Schlieren
Weggefährten über ihren Alt-Stadtpräsidenten Heiri Meier

Seine Ortskenntnis und seine Weitsicht in aktuellen Themen imponierten seinen Kollegen.

Alex Rudolf
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Der ehemalige Stadtpräsident Heiri Meier verstarb vergangenen Dienstag.

Der ehemalige Stadtpräsident Heiri Meier verstarb vergangenen Dienstag.

Florian Niedermann

Im Gespräch mit Menschen, die den am Dienstag verstorbenen Schlieremer Alt-Stadtpräsidenten Heiri Meier auf seinem Lebensweg – ob über kürzere oder längere Strecken – begleiteten, zeigt sich eines: Stets pflegte er einen geselligen, respektvollen Umgang und machte Politik für die Bewohner von Schlieren, nicht etwa für seine Partei die SVP.

Bruno Rüegg sass für die CVP zwischen 1974 und 2006 im Gemeinderat, jasste nach den Sitzungen regelmässig mit Meier und anderen Ratskollegen. «Er hat Schlieren während der Verwandlung von einem Dorf zu einer Stadt begleitet. Nie war er ein Bremser, sondern stets ein Entwickler», erinnert sich Rüegg. Er habe alle Meinungen toleriert und angehört, ohne zu verurteilen.

Ortskenntnis, die er gern an die nächste Generation weitergab

Rita Geistlich verweist auf seine grosse Verbundenheit. «Er hatte ein unwahrscheinlich grosses Wissen über die Stadt Schlieren.» Die FDP-Politikerin war zwischen 1994 und 2002 Schlieremer Stadtpräsidentin. Sie erlebte Heiri Meier als Stadtpräsidenten, als sie selber noch im Gemeinderat Einsitz hatte. «Ihm war es wichtig, die jungen Gemeinderäte zu fördern, sie am Geschehen teilhaben zu lassen. Das habe ich ihm hoch angerechnet», sagt Geistlich. «Sein Wissen über Schlieren hat er stets bereitwillig weitergegeben. Sein Traum war es, dass sich unter den Bewohnern eine Gemeinschaft entwickelt, wofür er sich stark eingesetzt hat.» Auch der amtierende Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin lobt Meiers Engagement für die Aufarbeitung der Ortsgeschichte. «In der Vereinigung für Heimatkunde und der Kommission für Ortsgeschichte hat er sein ganzes Wissen eingebracht», so Brühlmann. An vielen Anlässen habe er Meier über die Jahre hinweg immer wieder getroffen, und sie hätten stets einen freundschaftlichen Umgang gepflegt. «Während seiner ganzen politischen Karriere standen für ihn immer die ganze Bevölkerung und deren Anliegen im Mittelpunkt.»

Dank Heiri Meiers weitsichtiger Politik profitiert Schlieren heute

Beat Kilchenmann, aktueller Präsident der SVP-Ortspartei, erinnert sich noch genau an die Generalversammlung vom vergangenen Jahr. «Heiri Meier war wie immer anwesend und hat sich in Diskussionen eingebracht», so Kilchenmann. Durch seine jahrzehntelange Erfahrung in der Schlieremer Exekutive habe er Lösungen gesehen, wo andere längst die Hoffnung verloren hätten. Erst kürzlich sei Kilchenmann auf Unterlagen aus den 1960er- und 1970er-Jahren gestossen. «Da habe ich gemerkt, dass sich die Themen in der Politik seit damals nicht gross verändert haben», sagt er. Heiri Meier habe sich bereits damals für eine weitsichtige Integrations- und Verkehrspolitik eingesetzt, von der Schlieren noch heute profitiere.