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Weihnachtsmarkt und Adventsfenster: Trotz Corona ist noch etwas los

Die Adventsfenster in Weiningen werden wie letztes Jahr vom Elternverein durchgeführt und sollen die Leute trotz allem erfreuen.

Die Adventsfenster in Weiningen werden wie letztes Jahr vom Elternverein durchgeführt und sollen die Leute trotz allem erfreuen.

Viele Veranstaltungen können zwar nicht mehr stattfinden. Doch trotz Einschränkungen versuchen viele Gemeinden, das kulturelle Leben aufrecht zu erhalten.

Wegen der Coronapandemie und der vielen damit verbundenen Einschränkungen mussten vielerorts beinahe alle Veranstaltungen abgesagt werden. Die Gemeinden im Limmattal müssen ebenfalls abwägen – mit kreativen Anpassungen versuchen sie jedoch, dass in den kommenden Wochen doch nicht alle Lichter aus bleiben.

Möglichst viel Kultur, möglichst wenig Risiko

Laut Irene Brioschi, Kulturbeauftragte der Stadt Dietikon, hat die Kulturkommission der Stadt schon im Frühling entschieden, dass die gesamte Herbstsaison im Gleis 21 stattfinde. «Dort können wir gut mit bis zu 50 Personen veranstalten, ohne dass es zu eng wird», erklärt Brioschi.

Viele der Veranstaltungen würden ausserdem als Livestream angeboten. Einige Veranstalter hätten Anlässe allerdings bereits von sich aus abgesagt, so zum Beispiel den Kunstmarkt und die Fotoausstellung. «James Gruntz hat sein Konzert ebenfalls von sich aus abgesagt», sagt Brioschi. Die Diskussion laufe ständig und sie sei sehr vorsichtig. «Ich habe aber das Gefühl, im Gleis 21 können wir die Leute gut schützen», meint sie. Bis auf weiteres werden dort nach Möglichkeit Veranstaltungen durchgeführt.

Die Situation erfordert Spontanität

Die Stadt Schlieren bemüht sich ebenfalls darum, noch kulturelle Veranstaltungen durchzuführen. «Wir entscheiden bei den Veranstaltungen der Kulturkommission immer 14 Tage im Voraus», sagt Markus Bärtschiger (SP), Stadtpräsident und Präsident der Kulturkommission. Viele Anlässe von privaten Veranstaltern seien bereits abgesagt worden. «Wir müssen die Balance finden. Es soll möglichst viel Kultur möglich sein, aber möglichst wenige Ansteckungen geben. Denn Kultur gehört zum Leben», findet Bärtschiger.

Es sei im Moment ganz schwierig, sie würden aber versuchen, möglichst wenig zu streichen. «Was nötig ist, wird aber abgesagt.» So sah sich die Harmonie Schlieren gezwungen, die Liveübertragung des Galakonzerts abzusagen, da keine Proben mehr möglich sind.

Die Weihnachtsmärkte fordern die Gemeinden

In Birmensdorf ist im Moment als einziger Anlass der Weihnachtsmarkt geplant. «Das haben wir mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) abgesprochen. Der Weihnachtsmarkt findet im Freien und mit Maskenpflicht statt», erklärt Céline Denzler von der Gemeinde. «Wir wollten den Leuten die Möglichkeit bieten, das Jahr noch schön ausklingen zu lassen.» Sonst seien aber keine weiteren Anlässe geplant. Auch beim Neujahrsapéro müsse auf einen Plan B ausgewichen werden. Denzler findet die Situation im Moment schwierig. «Einerseits ist der Aufruf da, zu Hause zu bleiben. Andererseits haben wir auch einen kulturellen Auftrag.»

Auch in Geroldswil sind viele Veranstaltungen den neuen Regelungen zum Opfer gefallen. «Unseren Christkindlimärt haben wir erst kürzlich abgesagt, auch das Silvesterfeuerwerk und den Neujahrsapéro mussten wir absagen», sagt Jana Gubler von der Gemeinde Geroldswil. Die Gemeindeversammlung vom 7. Dezember 2020 könne unter Einhaltung eines Schutzkonzepts sowie der Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) durchgeführt werden. Bis Ende Jahr sei sonst nichts mehr geplant. «Wir schauen nächstes Jahr wieder, wie sich die Lage entwickelt», meint Gubler.

Urnenabstimmung und stille Adventsfenster

In Urdorf erklärt Martin Büchi, Bereichsleiter Verwaltung und Sicherheit: «Es sind praktisch alle kommunalen Veranstaltungen abgesagt, und zwar seit längerem.» Zwischenzeitlich hat der Gemeinderat sogar die Gemeindeversammlung abgesagt, es wird auf eine Urnenabstimmung ausgewichen.

Eine der letzten verbleibenden Aktionen seien die Adventsfenster. Dort halte man die Anwohner dazu an, ein stilles Adventsfenster zu machen. «In anderen Jahren gab es oftmals noch Apéros, man ass Marroni und unterhielt sich. Dieses Jahr muss leider darauf verzichtet werden», sagt Büchi. Allen privaten Veranstaltern rate der Gemeinderat dringend zur Absage von Veranstaltungen. Zu den Veranstaltungen meint Büchi: «Wir prüfen das laufend. Vorerst gilt der gemeinderätliche Absage-Beschluss bis Ende Februar.»

