Limmattal
Weihnachtsessen: «Die Leute gönnen sich etwas»

Krise? Von wegen: Wie Gastronomiebetriebe inder Region feststellen, läuft das Geschäft mit den Weihnachtsessen besser als in den letzten zwei Jahren. Und: Die Kundschaft hat exklusive Wünsche.

Aleksandra Hiltmann
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Weihnachtsessen: Manche Unternehmen mögens (wieder) üppig

Weihnachtsessen: Manche Unternehmen mögens (wieder) üppig

Solothurner Zeitung

Sich auswärts zu einem Weihnachtsessen zu treffen, scheint weiterhin hoch im Kurs zu sein. Laut Gastronomen aus der Region lassen sich in der diesjährigen Weihnachtszeit gesamthaft keine Rückgänge der Buchungen feststellen. Eine Krise sei nicht spürbar.

Im Gegenteil: «Die Leute schöpfen beim Essen aus dem Vollen. Ich bin erstaunt, dass wir immer wieder teure Weine nachbestellen müssen», freut sich Fritz Fischer, Wirt des Restaurants Bergli in Bergdietikon. Auch Andreas Büchel, Direktor des Hotels Conti in Dietikon, spürt keine Anzeichen einer Krise im Weihnachtsgeschäft. «Dank unserer Lage im Limmatfeld können wir sehr vom Wachstum des Quartiers profitieren», meint er. Auch stellt er in der Weihnachtszeit Grosszügigkeit bei seinen Kunden fest,
die ihn positiv überrascht: «Im Vergleich zum Vorjahr wird für das Essen eher mehr ausgegeben.» Heinz Witschi, Chef des Witschi’s Restaurant und Bar in Unterengstringen, stellt zudem fest, dass seine Weihnachtskundschaft zunehmend exklusivere Wünsche bezüglich der Speisen äussert. «Ich habe erstaunlich viele weisse Trüffel verkauft», meint er zum diesjährigen Geschäft, welches besser läuft als in den letzten zwei Jahren.

Öfter kleinere Gruppen

Allgemein lässt sich ein Trend hin zu kleineren Anlässen feststellen. Die Gastrobetriebe verzeichnen zwar Rückgänge bei Buchungen grosser Bankette, im Gegenzug würden sich jedoch mehr Gruppen geringerer Grösse anmelden, so Büchel. Auch Fischer kann dies bestätigen und meint, dass dies dem Restaurant Bergli sehr entgegenkommen, da sich sein Betrieb weniger für Grossanlässe eigne. Heinz Schenkel, Küchenchef und Gastgeber im Restaurant Taverne zur Krone in Dietikon, stellt zudem fest, dass Kunden die Weihnachtsessen immer kurzfristiger buchen. «Das bedeutet zusätzlichen Stress für uns.» Auch Witschi sieht Schwierigkeiten in den kurzfristigen Buchungen, da sie Unregelmässigkeiten für den Betrieb bedeuten.

Trotz dieser zwischenzeitlichen Unregelmässigkeiten scheint die Zukunft alles andere als düster auszusehen. «Die Leute gönnen sich etwas», meint Fischer vom Bergli. Gerade weil sie die ewig pessimistischen Wirtschaftsprognosen satthätten, würde an Weihnachten nicht gespart. Und so erwartet er auch für 2012 keine grossen Einbrüche.

Geringere Konkurrenz

Ähnlich gelassen blickt man in der Taverne zur Krone dem neuen Jahr entgegen: «In Dietikon gibt es nicht so viele Restaurants. In Zürich ist die Konkurrenz wahrscheinlich stärker», meint Schenkel. Büchel schliesst sich diesem Optimismus an. Er rechnet für das kommende Jahr mit viel zahlungskräftiger Kundschaft aus dem sich zurzeit rasant entwickelnden Limmatfeld. «Man kann den Gürtel nicht immer enger und enger schnallen», meint auch Witschi. Nach einem Jahr «fooden» in der Firmenkantine würde gerade die jüngere Generation die Weihnachtsessen in einem gehobenen Rahmen sehr schätzen.