Birmensdorf
Weiher bei Kaserne Reppischtal trocknet aus – ein Vorteil besteht jedoch

Der Wasserspiegel der Kasernenweiher sinkt und sinkt. Für die Tierwelt besteht aber derzeit noch keine Gefahr. Libellen könnten sogar profitieren.

David Egger
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Weiher bei Kaserne Reppischtal trocknet aus

Weiher bei Kaserne Reppischtal trocknet aus

Limmattaler Zeitung
Nachher: Der Pegel ist gesunken (Foto vom 5. August 2018). Leserfotos: Kurt Sauter

Nachher: Der Pegel ist gesunken (Foto vom 5. August 2018). Leserfotos: Kurt Sauter

Limmattaler Zeitung

Kurt Sauter aus Urdorf geht immer wieder gerne an den Weiher, der sich unterhalb der Kaserne Reppischtal in Birmensdorf befindet, gleich neben der Brücke über die Reppisch. Mit der Kamera hält der Leser der Limmattaler Zeitung dort vor allem Frösche, Schmetterlinge und Libellen fest. Am vergangenen Sonntag staunte er nun nicht schlecht, als er wieder beim Weiher war. Der Wasserspiegel ist infolge der anhaltenden Dürre stark gesunken. Sauter drückte auf den Auslöser und verglich sein Foto zu Hause mit einer Aufnahme, die er am 4. Juli 2017 gemacht hatte. So entstand ein eindrücklicher Vorher-Nachher-Vergleich.

Bei der Kaserne gibt es mehrere Weiher. Sie sind im Eigentum des Kantons Zürich. Die Pflege erfolgt durch die Armee. Angesichts des grossen Wasserpegel-Unterschieds liegt die Frage auf der Hand, was der sinkende Wasserpegel für die Weiher-Lebewesen bedeutet. Wie die Zürcher Baudirektion auf Anfrage sagt, sei die Situation noch nicht kritisch: «Für typische Weiher-Libellen dürfte der niedrige Wasserspiegel kein direktes Problem sein, solange noch Wasser sichtbar ist.» Die meisten der generalistischen Tierarten, die in solchen Weihern zuhause sind, könnten mit vereinzelten Extremereignissen umgehen. Bei einigen Arten könnte sich die Entwicklung sogar beschleunigen, sodass diese in diesem Sommer eine zweite Libellen-Generation hervorbringen könnten. «Dies wurde auch 2003 so beobachtet», heisst es von der Baudirektion.

Für Grosslibellen reicht Schlamm

Kritisch werde es erst dann, wenn gar kein Wasserkörper mehr vorhanden ist. «Grosslibellen können im feuchten Schlamm überdauern, Kleinlibellen würden dann aber grössere Ausfälle verzeichnen», teilt die Baudirektion weiter mit. Doch auch wenn der Weiher austrocknen würde, wäre das nicht aller Tage Abend. Sobald dank Niederschlägen wieder genug Wasser da ist, werden laut der Baudirektion solche Weiher sehr rasch wieder besiedelt durch Lebewesen von umliegenden Gewässern. Bleibt also zu hoffen, dass nicht alle Kasernenweiher austrocknen.