Keine Adventsfenster, kein «OE on Ice»

In Unterengstringen ist ebenfalls alles gestrichen, wie Gemeindeschreiber Pascal Brun sagt. Das Nachtessen für die freiwilligen Helferinnen und Helfer der Gemeinde, die Seniorenweihnacht und der Neujahrsapéro hätten abgesagt werden müssen. «Auch die Adventsfenster finden nicht statt. Das hat es noch nie gegeben», sagt Brun. Die grossen Entscheide würden vom Gemeinderat, aber auch von den jeweiligen Organisatoren gefällt. Es stelle sich natürlich auch immer die Frage, ob sich die Anlässe überhaupt noch lohnen würden. «Alles Weitere werden wir dann im neuen Jahr sehen», meint Brun.

Die Gemeinde Oberengstringen trifft es dieses Jahr ganz besonders. Viele Feierlichkeiten zum 1150-Jahre-Jubiläum mussten abgesagt werden. Laut Usha Meyer, Präsidentin der Kulturkommission, wurde lange versucht, Events durchzuführen. «Wir hatten das Ziel, zum einen die Künstler zu unterstützen und zum anderen der Bevölkerung von Oberengstringen auch in diesen Zeiten ein bisschen kulturelle Unterhaltung zu bieten», sagt sie. «Allerdings haben wir Mitte Oktober nach den neusten BAG-Auflagen entschieden, alle weiteren Events für 2020 abzusagen», erklärt Meyer. Auch der Jubiläumsanlass «OE on Ice» ist davon betroffen. Der nächste Anlass sei erst für den März 2021 geplant. Meyer ist optimistisch, dass dieser dann durchgeführt werden kann.

Wenn nur noch die Gemeindeversammlung bleibt

Auch in Oetwil wurde fast alles gestrichen. «Einen Anlass werden wir noch durchführen mit etwa 18 bis 20 Personen», erklärt Gemeindeschreiber Pierluigi Chiodini. Adventsanlässe und Neujahrsapéros seien gestrichen worden. Im kulturellen Leben sehe es im Moment nicht gut aus. «Die Mostete konnten wir im Oktober noch durchführen», sagt er. Nun stehe zudem noch die Gemeindeversammlung an. «Die führen wir bewusst durch, natürlich mit Abstand und Maskenpflicht», sagt Chiodini. Kulturelle Veranstaltungen werde es hingegen demnächst keine mehr geben.

In Uitikon ist einer der letzten Anlässe ebenfalls die Gemeindeversammlung. Sonst hätten sie viel abgesagt, erklärt Gina Hog von der Gemeinde Uitikon. «Viele Veranstaltungen werden auch nicht von der Gemeinde, sondern von den verschiedenen Vereinen organisiert», erklärt sie. Die Gemeinde selbst musste beispielsweise den Markt absagen. «Wir haben lange überlegt, wir hatten viele Ideen für ein Sicherheitskonzept. Aber wir haben erkannt, dass das zu schwierig wird, mit dem Schutzkonzept einen angemessenen und für die Besucher angenehmen Anlass durchzuführen», sagt Hog. Darum wurden der Markt und andere Veranstaltungen der Gemeinde nun ebenfalls abgesagt.

Die Vereine setzen sich für ihr Dorf ein

In Weiningen werden viele Veranstaltungen von den Vereinen durchgeführt. Dazu gehört die Adventsfensteraktion, die trotz allem auch dieses Jahr vom ­Elternverein Weiningen organisiert wird. Normalerweise gehe es bei den Fenstern um Begegnungen und den Austausch untereinander, sagt die Präsidentin des Elternvereins, Petra Düsel. Dieses Jahr sei dies leider nicht möglich. «Wir machen die Fenster aber trotzdem, damit die Leute sich an den Fenstern erfreuen können, wenn sie spazieren gehen», sagt sie. Apéros fänden dieses Jahr aber keine statt. Düsel freut sich trotzdem auf die liebevoll gestalteten Kunstwerke, welche der ganzen Bevölkerung von Weiningen eine Freude bereiten werden. «Es ist immer stimmungsvoll und so haben die Menschen die Möglichkeit, individuell bei ihrem Spaziergang die Fenster zu bestaunen.»

In Bergdietikon werden ebenfalls die meisten Veranstaltungen von den Vereinen durchgeführt. Das Kerzenziehen und «Adventskränze selber gestalten» des Landfrauenvereins wurden abgesagt, der Spaziertreff wird aber durchgeführt. «Die Wege bei uns sind schön breit, das geht gut», sagt Regula Eisenring vom Landfrauenverein. Alles was drinnen stattfinde, hätten sie aber coronabedingt absagen müssen. Deshalb sagte auch der Familienverein Weiningen das Schülerkino ab.

Räbeliechtliabend statt Räbeliechtliumzug

In Aesch musste kürzlich der Adventsmärt abgesagt werden. Der Räbeliechtliumzug des Räbeliechtlikomitees wurde durch einen Räbeliechtliabend ersetzt. «Die Gemeinde beschliesst generell im Sinne der BAG-Bestimmungen», sagt Bruno Bauder, Gemeindeschreiber ad interim. Am besten könnten noch Veranstaltungen durchgeführt werden, bei denen die Bestimmungen des BAG mit geringem Aufwand eingehalten werden könnten. Bei einer weiteren Verschärfung der Lage könne es gut sein, dass weitere Veranstaltungen abgesagt werden müssten, erklärt Bauder.

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