf Anfrage. Dieser Abschnitt der Bernstrasse sei in der Schule bereits seit längerem ein Thema. «Zentrale Frage ist, ob ein Schulweg zumutbar ist. Wir liessen dies von der Polizei abklären und diese kam zu Schluss: Er ist es», so Krebs. Nichtsdestotrotz müssten Kinder Unterstützung erhalten. «Etwa indem die Eltern den Weg vor Kindergarten- oder Schulantritt üben.» Danach sei in den ersten paar Wochen nach Schulbeginn die Polizei auf Patrouille und schaue zum Rechten», so Krebs.

Demonstration geplant

«Mit dem Argument, dass der unbegleitete Schulweg wichtig ist für die Entwicklung der Kinder, hat Krebs absolut recht», sagt Brüderlin, der selber Lehrer ist. Doch berge die Kreuzung Bern-Engstringerstrasse grosse Gefahr. «Mit Entwicklung hat dies nichts zu tun.»
Wie aus mehreren Quellen, die nicht namentlich genannt werden wollen, zu erfahren ist, herrschte an einem Elternabend von vergangener Woche ein aufgeheiztes Klima. Es sei zu sehr emotionalen Voten gekommen. Beatrice Krebs sagt dazu, dass man die Sorgen der Eltern um ihre Kinder durchaus wahrgenommen habe. «Diese Angst nehme ich ernst.»

Bereits am vergangenen Samstag hätte eine Demonstration an der Engstringerkreuzung stattfinden sollen, die auf den Umstand aufmerksam machen sollte. Sie wurde erst auf den kommenden Samstag verschoben, danach jedoch ganz gestrichen. «Mehrere Eltern sprachen davon, den Verkehr zum Stillstand zu bringen, um aufzuzeigen, wie stark befahren diese Kreuzung ist», so Brüderlin. Doch schiesse dies klar am Ziel vorbei und mache die Autofahrer zu Sündenböcken. Er als Petitionär distanziere sich von einer solchen Aktion. «Aus meiner Sicht fehlt es auch ein wenig am politischen Willen, den Fussgängerstreifen sicherer zu machen.» Wie es nun weitergeht, ist offen. Schafft Brüderlin es, bis in einem Monat 200 Unterschriften zusammenzubringen, überreicht Petitio.ch das Anliegen der Stadt Schlieren.

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